Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Das schwierige Feld der Rekultivierung

Das schwierige Feld der Rekultivierung

Eine scheinbare Mondlandschaft brachte die Besucher am Dienstag zum Staunen. 36 Berufsschüler aus Böhlen standen am Rande des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain und schauten 100 Meter tief in die Kohlegrube.

Neukieritzsch/Böhlen. Hier erhält die Welt eine neue Perspektive. Wie ein außerirdischer Krater erstreckt sich das etwa 200 Hektar große Gelände. Für ein paar Minuten herrschte Stille. Dann wurden die Handys gezückt. Blitzschnell machten die Elftklässler Selfies und drehten Videos mit den Handykameras. Die Schüler des Biotechnologischen Gymnasiums am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land freuten sich, Gast der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) zu sein. Der Besuch fand in Rahmen der LVZ-Aktion "Schüler lesen Zeitung" statt, an der sich Klassen der Berufsschule beteiligen. Die Mibrag unterstützt die Aktion und lädt zudem an zwei Terminen Schüler zur Besichtigung des Tagebaus ein.

In Begleitung ihres Lehrers Michael Kluge stiegen die Schüler in einen Transportwagen, um in den Tagebau zu gelangen. Sandra Tieg von der Gala-Mibrag Service GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Mibrag, die unter andrem für die Rekultivierung verantwortlich ist, erklärte den 17- bis 19-Jährigen vor einem 30 Meter hohen und 1720 Tonnen schweren Bagger, wie die Kohle gewonnen wird. "Ziel der Mibrag ist es nicht nur, die Braunkohle zu fördern, sondern auch die zukünftigen Perspektiven des Geländes zu entwickeln", sagte sie. Als Zwischentechnologie zur Energiegewinnung sei die Braunkohle noch vonnöten. Die Mibrag habe auch schon eigene Windräder, sagte sie mit Blick auf erneuerbare Energien, und investiere viel in die Rekultivierung des Areals.

Die Diplom-Forstwirtschaftlerin erklärte, wie ein ausgekohlter Tagebau wieder der Natur zugeführt wird. Am Anfang sei es besonders schwierig, den kargen Boden des Tagebaugeländes wieder fruchtbar zu machen. Durch den Abbau versauere der Boden, was den neuen Bewuchs hemme. Zunächst müssten die Flächen immer wieder gedüngt werden, damit auf ihnen Gras wächst. "Nach dem Abbau wird das Gelände sieben Jahre lang bewirtschaftet", informierte sie auf dem Weg zur Kippe im Bus. "Verschiedene Feldfrüchte werden jedes Jahr gepflanzt, gedüngt und gepflegt. Im Herbst werden sie dann auf dem Feld gelassen, damit im Laufe der Jahre eine Humusschicht aufgebaut werden kann." Da der Gewinn von Braunkohle unvermeidlich mit einem Eingriff in die Natur und die Landschaft verbunden sei, müsse die Mibrag für die Rekultivierung die Kosten tragen, sagte Tieg.

Der Eingriff in die Landschaft und die folgende Rekultivierung blieb nicht ohne kritische Fragen der Schüler. "Im Grunde genommen lehne ich die Braunkohleindustrie ab, weil sie eben immer noch umweltschädlich ist und eine Umsiedlung von Dorfbewohnern erzwingt", sagte Clemens Preising. "Ich kann mir schon vorstellen, wie schwierig das ist, die eigene Heimat aufzugeben, um Platz für den Tagebau zu machen", meinte er. Dennoch könne wohl nicht von heute auf morgen auf die Braunkohle verzichtet werden. Den 19-Jährigen überraschte es, dass bei der Rekultivierung viele Firmen viele Jahre Hand in Hand arbeiten. Er finde es gut, einen Einblick gewonnen zu haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.10.2014

Krysta Brown

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
Borna in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 62,44km²

Einwohner: 20.382 Einwohner (Dezember 2016)

Bevölkerungsdichte: 326 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04552

Ortsvorwahlen: 03433

Stadtverwaltung: Markt 1, 04552 Borna

Ein Spaziergang durch die Region Borna
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

19.11.2017 - 09:32 Uhr

1:3-Heimniederlage im Kellerduell gegen den Döbelner SC

mehr
  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr