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City geht in Witznitz unter die Haut

City geht in Witznitz unter die Haut

City macht die Musik der Ostdeutschen. Eine Meinung, die am Ostersonntag im Witznitzer Werk des Öfteren zu hören war. Rund 500 Leute besuchten das Konzert der Rocker vom Prenzlauer Berg.

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Begeistern das Bornaer Publikum im Witznitzer Werk – City aus Berlin mit Bandgründer Fritz Puppel (v. l., Gitarre), Sänger Toni Krahl und Georgi Gogow (Bass, Geige).

Quelle: Peter Krischunas

Borna. Den Nummernschildern zufolge kamen die Fans aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

  Uwe Jacob aus Eula zogen vor allem die Songs aus alten Zeiten ins Konzert. „Ich hoffe, sie spielen querbeet aus ihren Alben“, sagte der 42-Jährige. Und er wurde nicht enttäuscht. Natürlich waren die Ohrwürmer wie „Glastraum“, „Unter der Haut“, „Casablanca“, „Der King vom Prenzlauer Berg“ und „Wand an Wand“ zu hören – allesamt Hits, mit denen City große Erfolge feierte. Das Markenzeichen „Am Fenster“ hat mittlerweile bei mehreren Generationen Kultstatus. Diesen Song haben die Musiker auf allen Konzerten von vornherein als viertelstündige Zugabe eingeplant. Im Witznitzer Werk dauerte er sogar noch zwei Minuten länger. Die Fans waren von Beginn an aus dem Häuschen. Dabei waren es nicht nur die vielen bekannten Songs, sondern auch spitzenmäßige Lichteffekte und knallige Pyrotechnik, die für Aufregung sorgten.City reiste bereits sechs Stunden vor Konzertbeginn in Borna an, um den Soundcheck durchzuführen. Professionalität, an der keine Abstriche gemacht werden. Anschließend ging es ins Bistro „Nanu“, wo Konzertveranstalter Jens Mikoleizcyk zum Essen einlud. „Ich arbeite mit den Jungs schon seit vielen Jahren zusammen, engagiere sie zu Stadtfesten in Chemnitz oder zu Events wie unseren Motorradtreffs“, so der Regiser. Frontmann Toni Krahl saß am Tisch und schlürfte wie gewohnt seinen Tee. Das ist fast schon ein Ritual, dass er seit den 35 Jahren, die er in der Band singt, vor den Konzerten beibehalten hat.„Tee ist gut für die Stimme“, sagte der Berliner gegenüber unserer Zeitung. Indes sei die Band nach wie vor gut unterwegs. Dabei gebe sie vorwiegend im Osten Konzerte. „Hier haben wir zuverlässige Partner, wie die Mikoleiczyk Event GmbH, auf die wir lange schon bauen können“, so Krahl. Auftraggeber aus dem Westen – Fehlanzeige. „Doch wir haben kein Problem damit, nur hier im Osten zu spielen, hätten aber auch kein Problem rüberzufahren“, so der Sänger mit der Glatze.Für den 18. Juli ist City zum zweiten Mal beim ZDF-Fernsehgarten engagiert, ein Format, das so gar nicht zum Stil der Rocker passt. „Wenn es kein Format für uns gibt, dann müssen wir eben auf solche Sendungen ausweichen“, erklärte Krahl gelassen. Eine Folge der Wende, seit der die Werbetrommel wesentlich stärker gerührt werden müsse. „Es ist schon so, dass wir den Koffer weit aus dem Fenster raushängen müssen, um auf uns aufmerksam zu machen“, so Krahl weiter.Was die Musik und Texte betrifft, so ist sich City treu geblieben – die sind kritisch wie eh und je. Im Song „Vater glaubte“ von der letzten Studio-CD „Yeah, yeah, yeah“ (von 2007) wird besonders deutlich, wie stark sich die Band mit den Veränderungen in Politik und Gesellschaft beschäftigt. Im Text heißt es: „Vater glaubte an die Wärme im Nest. Vater glaubte an die Freude vor dem Fest. Vater glaubte an, was sein Vater hinterlässt. Und ich glaub, so war es schön“. Der Song ging vorgestern den Leuten im Maschinenhaus unter die Haut. Doch den Zeigefinger würden der Frontmann und seine Mannen niemals erheben. „Das bringt nichts“, so Krahl.

Peter Krischunas

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