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Das letzte Groitzscher Burgfest

Das letzte Groitzscher Burgfest

Groitzsch. Wenn das der alte Wiprecht miterleben könnte: Am 13. September feiert der Carnevalsverein "Schnaudertaler Burgnarren" sein 15. und letztes Burgfest auf der Wiprechtsburg und hat damit eine große Aktie am Gelingen der Festwoche "800 Jahre Stadtrecht Groitzsch".

Freunde des Mittelalters, der derben Sprüche und Gesänge, werden hier voll auf ihre Kosten kommen, rührt Vereinssprecherin Doris Hetzer die Werbetrommel. "Lassen Sie mit uns noch einmal den alten Wiprecht auferstehen und im mittelalterlichen Flair schöne Stunden verbringen."

Das Burgfest verspricht neben kulinarischen Gaumenfreuden auch ein buntes Programm der CSB-Gruppen im Festzelt, Ritterlager und Ritterkämpfe, Auftritte der Mittelaltergruppe "Freyherr Gerhard der Baer von Aschersleve und Gefolge", das sich dem 14. Jahrhundert verschrieben hat, sowie mittelalterliche Klänge mit der Gruppe "Ohrenpeyn". Die vier Leipziger Musiker spielen auf traditionellen Instrumenten wie Dudelsäcken, Schalmeien, Nyckelharpa, Drehleier oder Flöten. Ein gigantisches Feuerwerk und Tanzmusik mit der Gruppe "Spontan" runden das Spektakel ab.

Das 15. Groitzscher Burgfest soll nun auch das letzte sein, kündigt Doris Hetzer an und führt vor allem wirtschaftliche Gründe ins Feld. "Bei allem Spaß und Erfolg stieg der bürokratische Aufwand für uns ins Unermessliche. Wir mussten Sicherheitsstandards und Auflagen einhalten und finanzieren, von denen wir bis dahin nie etwas gehört hatten. Und obwohl wir durch die Stadt Groitzsch in all den Jahren tatkräftig unterstützt wurden, stiegen die Kosten immer weiter." Gagen von Künstlern und Gruppen verdreifachten sich teilweise, so dass die Groitzscher auf Wunschdarsteller verzichten mussten. "Da wir als kleiner Carnevalsverein nicht über gigantische Einnahmen verfügen und einige Burgfestbesucher trotz dreitägigem Dauerprogramm nicht einsehen wollten, Eintrittsgelder zu bezahlen, mussten wir leider nach reichlicher Überlegung den Schlusspunkt setzen."

Mit ihrer Idee, ein Mittelalterfest zu organisieren und durchzuführen, begründeten die Schnaudertaler eines der ersten und größten Mittelalterspektakel in der Region. Von der Premiere 1999 bis zum 11. Burgfest 2009 stand an jedem ersten Juliwochenende der Burgberg zu Groitzsch im Zeichen früherer Jahrhunderte. Mit viel Engagement versetzten die Mitglieder und Freunde des CSB sowie fleißige Helfer das Areal in mittelalterliches Flair. "Dass der Beliebtheitsgrad unseres Burgfestes wuchs, zeigte sich auch darin, dass immer mehr Besucher in historischen Gewändern erschienen und die Stadt Groitzsch über die Ländergrenzen bekannt machten."

Nach elf erfolgreichen Jahren sattelten die Schnaudertaler auf Anregung vieler Gäste um: "Es ist an der Zeit, mit der Zeit zu gehen". Daraufhin gab es von 2010 bis 2012 moderne Burgpartys mit Livemusik und Disko, Programm und Feuerwerk. Trotz mancher Regeneinheiten feierten die Groitzscher gern bis in die frühen Morgenstunden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.04.2014
Haase, Kathrin

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