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Borna Chinesische Mediziner studieren den Krankenhausalltag in Borna
Region Borna Chinesische Mediziner studieren den Krankenhausalltag in Borna
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14:13 19.05.2015
Drei chinesische Ärzte aus der Bornaer Partnerstadt Dujiangyan hospitieren gegenwärtig drei Monate lang im Klinikum Borna. Darum hatten sich 80 Mediziner beworben. Quelle: Thomas Kube

Bis Ende Februar hat das Team der Kliniken Leipziger Land in Borna Verstärkung aus dem Reich der Mitte: Li Li, Yin Huaki und Zeng Yun, eine Ärztin, zwei Ärzte, approbierte Internisten beziehungsweise Chirurgen sind für drei Monate nach Deutschland gekommen, um die Arbeit in der Bornaer Klinik kennenzulernen. Alle drei stammen aus Dujiangyan, der Bornaer Partnerstadt aus der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Sie sind im kommunalen Krankenhaus der Stadt, die noch ein Stück größer ist als Leipzig, angestellt.

"Ich möchte die Technologien, die hier angewendet werden, kennenlernen, um sie zu Hause einzusetzen", sagte Yin Huaki. Wie sein Kollege Zeng Yun, der in Borna unter anderem schon bei einer Wirbelsäulen-Operation zugegen war, geht es ihm darum, Arbeitsweisen zu erleben und das beim Medizinstudium und im Krankenhaus-Alltag in China erworbene Wissen zu vertiefen. "Wir fühlen uns sehr wohl, die Menschen sind sehr freundlich", sagt Lungenheilkundlerin Li Li, die sich an der Bornaer Klinik vor allem mit dem Endoskopieren befasst. Und die sich an ihren ersten Tagen in Borna vor allem über eines wunderte: wie wenige Menschen nur auf den Straßen unterwegs waren. Das dürfte sich zumindest in den nächsten Wochen, während des Weihnachtsmarktes, ändern. Li Li, Yin Huaki und Zeng Yun leben gemeinsam in einer Wohnung in der Bornaer Innenstadt. Damit sie mobiler sind, haben die Gastgeber inzwischen Fahrräder für sie beschafft.

"Für das Krankenhaus bedeutet der Besuch der chinesischen Kollegen eine Internationalisierung", sagt Dr. Barbara Artelt, pensionierte Virologin der Universität Leipzig und Vizepräsidentin des Deutsch-Chinesischen Zentrums. Der Verein ist Initiator dieser Kontakte. 80 chinesische Ärzte hätten sich um den dreimonatigen Aufenthalt in Borna beworben. "Dieser große Zuspruch hat uns erstaunt, und er freut uns." Der Verein versucht, auf verschiedenen Ebenen die Menschen beider Städte einander näher zu bringen.

So waren im Sommer 13 Mädchen und Jungen in Borna zu Gast, fanden Aufnahme in Familien hiesiger Gymnasiasten. Einen Gegenbesuch soll es im kommenden Jahr geben. Darüber hinaus will Artelt Beziehungen zwischen der Dinterschule und chinesischen Schülern knüpfen.

Über die große Aufgeschlossenheit und das Interesse seiner drei Kollegen auf Zeit freut sich Dr. Andreas Klamann, Ärztlicher Direktor der Kliniken Leipziger Land. Diese Art der Horizonterweiterung sei ein Gewinn für beide Seiten. Die Chinesen hätten acht Jahre Medizin studiert, verfügten über mehrjährige Praxiserfahrung. Ganzheitliche Medizin sei ein großes Thema in China, und es gewinne auch hierzulande immer stärkeres Gewicht. Ein Feld also für Anregungen und Impulse.

Dass der sich auf verschiedenen Ebenen entwickelnde Austausch zwischen Dujiangyan und Borna ausstrahle, betonte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), die die Gäste mit einem Bornaer Zwiebeltopf und Pralinen willkommen hieß.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.11.2014
Ekkehard Schulreich

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