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Chemieriese lädt zum Tag der Ausbildung ein

Dow-Werk Böhlen Chemieriese lädt zum Tag der Ausbildung ein

Chemikant, Elektroniker für Automatisierungstechnik oder Mechatroniker – für diese Berufe interessierten sich am Sonnabend viele Besucher zum Tag der Ausbildung im Böhlener Chemie-Werk des Dow-Konzerns. Was Bewerber beachten sollten.

Dominic Kempe (2.v.r.) zwischen seinen Arbeitskollegen Michael Maley, Paul Lettau und Gerald Karg (v.l.). Er erklärt seinen Arbeitsplatz in der zentralen Messwarte, von der aus die Produktionsabläufe überwacht werden.

Quelle: Gislinde Redepenning

Böhlen/Lippendorf. Die Autokennzeichen auf dem Besucherparkplatz vor dem Chemiewerk von Dow am Sonnabend beweisen das Interesse am Tag der Ausbildung weit über die Ortsgrenzen hinaus. Junge mögliche Bewerber für einen Job als Chemikant, Elektroniker für Automatisierungstechnik oder Mechatroniker reisen mit ihren Eltern aus ganz Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt an. Nicht nur die für Personal und Ausbildung zuständigen Mitarbeiter sind für alle möglichen Fragen gewappnet, auch die aktuellen Azubis stehen Rede und Antwort.

Einer von ihnen ist Dominic Kempe, der im zweiten Ausbildungsjahr als Chemikant seine Erfahrungen gerne weitergibt und sich sicher ist, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Er hat an der Oberschule in Kitzscher seinen Realschulabschluss gemacht. Seine Chemie-Lehrerin gab ihm den Tipp, sich bei Dow zu bewerben. Um den Hürdenlauf durch das theoretische und praktische Auswahlverfahren bis hin zum Arbeitsvertrag zu bestehen, sei nicht nur ein gutes Basiswissen in den naturwissenschaftlichen Fächern und Verständnis für Technik notwendig. „Zensuren sind sehr wichtig, aber nicht alles“, erklärte Ausbildungsleiterin Ines Mayer. „Soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit sind in unserem internationalen Unternehmen das A und O. Einstellung, Engagement und Interesse wiegen schwer.“ Man fühle sich aufgehoben wie in einem kleinen Dorf oder einer Familie, findet Dominic Kempe, der ein wenig stolz seinen Arbeitsplatz in der zentralen Messwarte erklärt, von der aus über Bildschirme mit tausenden von Daten alle Produktionsanlagen gesteuert und kontrolliert werden.

250 bis 300 Bewerber möchten einen der 25 Ausbildungsplätze, der Großteil davon für Chemikanten. Sie steuern künftig das Cracken, also Spalten von Erdöl, das über lange Pipelines aus Rostock kommt, in Bestandteile, die zur weiteren Verarbeitung nach Schkopau geleitet werden. Ethylen oder Propylen werden dort polymerisiert. „Also zu Kunststoffen verarbeitet, die sich später in allen Bereichen unseres Lebens wiederfinden, von der Windel bis zum Autoreifen, von der Plastikflasche bis zum Smartphone“, übersetzt Volker Schaufler.

Bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern wird nichts dem Zufall überlassen. „Wir arbeiten mit acht Partnerschulen zusammen, darunter die Oberschulen in Böhlen und Groitzsch, das Wiprecht-Gymnasium in Groitzsch sowie das Gymnasium am Breiten Teich in Borna“, erklärt Unternehmenssprecherin Astrid Molder. „Wir unterstützen bei der Berufsberatung und beim Bewerbertraining, bieten zweiwöchige Praktika im Werk Schkopau an, zu dem täglich ein Shuttle fährt, oder sind bei Messen dabei, damit sich Interessenten frühzeitig orientieren können.“

Wer einmal einen Ausbildungsplatz ergattert hat, darf sich beste Chancen auf einen Arbeitsplatz mit Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zum dualen Studium ausrechnen. „Die Übernahmechancen stehen bei fast 100 Prozent, ihnen steht lediglich die eigene Leistung im Wege“, sagt Ines Mayer.

Von Gislinde Redepenning

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