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Borna Das erste Bornaer Lutherfest
Region Borna Das erste Bornaer Lutherfest
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17:45 19.05.2015

Es war ein großes Ereignis. Fokib-Kopf Lothar Reichenbach sieht das Lutherfest 2013 deshalb mit einer gewissen Wehmut.

Karl Gutzkow ist der Autor des Trauerspiels "Uriel Acosta". Das wurde im 19. Jahrhundert viel gespielt, während es heutzutage kaum noch jemand kennen dürfte. Bis auf einen Satz: "Und alles ist schon einmal da gewesen", lautet der, und das trifft auch auf die ebenso beachtlichen wie großen Anstrengungen von Stadt und evangelischer Kichgemeinde zu, den Reformator und Borna in diesem Jahr mit einem dreitätigen Spektakel zu einem Begriff werden zu lassen. Am 28. Juni 2003 stand Luther in Borna bereits schon einmal im Mittelpunkt einer großen Veranstaltung.

Das geschah seinerzeit in Regie des Fokib, eines Zusammenschlusses von kirchlichen wie nichtkirchlichen Bornaern im Jahr 1999, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, jedes Jahr etwas Neues auf die Beine zu stellen. Es begann mit dem Margarethenfest vor 14 Jahren, während das Millenium im Jahr 2000 mit einer riesigen Kostümparade gefeiert wurde. "Damals haben 200 Leute Kostüme aus 2000 Jahren getragen", erinnert sich Reichenbach, der Spiritus rector. Mit dieser Aktion kam der Fokib sogar ins Guinessbuch der Rekorde.

Die alljährlichen Veranstaltungen, zu denen auch die Nachbildung einer großen 750 auf dem Markt anlässlich der 750-Jahr-Feier gehörte, waren ein Begriff. Ein besonderer Höhepunkt war das Lutherfest, wie sich Reichenbach erinnert. Es gab auch damals schon ein Theaterstück, in dem Karsten Pietsch, im Großraum Leipzig als Darsteller historischer Persönlichkeiten bekannt, als Martin Luther auf der Bühne den Pfarrer Grigorius Mohr verheiratete. Gymnasiasten gehörten zu den Beteiligten. Wettbewerbe fanden statt, und Leute wurden befragt, was sie den ändern würden, wenn sie das dürften und könnten. Das Ergebnis dieser Erhebung wurde dann, sagt Reichenbach, selbst an den damaligen sächsischen Minsterprässidenten Georg Milbradt (CDU) geschickt. "Es ging uns um Luther als symbolischen Schatz", sagt der einstige Fokib-Chef mit Blick auf das Lutherfest 2003, bei dem auch biblische Spezialitäten als Speise und Trank gereicht wurden.

Im Jahr 2007, nach weiteren beachtlichen und für die Stadt Borna wichtigen Veranstaltungen, etwa eine Ausstellung über Werte 2004 oder ein Barockfest zwei Jahre später kam das Ende des Fokib, der immerhin 37 Mitglieder zählte. Das war traurig, "aber alles hat seine Zeit", sagt Reichebach. Immerhin steckte seinerzeit viel ehrenamtliche Arbeit dahinter, auch wenn es etwas Unterstützung von der Stadt gab. Üblicherweise habe der Fokib in Vorbereitung seiner großen Veranstalungen aber bestenfalls eine Ausfallbürgschaft von der Kirchgemeinde benötigt. Immerhin: Das ganz große Geld, wie es durch die Ausrufung der Lutherdekade jetzt fließt, habe es seinerzeit nicht gegeben.

Reichenbach wird das Lutherfest beobachten. Und es gibt dennoch so etwas wie Kontinuität. Gattin Margit wirkt 2013 mit - im Lutherstück im den frischen Bornaer Wind, für das bereits die Vorbereitungen laufen und das im Sommer aufgeführt werden soll.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.03.2013

Nikos Natsidis

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