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Borna David Zühlke bleibt Chef des Kreisfeuerwehrverbandes
Region Borna David Zühlke bleibt Chef des Kreisfeuerwehrverbandes
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00:19 23.06.2017
Gruppenfoto nach der Wahl in Brandis: Kreisbrandmeister Nils Adam, Landrat Henry Graichen, Ingolf Szech, Mike Köhler, Heike Klenner, David Zühlke, Carsten Menzel, Dietrich Baldeweg sowie Karsten Saack vom Landesfeuerwehrverband (v.l.n.r.). Quelle: Tino Reim
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Landkreis Leipzig/Brandis

Das Votum fiel mehr als deutlich aus: Auf ihrer Sitzung in Brandis bestätigten die Mitglieder des Kreisfeuerwehrverbandes den bisherigen Vorsitzenden David Zühlke für weitere sechs Jahre an der Spitze der Interessenvertretung. Auf den Brandinspektor entfielen 45 Ja-Stimmen bei nur einer Enthaltung. Die Delegierten der 32 Stadt- und Gemeindewehren hatten sich am vergangenen Samstag in der Oberschule Brandis eingefunden, um Bilanz zu ziehen und den Vorstand neu zu besetzen.

Zühlke setzte sich in seiner Rede mit dem Thema Mitgliederschwund auseinander. Der Verlust von Arbeitsplätzen und der dadurch bedingte Wegzug von Einwohnern würden den Brandschützern den Boden entziehen. „Nicht nur die Feuerwehren allein sind gefragt, hier gegenzusteuern.“ Auch die Politik müsse helfen, um das System der Freiwilligen Feuerwehren stabil zu halten. Die ohnehin schon knappe Personaldecke werde noch dadurch verschärft, dass die Wehren immer mehr Aufgaben übernehmen – weit über ihr eigentliches Aufgabengebiet hinaus. Dies reiche von Aufgaben als Deichläufer bis zur Brandschutzerziehung oder auch der Tätigkeit als Hilfspolizist, um Veranstaltungen abzusichern. „Wenn dabei die Ausbildung vernachlässigt wird, ist das die Kehrseite der Medaille.“

Neben der Nachwuchsgewinnung, die in 93 Jugendwehren durch engagierte Kameraden abgesichert wird, möchte der Verband auch stärker auf Frauen zugehen. Im Landkreis sind derzeit 812 Frauen aktiv. Sie arbeiten als Maschinisten, Atemschutzgeräteträger, Gruppen- oder Zugführer. Um die Einsatzbereitschaft an Wochentagen zu garantieren, werde man Frauen stärker umwerben müssen, gab Zühlke zu Protokoll.

Zur Aufgabenflut, der sich die Ehrenamtlichen gegenüber sehen, kommen zudem immer neue gesetzliche Vorgaben. „Vielleicht“, regte der Elstertrebnitzer an, „sollten die Großgemeinden darüber nachdenken, einen hauptamtlichen Gemeindewehrleiter einzustellen.“ Denn auf ehrenamtliche Führungskräfte würden auch durch die Novellierung des Sächsischen Brandschutzgesetzes neue Herausforderungen warten. „Aber wer übernimmt überhaupt noch zusätzliche Verantwortung? Und sind gewisse Führungspositionen überhaupt noch ehrenamtlich leistbar? Und was sagen Arbeitgeber und Familien?“ All diesen Fragen müsse man sich stellen.

An die Adresse der Politik richtete Zühlke den Appell, eine Überforderung der Kameraden zu vermeiden. Das Problem sei die Fülle von Regeln und Vorschriften, die sich überwiegend Juristen ausgedacht hätten. In der Praxis bedeutet das: Eine Führungskraft muss viele hundert Seiten nicht nur gelesen, sondern auch verstanden haben. „Hier brauchen wir eine Rückbesinnung auf das wirklich Wichtige“, mahnte der neu gewählte Vorsitzende.

Personelle Änderungen gab es bei den Stellvertretern. In geheimer Wahl erhielten Mike Köhler, stellvertretender Stadtwehrleiter in Groitzsch, und Dietrich Baldeweg, Stadtwehrleiter in Pegau, erneut das Vertrauen. Als neue Stellvertreter wurden Carsten Menzel, Referatsleiter Sport in Brandis, sowie Ingolf Szech, Jugendfeuerwehrwart in Borna, gewählt. Schatzmeisterin bleibt Heike Klenner von der Feuerwehr Neukieritzsch. Als Kassenprüfer wurden Lutz Fichtner, Stadtwehrleiter in Kohren-Sahlis, und Patrick Fahr von der Feuerwehr Groitzsch verpflichtet.

Die scheidenden Vorständler Hans-Jürgen Kretzschmar und Christian Pfaff wurden auf der Veranstaltung geehrt. Auszeichnungen gab es ebenfalls für Tommy Schmidt (Grimma), Christian Richter (Markkleeberg-Wachau), Kreisbrandmeister Nils Adam, David Freiberg (Markkleeberg-West), Erich Remme (Colditz) und Jens Beckmann (Borsdorf). Der Kreisfeuerwehrverband war vor sechs Jahren aus der Fusion der Verbände Muldental und Leipziger Land hervorgegangen. Rund 5000 Kameraden sind in den Wehren aktiv, dazu kommen knapp 1300 Mitglieder in Jugend- und 125 in Kinderfeuerwehren.

Von Simone Prenzel

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