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Das kleine Fußballwunder von Espenhain

Das kleine Fußballwunder von Espenhain

Kitzscher/Braußwig. Fußball auf höchstem Niveau: Wovon man heute in der Bornaer Region kaum zu träumen wagt, war in den 70er Jahren Realität: Die BSG Aktivist Espenhain schaffte in der Saison 1972/73 den Aufstieg in die Bezirksliga und zwei Spielzeiten später in die zweithöchste DDR-Spielklasse.

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Quartett aus erfolgreichen Fußballtagen: Masseur Bernd Ulbricht, Libero Eberhard Schmidt und die beiden Kapitäne Günter Wiegner und Walter König (v.re.).

Quelle: Roger Dietze

Am Wochenende kamen die Kämpen von damals zu ihrem zweiten Jubiläumstreffen zusammen.

 

 

Als Bernd Ulbricht behaarte Männerbeine durchknetete, war die Fußballwelt noch eine ganz andere, um nicht zu sagen: in Ordnung! Es flossen noch keine Millionen, und Fußballspiele wurden, wenn überhaupt, dann nur jenseits des Eisernen Vorhanges verschoben. Und es konnten kleine Wunder geschehen. Wie in der Spielzeit 1974/75, als der BSG Aktivist Espenhain der Sprung von der Bezirksliga in die zweithöchste DDR-Spielklasse gelang. Sechs Spielzeiten behaupteten sich die Schützlinge von Trainer Johannes Oberscheven in dieser, kratzten mit einem vierten Platz am Saisonende sogar am DDR-Oberhaus.

 

 

"Mehr als die Liga war aber nicht drin, weil uns dazu einfach das Spielermaterial fehlte", erinnert sich der einstige Masseur Bernd Ulbricht, der gemeinsam mit dem ehemaligen Libero Eberhard Schmidt vor 20 Jahren ein Jubiläumstreffen mit den Helden des Bezirksliga-Aufstiegs in Braußwig organisiert hatte. "Damals waren wir noch zu einem Freundschaftsspiel gegen Kitzschers Alte Herren in der Lage, was jetzt nicht mehr möglich ist", so der 59-jährige Pötzschauer, der am Sonnabend ein zweites Zusammentreffen auf die Beine gestellt hatte, dem immerhin 14 der 1973er Aufstiegsmannschaft beiwohnten.

 

 

"Wir haben nach diesem Aufstieg personelle Verstärkungen aus Leipzig bekommen, ohne die der Sprung in die Liga nicht möglich gewesen wäre", blickt Schmidt zurück. Unter anderem habe sich den Espenhainern damals mit Jürgen Naumann ein talentierter Junioren-Auswahlspieler angeschlossen, der es später sogar zu einem Einsatz in der DDR-Nationalauswahl gebracht habe. Ein mindestens ebenso großes Verdienst am Erfolg hatte aber Trainerlegende Oberscheven, der die BSG zwei Jahrzehnte trainierte und dessen Namen das heutige Vereinsdomizil des FSV Kitzscher trägt. "Ohne ihn wären die Aufstiege nicht möglich gewesen", so Bernd Ulbricht, der gemeinsam mit einigen Spielern vor dem Ehemaligentreffen dem Grab des Ex-Coaches einen Besuch abstattete.

 

 

Wer alles da war: Conrad Michalk, Günter Wiegner, Horst Krahl (alle Mölbis), Wolfgang Ahnelt (Schwarzwald), Rainer Noserke (Oberhof), Hartmut Kieselbach (Bad Lausick), Hans-Jürgen Beier (Geithain), Rainer Weißengerber, Eberhard Schmidt (beide Dittmannsdorf), Lothar Schulz, Walter König, Eberhard Altmann, Rainer John (alle Kitzscher). Ebenfalls gekommen waren der ehemalige Mannschaftsarzt Dr. Erhard Eßbach und Masseur Bernd Ulbricht (Pötzschau).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.06.2013

Roger Dietze

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