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Borna Chancenlos ohne Abendpublikum
Region Borna Chancenlos ohne Abendpublikum
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16:36 19.05.2015

Während es für den Ratskeller Hoffnung gibt, streicht der Betreiber des Patrixx, Patrick Hebenstreit, in Borna für immer die Segel.

Für Hebenstreit war es das erste eigene Lokal. Der gelernte Koch mit Erfahrungen im Markkleeberger Forsthaus Raschwitz und im Porsche-Kundenzentrum in Leipzig hatte seine Genussmanufaktur im Oktober 2011 eröffnet. Nicht als normale Gaststätte, sondern durchaus mit Ambitionen, die über das normale gastronomische Angebot in Borna hinausgingen. Was Hebenstreit und seine fünf Mitarbeiter anboten, beschreibt der Inhaber, der sein Gewerbe zum 17. Juni abgemeldet hat, so: jung, kreativ und frisch. Dazu gab es eine "superschicke Einrichtung" und einen etwas anderen Service, "mit einer gewissen Lockerheit". Allein: Der durchschnittliche Bornaer Gaststättenbesucher wurde damit offenbar nicht erreicht. Der brauche "Rostbrätel, Bauernfrühstück und Schnitzel", wie Gastronom Hebenstreit sagt. Also all das, was er bewusst von der Karte seiner Genussmanufaktur verbannt hatte. Dass auch der Standort in der Bahnhofstraße nicht gerade ideal war, hat ebenso zu seinem Rückzug aus Borna geführt wie Differenzen mit dem Vermieter. Vor allem aber war es das "normale Abendpublikum", das fehlte. Zwar seien die Leute gekommen, um mal "etwas Besonderes" zu erleben, bei Geburtstagen ebenso wie mit Besuchern von außerhalb. Das allerdings war zu wenig, um dauerhaft zu überleben.

Hebenstreit und seine bisherigen Mitarbeiter orientieren sich deshalb jetzt auf Leipzig. Dort gebe es bereits Angebote, nicht nur für ihn. "Wir sind ein Team", sagt der junge Mann mit Wohnsitz in Rötha. Und weiter: "Uns gibt es nur zusammen."

Während die Räume der Genussmanufaktur vorerst kaum wieder als Gaststätte genutzt werden dürften, gibt es für den Ratskeller zumindest Hoffnung. Das sich dessen bisherige Betreiberin zurückgezogen hat, "das hat private Gründe", wie Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), von Amts wegen Quasi-Eigentümerin der Räume im Rathaus, sagt. Beim Ratskeller gebe es in gewisser Weise strukturelle Probleme. "Die Einrichtung müsste verändert werden", so die Oberbürgermeisterin. Immerhin soll das Restaurant, in vielen Städten zumindestens eins der ersten Häuser am Platz, an einen neuen Betreiber vergeben werden. Der müsste dann freilich die Kosten für eine veränderte Einrichtung übernehmen.

Prinzipiell sollte es sich um eine Gaststätte mit gutbürgerlicher respektive deutscher Küche handeln, lautet die inoffizielle Vorgabe für Interessenten. Wobei sich das auch etwas liberaler fassen ließe. Denn es gibt bereits Interessenten. Allerdings nicht aus Deutschland, sondern aus dem schönen Böhmen. Ein Ratskeller mit Knödeln, Gulasch und tschechischem Bier wäre ja keine Katastrophe.

© Standpunkt Seite 25

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2013

Nikos Natsidis

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