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Borna Christa Schön aus Pegau ist 103 Jahre alt
Region Borna Christa Schön aus Pegau ist 103 Jahre alt
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16:30 26.09.2017
Christa Schön feierte am Dienstag ihren 103. Geburtstag, hier ist die Jubilarin umgeben von Pflegedienstleiterin Anja Höfer (l.), Pflegekraft Kathrin Walther-Dostmann und Heimleiterin Susann Oeler (r.) Quelle: Claudia Carell
Pegau

Weiße Orchideen, geschmückt mit einem roten Herz und einer 103, stehen auf dem Tisch. Schon immer hat Christa Schön Blumen geliebt. Bis sie 97 war, werkelte sie gern in ihrem blühenden Garten. Doch jetzt kann sie keine Blumenbeete mehr hegen und pflegen, auch nicht mehr viel darüber sprechen. Sie sucht oft nach Worten, aber sie wollen ihr nicht so recht über die Lippen kommen.

Allerdings sitzt die alte Dame am Dienstag an ihrem Geburtstag sorgfältig gekleidet und frisch frisiert im Rollstuhl und fühlt sich offenbar wohl. Sie schaut neugierig in die Welt – und lächelt. „Ja, sie ist eine freundliche Heimbewohnerin, lacht gern und oft“, sagt Pflegedienstleiterin Anja Höfer aus dem Birkenhof in Pegau und streichelt der Seniorin die Hand.

Christa Schön gehört zu den ältesten Einwohnern der Region. Ihre Biografie kann sie wegen der Demenzerkrankung nicht mehr selbst erzählen. Ein bewegtes Leben liegt hinter ihr. Geboren im Kaiserreich kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges im September 1914, verlebte sie Kindheit und Jugend in Wiederau bei Pegau. Ihr Vater war Friseurmeister im Dorf und die Tochter sollte in der Weimarer Republik das Geschäft übernehmen. Doch die junge Frau wollte nicht Haare schneiden, sie liebte Zahlen und absolvierte Ende der 1920er Jahre eine kaufmännische Ausbildung in Leipzig. Danach arbeitete sie als Prokuristin und Büroleiterin im Sauerstoffwerk in Kleindalzig.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg heiratete sie, ihr Mann kam bald darauf zur Front – und kehrte nicht zurück. Nach Kriegsende heiratete die junge Frau erneut, bekam zwei Töchter und arbeitete später beim Sender Wiederau in ihrem Heimatort in der Buchhaltung. Ihr zweiter Mann starb früh an den Folgen der Kriegsgefangenschaft.

Die Seniorin war lange Zeit topfit. Als Rentnerin kümmerte sie sich gern um ihre Enkel. Sie liebte Gartenarbeit. Bis sie 97 Jahre alt war, brauchte sie keine Hilfe, pflegte die Beete, putzte das Haus. Ihren 80. Geburtstag feierte sie mit vielen Gästen eine ganze Woche lang. Auch das 90. und 95. Jubiläum wurde noch zu Hause gefeiert.

Doch dann vergaß sie hin und wieder etwas, stürzte einmal schwer. Deshalb zog sie ins nahe Pegauer Pflegeheim. Die Eingewöhnung dauerte ein Weilchen, doch bald schon war sie gern in der Gemeinschaft mit anderen Bewohnern, spielte zum Beispiel Bingo. Bis heute blättert sie gern in bunten Zeitungen und Zeitschriften und sieht im Fernsehen Trickfilme im Kinderkanal, erzählen die Pflegerinnen.

„Sie ist für ihr Alter fit, sehr agil, neugierig und immer fröhlich“, sagt auch Heimleiterin Susann Oeler. Mit nun 103 Jahren liegt die Seniorin in großem Altersabstand vor den anderen 60 Bewohnern. Viele von ihnen kamen schon wesentlich jünger ins Pflegeheim. „Es ist immer abhängig vom Krankheitsbild und ob es jemanden gibt, der sich zu Hause kümmern kann“, so die Leiterin.

Von Claudia Carell

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