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Carreras-Stiftung: Hilfe für Elias

Carreras-Stiftung: Hilfe für Elias

„Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem.“ Das Ziel des spanischen Tenors José Carreras. 1987 erkrankte er selbst daran. Aus Dankbarkeit über seine Genesung gründete er eine Stiftung, unterstützt seitdem die Forschung, hilft Kliniken und Elterninitiativen.

Borna. Am Donnerstag findet wieder die große José-Carreras-Spendengala in Leipzig statt. Ein kleiner Patient, bei dem dieses Engagement ankommt, ist der fünfjährige Elias aus Neukirchen bei Borna.

Elias kurbelt an seinem orangefarbenen Kran. Den hat er erst neulich zum Geburtstag bekommen. Aber bald gibt es ja wieder Geschenke. Nein, einen Wunschzettel hat er noch nicht gemalt. „Ich wünsche mir alles, was ich noch nicht habe! Das weiß doch der Weihnachtsmann“ ruft der Junge und lacht. Er setzt sich mit an den Tisch, er will dabei sein, wenn über ihn geredet wird und er will auch was erzählen. An den November vor zwei Jahren aber kann er sich nicht mehr erinnern. Er war damals viel krank, Bronchitis und Lungenentzündung. Als blaue Flecken an seinem Körper sichtbar wurden, ging seine Mutter Nadine Geppert mit ihm zum Arzt – sie kamen sofort in die Uniklinik nach Leipzig. Diagnose: Leukämie. Das Schlimmste war, erzählt Nadine Geppert, als sie auf die Krebsstation gebracht wurden: „Ich wusste damals noch nichts über diese Krankheit, ich hatte nur Angst um mein Kind.“ Überhaupt war die Anfangszeit schwer, alles war auf einmal anders. „Ich werde nie vergessen, wie der Arzt zu mir sagte: Vor dreißig Jahren hätte Elias keine Überlebenschance gehabt“, berichtet die 29-Jährige. Die Heilungschancen für Kinder liegen heute bei 80 Prozent. Die Eltern schöpften Hoffnung. Beide blieben bei Elias in der Klinik. Die Mutter war hochschwanger, der Vater bekam von der Firma eine Freistellung. Am dritten Geburtstag erhielt Elias seine erste Chemotherapie. Die Eltern saßen abwechselnd an seinem Bett, malten mit ihm, lasen vor, erzählten, streichelten ihren Sohn. Inzwischen sorgten Freunde und Verwandte im Neukirchner Zuhause für Sterilität. Die Voraussetzung, dass Elias zumindest tageweise nach Hause konnte. Auch kurz vor Weihnachten 2007. Die Familie feierte schon am 23., weil sie am Heiligabend wieder in der Klinik sein musste. Da eine richtige Tanne zu viele Keime hat, liehen sich die Gepperts einen Kunstbaum und schmückten ihn. Es gab Geschenke und Lieder. Weihnachten so normal wie möglich. An ein halbes Jahr Chemotherapie – Elias war die meiste Zeit davon in der Klinik – schloss sich eine weitere Therapie an. Bis zu zehn Tabletten musste der kleine Junge jeden Tag schlucken, er bekam schmerzhafte Spritzen in den Rücken. „Das tat weh, aber ich habe nicht geweint!“ sagt er heute stolz. Elias wurde mehr und mehr ambulant behandelt. Er lebte wieder zu Hause. Worauf er sich im Krankenhaus am meisten gefreut hat? Elias überlegt und sagt dann: „Na, eben wieder zu Hause zu sein.“ Auf dem kleinen Bauernhof in Neukirchen, bei Mama und Papa und dem neuen Brüderchen Franz. Bei den Hasen, Hühnern, Gänsen und Katzen. Auch wenn er die Tier noch lange Zeit nicht anfassen, eine Menge Dinge nicht essen und überhaupt viele schöne Sachen nicht machen durfte – weil das Immunsystem zu schwach war. Dennoch: Bei Gepperts kehrte langsam wieder der Alltag ein. Elias ging in den Kindergarten. Die Familie fuhr in den Urlaub an die Ostsee. Daran erinnert sich der Kleine noch genau: „Papa hat mich bis zum Hals eingebuddelt und wir waren ganz tief im Wasser, da konnte mein Papa fast nicht mehr stehen!“ Sein Vater Tobias Geppert lächelt seinen Großen an und sagt: „Wir sind jetzt so dankbar, dass in der Erforschung dieser Krankheit so viel passiert ist, auch durch die Carreras-Stiftung.“ Sicher habe er früher mal im Fernsehen die Spendengala des spanischen Tenors gesehen, „aber wir hatten keinen Bezug dazu“. Die 15. José Carreras Gala wird am Donnerstag aus der Neuen Messe Leipzig, Halle 1, ab 20.15 Uhr live in ARD und MDR übertragen. Spenden an: Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V., Commerzbank AG München, BLZ 700 800 00, Konto: 319 966 601.

Claudia Carell-Domröse

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