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Borna Defekter Brandmelder: Feuerwehr Borna bereits fünfmal gefordert
Region Borna Defekter Brandmelder: Feuerwehr Borna bereits fünfmal gefordert
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15:56 22.02.2018
Im strömenden Regen harrten am Mittwochmorgen Verwaltungsmitarbeiter unter dem Erker aus: Die Feuerwehr rollte vor, weil die Brandmeldeanlage des Rathauses erneut verrückt spielte. Quelle: Ekkehard Schulreich
Borna

Das Jahr 2018 ist keine 56 Stunden alt, da haben die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Borna schon ihren fünften Einsatz absolviert. Bemerkenswerter noch als dieses erstaunliche Pensum ist die Adresse, zu der in allen Fällen – zuletzt am Mittwoch, 7.40 Uhr – ausgerückt wird: Markt 1, Sitz der Stadtverwaltung. „Ein technischer Fehler ist eindeutig der Grund dafür, dass die Brandmeldeanlage immer wieder verrückt spielt“, sagt Wehrleiter Toni Winkler, der mit seinen Einsatzkräften, Drehleiter, Löschfahrzeug und weiteren Wagen wenige Minuten nach der Alarmierung vor dem Rathaus eintraf. „Wir kommen lieber einmal umsonst…“, demonstrierte er Gelassenheit.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung hatten da das Gebäude bereits geräumt, standen in der Dämmerung im Regen und warteten darauf, ins Trockene zurück zu dürfen. Die Wehr überprüfte jenen Melder im Haus, der dieses Mal ausgelöst hatte. Sie überzeugte sich vorschriftsmäßig, dass es nicht brannte, stellte das System zurück – und rollte Viertel neun zurück ins Depot. Die rasante Serie von Fehlalarmen im Rathaus hatte am Neujahrstag begonnen und hält seither die Ehrenamtlichen auf Trab. Dass die Meldeanlage im Rathaus irrtümlich Alarm auslöste, kam in den vergangenen Jahren immer wieder einmal vor. Das häufte sich zuletzt – was die Verwaltung veranlasste, einen Austausch der sensiblen Technik vorzubereiten.

„Die Anlage ist so alt, dass es längst keine Ersatzteile mehr gibt. Wir wollen sie noch im Januar tauschen. Das haben wir noch im vergangenen Jahr in die Wege geleitet“, sagt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Die Brandmelder stammten aus der Zeit der Rathaus-Sanierung nach der Wende. Sie wurde Mitte der Neunzigerjahre installiert. Fehlalarme seien seit Längerem schon ein Problem. Mitunter genügte es, wenn in der Ratskeller-Küche ein Schnitzel scharf angebraten worden sei, um Gefahr zu wittern und zu signalisieren. „Die Mitarbeiter müssen immer wieder raus aus dem Gebäude, auch wenn es nervt. Sicherheit geht vor“, so die Rathaus-Chefin. Fehlalarmierungen dieser Art gebe es ja auch in anderen Einrichtungen, die mit dieser Technik ausgestattet seien – allerdings selten so massiv wie derzeit im Rathaus.

Knapp 32.000 Euro soll der Einbau der neuen Meldeanlage kosten. Eine Anschaffung, die nicht in wenigen Tagen habe getätigt werden können, so Luedtke: „Es gab Begutachtungen, was getauscht werden muss. Auf dieser Grundlage erfolgte die Ausschreibung.“ Die Kosten für die im Grunde unnötigen Feuerwehr-Einsätze ließen sich pauschal nicht beziffern: „Was im Wesentlichen zu Buche schlägt, ist der Lohnausfall derer, die von der Arbeit weg müssen.“ Dass die Fehlalarme nicht schön seien, verstehe sich von selbst. Ab Ende des Monats sollten sie der Vergangenheit angehören.

es

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