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Das Groitzscher Wetter 2009

Das Groitzscher Wetter 2009

 

Groitzsch. Laut Deutschem Wetterdienst war 2009 erneut ein zu warmes Jahr. Im Bundesschnitt lag die Mitteltemperatur genau ein Grad Celsius über dem normalen Wert.

Eine ähnliche Bilanz zieht auch die Groitzscher Hobbywetterstation von Olaf Becher (38) am Brühl. Deren Sensoren registrierten einen Jahresdurchschnitt von 10,1°C, was einem Plus von genau 1,1 Grad entspricht.   Dabei begann das Jahr in Groitzsch überaus eisig. Bei Dauerfrost sackte am 6. und 7. Januar die Quecksilbersäule in den Nächten auf minus 20°C ab. Dazu lag eine bis zu 16 cm dicke Schneedecke über der Elsterregion, die sich ganze 17 Tage halten konnte und so für besten Winterspaß sorgte. Erst zur Mitte des Monats pegelten sich der Tagesdurchschnitt wieder um den Gefrierpunkt ein. Auch der Februar hatte noch 21 Frosttage (Tiefsttemperatur unter 0°C) und gelegentliche Schneeschauer im Gepäck. Während der März sich als typischer Übergangsmonat präsentierte, brachte der sonst eher launische April allerbestes Frühlingswetter. Bei Tageshöchstwerten oft zwischen 20 und 25  Grad, viel Sonnenschein und nur wenig Regen, lag am Ende die Mitteltemperatur ganze 5°C über den üblichen Werten. Deutschlandweit ging der Monat sogar als der wärmste April seit Aufzeichnungsbeginn 1890 in die Wettergeschichte ein. Dagegen zeigten sich Mai, Juni und Juli eher von ihrer Schattenseite. Wechselhaft, feucht und nur wenige sommerliche Tage prägten das Bild. Besser machte es erst der August. Nun konnte sich endlich ein stabiles Hochdruckwetter aufbauen, was vor allem die Urlauber freute. Bei strahlendem Sonnenschein brachte es der Monat auf neun so genannte „Heiße Tage“ in Groitzsch, an denen die Höchsttemperatur über 30 Grad Celsius kletterte. Mit 35,4°C registrierte die Station dann auch am 20. den wärmsten Tag des Jahres. Einen schönen Altweibersommer in der Elsterregion bescherte zudem der September, ehe der Oktober die ganze herbstliche Palette demonstrierte. Mit häufigem Wind und Regen sorgten im letzten Drittel schon die ersten Frostnächte für einen zu kühlen Monat. Anders dagegen der November. Zwar war auch er oft ungemütlich, doch für die Jahreszeit bei Maximumwerten um die 14 °C fast vier Grad zu warm. Dieser Trend setzte sich zunächst im Dezember fort, ehe zur Mitte hin sibirische Kaltluft einströmte. Nun bewegten sich die Temperaturen selbst am Tag unter dem Gefrierpunkt. Bei Schnee und minus 15 Grad war es besonders am vierten Adventswochenende bitterkalt. Der Traum von weißer Weihnacht erfüllte sich allerdings nur teilweise, denn wie so oft bestimmte eher wechselhaftes Wetter die Festtage und den dann doch wieder weißen Jahresausklang. Mit 20 Niederschlagstagen (10 mit Schnee) und 88 Liter pro Quadratmeter mauserte sich der Dezember außerdem zum nassesten Monat des Jahres. Und auch die Gesamtniederschlagsbilanz 2009 kann sich sehen lassen. Hier registrierte die Groitzscher Station an 168 Tagen genau 653,8 l/m2, was 112 Prozent der sonst üblichen Menge entspricht. Seit Anfang 2006 betreibt der 38-jährige Wetterfrosch Olaf Becher seine private Wetterstation WS 3600 am Brühl. Im Fünf-Minuten-Takt funkt sie die aktuellen Wetterwerte zum Display in der Wohnung und legt sie im internen Speicher ab. Über eine Schnittstelle können die Daten mit dem Computer ausgelesen werden. Niederschlagsmenge, Luftdruck, Windrichtung und Windböen, Schneehöhe, Temperatur, Taupunkt – jede Einzelheit veröffentlicht Olaf Becher seit Dezember 2008 auf der Homepage www.groitzsch-wetter.de. Neben den aktuellen Tageswerten sind dort auch die Monats- und Jahresstatistiken erfasst.

Olaf Becher

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