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Chef-Wechsel bei der Ökostation

Chef-Wechsel bei der Ökostation

Auf dem Chef-Stuhl der Ökologischen Station Borna-Birkenhain hat es schon wieder einen Wechsel gegeben. Nach einem knappen Jahr räumte Alexander Wagner (43) auf eigenem Wunsch den Platz.

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Für Alexander Wagner ist Ilse Lauter gekommen.

Quelle: Frank Prenzel

Borna. Auf Vorschlag von Bornas Oberbürgermeisterin und Vorstandsmitglied Simone Luedtke (Linke) kam die 59-jährige Ilse Lauter ins Spiel. Die Leipzigerin nahm das Angebot an und wurde vom Vorstand des Trägervereins als neue Geschäftsführerin des grünen Unternehmens eingestellt. Lauter war zuletzt als freie Dozentin für Bildungsträger tätig und ist vor allem durch ihre politische Arbeit in der Messestadt keine Unbekannte. Sie sitzt für die Linke im Leipziger Stadtrat und führte dort auch von 2006 bis 2012 ihre Fraktion an.

 

 

Die Mitglieder der Naturförderungsgesellschaft Ökologische Station Borna-Birkenhain dürften durchaus überrascht gewesen sein, als ihnen zur jüngsten Mitgliederversammlung eine neue Geschäftsführerin vorgestellt wurde. Seit der Stationsgründer Harald Krug den Platz frei gemacht hat (die LVZ berichtete), besteht die Konstanz auf dem Chefstuhl eher im Wechsel. Nach turbulenten Monaten sollte der Zwenkauer Rechtsanwalt Alexander Wagner das grüne Schiff auf 20-Stunden-Basis in ruhiges Fahrwasser führen. Er war auf Vorschlag des Zwenkauer Bürgermeisters und Vorstandsmitglieds Holger Schulz (CDU) auf den Posten gekommen. Doch Wagner überraschte nun wohl selbst den Vorstand mit seinem plötzlichen Rückzieher. Gegenüber der LVZ will er sich zu seinen Gründen nicht äußern. Aufklärung verschafft Vereinschef Jürgen Graichen. Wagner habe nicht gedacht, dass die Tätigkeit für die Ökostation so umfangreich sei, mit wöchentlich 20 Stunden sei die Aufgabe nicht zu bewältigen. Wagner habe von sich aus die Reißleine gezogen, weil seine Kanzlei mittlerweile unter der Arbeit gelitten habe, so Graichen weiter.

Sein Ausstieg sollte nicht überbewertet werden, meint Vorstandsmitglied Schulz. Die Gründe seien realistisch und akzeptabel. Graichen wie Schulz loben Wagners Arbeit für die Ökostation. "Er war sehr engagiert", so der Vereinsvorsitzende. Durch zwei Neueinstellungen sei die Lücke gefüllt worden, die die langjährigen Mitarbeiter und Fledermaus-Experten Frank Meisel und Marco Roßner hinterließen. Wie berichtet, kehrten Meisel und Roßner nach internen Auseinandersetzungen ihrem langjährigen Arbeitgeber den Rücken.

"Nach Wagners Entschluss standen wir unter Zeitdruck und haben händeringend nach geeigneten Kandidaten gesucht", so Schulz. Und zwar nach Personen, die die finanziellen Möglichkeiten des Trägervereins der Ökostation akzeptieren. Die von Luedtke ins Spiel gebrachte Ilse Lauter habe sich im Vorstellungsgespräch gut verkauft und müsse sich nun beweisen, erklärt Schulz. Ein alternativer Vorschlag habe sich nicht aufgetan.

Eine Ausschreibung der Stelle gab es nicht, bestätigt Vereinschef Graichen. Lauter, die nun seit 1. November Geschäftsführerin ist, sei auf 35-Stunden-Basis eingestellt worden und damit täglich vor Ort. "Ich denke, dass sie ihre Aufgabe gut machen wird und neue Aufträge akquiriert. Von der Umweltbildung allein kann die Ökostation nicht leben", so Graichen. "Wir brauchen die Fledermaus-Arbeit und die ökologische Baubegleitung, um sie am Leben zu halten." Derzeit beschäftigt die kleine Firma elf fest angestellte Mitarbeiter. Darüber hinaus sind hier junge Leute im Freiwilligen Ökologischen Jahr sowie Bundesfreiwilligendienstler tätig.

Bleibt die Frage, was Luedtkes Parteikollegin Ilse Lauter für den Posten qualifiziert. Die heute 59-Jährige arbeitete seit 1996 in der Erwachsenenbildung als Lehrerin für Ökonomie (Buchführung und Rechnungswesen), zuletzt verdiente sie ihre Brötchen als freie Dozentin. Erfahrungen mit grüner Arbeit sammelte sie von 1993 bis 1995 im Ökohof Auterwitz, wo sie als Lehrerin und Betreuerin für Arbeitslose und ABM-Kräfte tätig war. "Ich habe dort Sozialkunde unterrichtet, viel in der Praxis mitgearbeitet und auch das Freiwillige Ökologische Jahr mit betreut." In dieser Zeit habe sie ihre Neigung für Umwelt- und Naturschutzfragen ausgeprägt. Nach eigenen Angaben hat sie auch schon Erfahrungen beim Führen eines Teams gesammelt. Als Festangestellte des mittlerweile insolventen ESTA-Bildungswerkes in Leipzig habe sie die Filiale geleitet.

Sie sei von Bornas Oberbürgermeisterin angesprochen worden, ob sie sich die Geschäftsführung der Ökostation vorstellen könne, so Lauter. Sie konnte. Auch, um die finanziellen Unsicherheiten einer freien Mitarbeit hinter sich zu lassen. "Ich habe schon lange nach einer Festeinstellung gesucht."

Noch ist Lauter dabei, sich in ihren neuen Job einzufuchsen. In der Umweltbildung und den Projekten des Natur- und Artenschutzes sieht die dreifache Mutter und passionierte Radfahrerin, die auch Doktor der Philosophie ist, die wesentlichen Arbeitsfelder der grünen Firma.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.12.2013
Frank Prenzel

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