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Borna Das schwierige Feld der Rekultivierung
Region Borna Das schwierige Feld der Rekultivierung
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11:07 19.02.2018
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Neukieritzsch/Böhlen

Hier erhält die Welt eine neue Perspektive. Wie ein außerirdischer Krater erstreckt sich das etwa 200 Hektar große Gelände. Für ein paar Minuten herrschte Stille. Dann wurden die Handys gezückt. Blitzschnell machten die Elftklässler Selfies und drehten Videos mit den Handykameras. Die Schüler des Biotechnologischen Gymnasiums am Beruflichen Schulzentrum Leipziger Land freuten sich, Gast der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) zu sein. Der Besuch fand in Rahmen der LVZ-Aktion "Schüler lesen Zeitung" statt, an der sich Klassen der Berufsschule beteiligen. Die Mibrag unterstützt die Aktion und lädt zudem an zwei Terminen Schüler zur Besichtigung des Tagebaus ein.

In Begleitung ihres Lehrers Michael Kluge stiegen die Schüler in einen Transportwagen, um in den Tagebau zu gelangen. Sandra Tieg von der Gala-Mibrag Service GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Mibrag, die unter andrem für die Rekultivierung verantwortlich ist, erklärte den 17- bis 19-Jährigen vor einem 30 Meter hohen und 1720 Tonnen schweren Bagger, wie die Kohle gewonnen wird. "Ziel der Mibrag ist es nicht nur, die Braunkohle zu fördern, sondern auch die zukünftigen Perspektiven des Geländes zu entwickeln", sagte sie. Als Zwischentechnologie zur Energiegewinnung sei die Braunkohle noch vonnöten. Die Mibrag habe auch schon eigene Windräder, sagte sie mit Blick auf erneuerbare Energien, und investiere viel in die Rekultivierung des Areals.

Die Diplom-Forstwirtschaftlerin erklärte, wie ein ausgekohlter Tagebau wieder der Natur zugeführt wird. Am Anfang sei es besonders schwierig, den kargen Boden des Tagebaugeländes wieder fruchtbar zu machen. Durch den Abbau versauere der Boden, was den neuen Bewuchs hemme. Zunächst müssten die Flächen immer wieder gedüngt werden, damit auf ihnen Gras wächst. "Nach dem Abbau wird das Gelände sieben Jahre lang bewirtschaftet", informierte sie auf dem Weg zur Kippe im Bus. "Verschiedene Feldfrüchte werden jedes Jahr gepflanzt, gedüngt und gepflegt. Im Herbst werden sie dann auf dem Feld gelassen, damit im Laufe der Jahre eine Humusschicht aufgebaut werden kann." Da der Gewinn von Braunkohle unvermeidlich mit einem Eingriff in die Natur und die Landschaft verbunden sei, müsse die Mibrag für die Rekultivierung die Kosten tragen, sagte Tieg.

Der Eingriff in die Landschaft und die folgende Rekultivierung blieb nicht ohne kritische Fragen der Schüler. "Im Grunde genommen lehne ich die Braunkohleindustrie ab, weil sie eben immer noch umweltschädlich ist und eine Umsiedlung von Dorfbewohnern erzwingt", sagte Clemens Preising. "Ich kann mir schon vorstellen, wie schwierig das ist, die eigene Heimat aufzugeben, um Platz für den Tagebau zu machen", meinte er. Dennoch könne wohl nicht von heute auf morgen auf die Braunkohle verzichtet werden. Den 19-Jährigen überraschte es, dass bei der Rekultivierung viele Firmen viele Jahre Hand in Hand arbeiten. Er finde es gut, einen Einblick gewonnen zu haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.10.2014

Krysta Brown

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