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Borna DRK ohne Rotes Kreuz unterwegs – Landkreis untersagt Werbung an Rettungsfahrzeugen
Region Borna DRK ohne Rotes Kreuz unterwegs – Landkreis untersagt Werbung an Rettungsfahrzeugen
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00:17 03.10.2016
Notruf 112 ja, Deutsches Rotes Kreuz nein: Eigenwerbung an Rettungsfahrzeugen ist untersagt. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Landkreis Leipzig

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Muldental ist im Rettungszweckverband des Landkreises nicht nur vertraglich gebunden, sondern auch bekanntester Leistungserbringer für den Einsatz im Rettungsdienst. Ganz gleich, ob deren Sanitäter und Rettungsassistenten nach abgesetztem Notruf ins Haus kommen oder zum Unfall ausrücken, sie sind mit ihrem Markenzeichen, dem roten Kreuz, sowie mit dem dazu gehörenden Schriftzug sofort als DRK erkennbar.

Doch das Bild wird sich nach und nach wandeln. Denn mit der systematischen Einführung moderner Einsatzfahrzeuge ab 2016 dürfen diese rollenden Krankenhäuser bis auf „Notruf 112“ nicht mehr mit Eigenwerbung versehen sein. Das bestätigt Carola Schneider vom Rettungszweckverband auf Anfrage und begründet die Neuerung mit dem Eigentumsstatus. Denn die Fahrzeuge samt medizinischer Ausrüstung und Ausstattung gehören nicht dem Leistungserbringer, also im konkreten Fall dem DRK, sondern sind Eigentum des Landkreises. Und für die Nutzung bestehen Verträge mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Doch das schlagende Argument dagegen ist die Tatsache, dass es bei erforderlicher Bereichsplananpassung im Ergebnis der jährlich durchzuführenden Standortüberprüfungen möglicherweise zu kurzfristiger Fahrzeugverschiebungen kommen könne, so dass die Fahrzeuge ein anderer Leistungserbringer bekommt, erklärt Schneider. Im Klartext, die vertragliche Nutzung ist nicht fahrzeuggebunden, so dass das eine oder andere Rettungsfahrzeug heute hier und morgen da im Einsatz ist und damit von verschiedenen Leistungserbringern genutzt werden könnte. Deshalb, so fügt Schneider erklärend an, wird mit Buchstaben auf den Türen des Fahrerhauses beidseitig auf den rettungsdienstlichen Hoheitsbereich „Landkreis Leipzig“ verwiesen, der durch Wappenaufdruck und darüber liegendem Schriftzug „Rettungsdienst“ gekennzeichnet sei.

Für Jens Stiller vom DRK-Vorstand dennoch nicht nachvollziehbar. „Das rote Kreuz als Symbol ist immerhin ein internationales Schutzzeichen und ein anerkanntes Symbol für Hilfeleistung. Und das kann man doch mit Stolz auf den Fahrzeugen deutlich machen, auch wenn die Fahrzeuge dem Landkreis gehören“, sagt Stiller. „Der Rettungszweckverband ist auf seine Leistungserbringer stolz, die in mehr als 90 Prozent der Fälle pünktlich, zuverlässig und im höchsten Maße fachkompetent, Notfallrettung und Krankentransport im Landkreis Leipzig und in der Region Döbeln erbringen“, erwidert dazu die Chefin des Rettungszweckverbandes unmissverständlich.

Von Frank Schmidt

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