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Debatte um Schlossgelände: Gefälschte und anonyme Briefe in Rötha

Stadtrat Debatte um Schlossgelände: Gefälschte und anonyme Briefe in Rötha

Die Debatte um die Bebauung des Schlossgeländes nimmt in Rötha harsche Züge an: Ein offenkundig gefälschter Brief ruft jetzt sogar die Polizei auf den Plan, ein Stadtratsbeschluss wurde von der Tagesordnung genommen.

Ein Modell des ehemaligen Röthaer Schlosses. Wie es einst aussah, daran soll sich die geplante Bebauung anlehnen.

Quelle: Günther Hunger

Rötha. Die Stadt Rötha macht sich seit einigen Monaten wieder einmal Gedanken über den Umgang mit dem Gelände, auf dem früher das Schloss stand. Und daran scheiden sich offenbar ganz erheblich die Geister. So sehr, dass jetzt sogar die Polizei ins Spiel kommt. Denn nach einem offenbar gefälschten Brief, ist eine Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt worden. Darüber hinaus kursiert ein anonymer öffentlicher Brief. Und in der eigentlichen Frage, ob ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll, ist der Stadtrat noch nicht voran gekommen.

Hintergrund sind die Bemühungen der Projektentwicklungsgesellschaft „Schlossareal Rötha“ um eine Bebauung an der Stelle des früheren Schlosses. Der Röthaer Architekt Uwe Herrmann und sein Partner Hans Arthur Wilker, denen das Grundstück gehört, verfolgen die Idee von einem Wohnhaus, das sich in Größe und Gestalt an das 1969 gesprengte Schloss anlehnt. Weil das deutlich höher wäre als die vorhandenen Gebäude, ist Baurecht nur über einen Bebauungsplan zu schaffen, der das gesamte Areal in den Blick nimmt. Um zu einem solchen Bebaungsplan zu kommen, müsste der Stadtrat zunächst mit einem so genannten Aufstellungsbeschluss das Planverfahren einleiten.

Das und nicht mehr sollte der Stadtrat vorige Woche beschließen. Wegen des erst kurz zuvor bekannt gewordenen offenkundig gefälschten Briefes nahm Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) die Entscheidung von der Tagesordnung. Ein Stadtrat, der sich mehrfach als Gegner des Projektes bekannt hatte, war in dem Brief heftig angegriffen worden. Unterschrieben war das Corpus Delicti maschinell mit den Namen zweier andrer Stadträte, die ihrerseits versichern, nicht die Absender zu sein.

Der andere Brief, der in Rötha und im Netz kursiert, trägt lediglich „Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rötha als Unterschrift“. Das Schloss-Wohnhaus wird als nicht schön, viel zu groß und unnötig bezeichnet.

Trotz der Absetzung des Beschlusses hatte der Stadtrat Gesine Sommer zu Gast. Die Leiterin des Kreisentwicklungsamtes sprach über die generelle Bedeutung der Bauleitplanung und beantwortete Fragen der Stadträte. Selbst die, die das Projekt an sich gut heißen oder den Plänen etwas abgewinnen können, wollen nämlich unbedingt vermeiden, dass der Stadt dadurch irgendwelche Kosten entstehen und sie wollen das geklärt haben, bevor der erste Schritt gegangen wird. Beim Bebauungsplan selbst soll das dadurch erreicht werden, dass die Projektentwicklungsgesellschaft den allein bezahlt, was Herrmann auch schon zugesagt hat.

Doch da ist auch noch die Zufahrt. Aktuell führt eine Straße aus Betonplatten in das Gelände am Johann-Sebastian-Bach-Platz. Zur Erschließung eines exklusiven Wohnhauses oder gar als Wiederauferstehung der Schlossallee, die von den Planern gedanklich verfolgt wird, taugt diese Piste nicht, da sind sich die Stadträte weitgehend einig. Also will der Stadtrat irgendwie regeln, dass der Investor für das Wohnhaus auch die Kosten für die Straße übernimmt.

Wie das gelingen kann, auch dazu hatte man sich von der Amtsleiterin des Landratsamtes Aufschluss erhofft. Im Gespräch ist im Moment der Abschluss eines städtebaulichen Vertrages mit dem Investor. Doch Uwe Herrmann ist an dieser Stelle reservierter. Auf LVZ-Anfrage deutet er an, die Gesellschaft wäre bereit, sich „an den Kosten einer Straßensanierung zu beteiligen“.

Die Ursache dafür, dass sich die Stadt mit der Entwicklung des Schlossareals und den aktuellen Plänen schwer tut, sieht Herrmann in der Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte. An der Stelle habe sich über Jahrhunderte die Röthaer Grundherrschaft befunden, danach der Sitz der LPG. „Das Gebiet“, meint Herrmann, „steht exemplarisch für zwei gesellschaftliche Epochen“. Jetzt suche der Stadtrat seine Position zur „notwendigen städtebaulichen Neuausrichtung“.

Von André Neumann

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