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Chef der Böhlener Werkfeuerwehr geht in den Ruhestand

Industriegebiet Böhlen-Lippendorf Chef der Böhlener Werkfeuerwehr geht in den Ruhestand

Ein Urgestein des Brandschutzwesens im Landkreis Leipzig beendet seine Karriere. Bernd Starkloff, der Leiter der Werkfeuerwehr Böhlen, geht zum Jahresende in den Ruhestand. Am Dienstag wurde er mit großem Bahnhof verabschiedet. Sein Nachfolger wird der 47 Jahre alte Kai Weitzmann.

Für den Festakt für Bernd Starkloff wurde die Fahrzeughalle der VSU-Werkfeuerwehr geräumt.

Quelle: André Neumann

Böhlen. Ein Urgestein des Brandschutzwesens im Landkreis Leipzig beendet seine Karriere. Bernd Starkloff, der Leiter der Werkfeuerwehr Böhlen, geht zum Jahresende in den Ruhestand. Am Dienstag wurde er mit großem Bahnhof verabschiedet. Rund 160 Gäste füllten die Fahrzeughalle der Werkfeuerwehr, die zur Firma VSU, Vereinigte Sicherheitsunternehmen mit Hauptsitz in Köln gehört. Bevor Bernd Starkloff ans Rednerpult treten konnte, musste er gut hundert Händepaare schütteln, Freunde, Kameraden und Weggefährten umarmen, gute Wünsche und Geschenke entgegennehmen. Es ist die umfangreichste, wenn auch nicht die erste Zeremonie dieser Art in diesem Jahr für einen Mann, der ein halbes Jahrhundert lang die Geschichte der Feuerwehr am Industriestandort in Böhlen mit geschrieben hat. Denn Bernd Starkloff hatte am 7. November sein 50-jähriges Dienstjubiläum in der Werkfeuerwehr gefeiert und war am 8. Dezember 70 Jahre alt geworden. Nun also die Verabschiedung.

Gera, Dresden, Leipzig, Eisenhüttenstatt, Groitzsch – Dutzende unterschiedliche Ärmelabzeichen auf den Uniformen der Gäste verrieten, dass Starkloff weit über Böhlen hinaus vernetzt war. Immerhin war er bis November Vorsitzender des Werkfeuerwehrverbandes Sachsen und in dieser Eigenschaft auch Mitglied des Werkfeuerwehrverbandes Deutschland. Mit der Berufsfeuerwehr von Gera beispielsweise verband ihn die Zusammenarbeit auf Ausbildungsebene. Die langjährige Partnerschaft mit der Berufsfeuerwehr Leipzig geht noch darüber hinaus. Sie betrifft die gemeinsame Ausbildung von Spezialisten für Havarien an chemischen Anlagen und die wechselseitige Unterstützung in Einsatzfällen.

Nicht nur die Leipziger Kollegen, sondern auch andere Feuerwehren profitieren davon, dass in Böhlen die Spezialeinheit TUIS (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem) stationiert ist, die bei Gefahrgutunfällen zum Einsatz kommt. Starkloff habe sich persönlich darum bemüht, dass dieses System in Böhlen angesiedelt wird, sagte Peter Heitmann, Vizeamtsleiter der Branddirektion Leipzig, der LVZ. Unter den engen Vertrauten, die Starkloff verabschiedeten, waren auch Böhlens ehemalige Bürgermeisterin Maria Gangloff und Karl-Heinz Milz, langjähriger Direktor des Chemiewerkes Böhlen und bis 1995 Geschäftsführer.

Bernd Starkloff (l) mit Gunnar Vielhaak, dem VSU-Geschäftsführer

Bernd Starkloff (l.) mit Gunnar Vielhaak, dem VSU-Geschäftsführer.

Quelle: André Neumann

Starkloff hatte am 7. November 1965 bei der Feuerwehr des Chemiewerkes „Otto Grotewohl“ begonnen. Lange bleiben wollte er eigentlich gar nicht, sagte er seinen Gästen. Doch nach drei Jahren hatte er die „Liebe zu den roten Autos gefunden“ und blieb. Unter den schwierigen Bedingungen zu DDR-Zeiten arbeitete er sich bis zum Leiter der Werkfeuerwehr hoch, die am 1. Januar 1994 von der VSU übernommen wurde. Branchenkollegen sagten den Böhlenern damals keine gute Zukunft voraus, warnten vor dem „Dienstleister ohne Ortskenntnis“, wie sich der Scheidende erinnerte. „Wir beweisen seit 22 Jahren das Gegenteil“, sagte Starkloff und er fügte hinzu, er sei stolz, zu diesem Unternehmen zu gehören. VSU-Geschäftsführer Gunnar Vielhaack erwiderte die Sympathiebekundung, indem er sagte: „Herr Starkloff, Sie haben ein bewundernswertes Lebenswerk vollbracht.“ Dies hier in Böhlen sei eine großartige Werkfeuerwehr.

In seiner Rede erinnerte der scheidende Feuerwehrleiter an einige spektakuläre Einsätze, bis hin zu einem, bei dem das „Werk knapp einer Katastrophe entgangen“ war, als ausgerechnet auf einer wichtigen Verbindungsachse ein Kesselwagen entgleiste und auf eine Rohrbrücke stürzte. Die drohende Explosion wurde verhindert. Gemessen an dem, was früher passierte, seien die Ereignisse, zu denen die Werkfeuerwehr in den vergangenen zehn Jahren gerufen wurde, „verhältnismäßig klein“ gewesen. Dies liege an der installierten Sicherheitstechnik und der Vorbeugung.

Die VSU-Werkfeuerwehr hat in Böhlen 69 Mitarbeiter. Neben Dow und dem Vatenfall-Kraftwerk stellt die Werkfeuerwehr über Verträge den Brandschutz in neun weiteren Unternehmen an dem Industriestandort sicher. Bernd Starkloffs Nachfolger wird der 47 Jahre alte Kai Weitzmann, der bereits die Werkfeuerwehr am Chemiestandort in Schkopau leitet. Ab Januar wird er Böhlen zusätzlich übernehmen.

Kai Weitzmann übernimmt ab Januar auch die Leitung der Böhlener Werkfeuerwehr

Kai Weitzmann übernimmt ab Januar auch die Leitung der Böhlener Werkfeuerwehr.

Quelle: André Neumann

Von André Neumann

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