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Clemens Thieme: Sonderausstellung in Borna eröffnet

Clemens Thieme: Sonderausstellung in Borna eröffnet


Verschiedene Stationen des Lebensweges des 1861 in Borna geborenen Architekten, seine Ausbildung, seine beruflichen und gesellschaftlichen Betätigungsfelder, werden nachgezeichnet.

. „Schwerpunkte sind Thiemes Bezüge zu Borna, wo seine Wurzeln sind", sagte Museumsleiterin Gabriele Kämpfner, die sich in den vergangenen Wochen so intensiv mit dem Schöpfer und geistigen Vater des Völkerschlachtdenkmals beschäftigt hat, dass sie schon von ihm träumte. Unterhaltsam erklärte sie in Episoden die spannenden und vielfältigen Hintergründe von Thiemes Einflüsse auf das Wirken des Architekten Bruno Schmitz: „Ihm bleibt der Ruhm, Thieme war der Ideengeber."

Thiemes Vater war acht Jahre lang im Reiterregiment in Borna und prägte die konservative Haltung sowie das Nationalbewusstsein seines Sohnes, der nach dessen Tod schon in jungen Jahren zum Ernährer seiner Familie mit acht Geschwistern wurde. Neben Lehre und Arbeit zeichnete er sich durch Wissbegierde und Lernwilligkeit aus. Nach dem Studium an der Königlich Sächsischen Baugewerkeschule Leipzig und am Polytechnikum Dresden wirkte er ab 1887 als selbstständiger Architekt in Leipzig. Einige von ihm errichtete Wohnhäuser sind erhalten. Er machte sich als Projektleiter des Königreichs Sachsen für den Bau des Leipziger Hauptbahnhofs einen Namen, forcierte die schon mehrfach gescheiterten Bemühungen um die Errichtung eines Nationaldenkmals für die Völkerschlacht und organisierte die Finanzierung.

Und doch ist sein Andenken den Bornaern bedeutsamer als den Leipzigern. Hellmut G. Neumann, Architekt und ebenso wie Thieme Alt- und Ehrenmeister der Freimaurerloge Apollo, traf zu dessen 150. Todestag an seinem Grab auf dem Leipziger Südfriedhof auf Gabriele Kämpfner, die dort einen Kranz niederlegte. „Ich bin Thiemes moralischer Nachfolger, aber in seiner Liga spiele ich nicht", sagte Neumann, der bedauert, dass dieses Ereignis von Seiten der Messestadt keine Beachtung fand. Ebenso wie Michél Kothe, Vorsitzender des Verbands Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813, begrüßte er das Zustandekommen der Ausstellung. „Wir haben vergeblich versucht, so etwas in Leipzig zu etablieren", sagte Kothe.

Zum Dank für sein Engagement beim Zustandekommen überreichte ihm Museumschefin Kämpfner einen edlen Tropfen sächsischen Weins. Den werde er zum nächsten Offizierstreffen öffnen, versprach Kothe lächelnd. „Ich bin sehr froh, dass Borna das Thema aufgegriffen hat. Hier ist der passende Ort." Nicht zuletzt wegen der unerwartet großen Resonanz schon zum Auftakt. „Das zeigt die Bedeutung Thiemes", freute sich Museumsmitarbeiter und Ortschronist Thomas Bergner.

Thomas Schätzel vom MdG-Verlag stellte die Neuerscheinung „Architekt Clemens Thieme" von Frank Heinrich vor, eine Kurzbiographie mit Reiseberichten, der Quintessenz seiner freimaurerischen Lebenserkenntnisse und von Thieme verfasste Märchen.

Bei einem Gläschen Gose, die als sächsisches „Nationalgetränk" auch im Grundstein des Völkerschlachtdenkmals liegt, wurde rege diskutiert über das größte Denkmal Europas als Ausflugsziel und Aussichtspunkt, als Kultobjekt, sinnvolle oder skurrile Devotionalie und seine Nutzung für politisch-ideologische Selbstdarstellungen.

Die Ausstellung ist bis zum 14. August von Dienstag bis Donnerstag zwischen 9 und 17 Uhr sowie am Sonnabend von 14 bis 17 Uhr im Museum Borna zu sehen und wandert anschließend nach Kohren-Sahlis.

Gislinde Redepenning

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