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Borna Dem Original ein Stück näher
Region Borna Dem Original ein Stück näher
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17:01 07.03.2012
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. Silbern und majestätisch glänzt nun wieder die vordere Front des ehrwürdigen Instruments, das seit Ende September von der Kohren-Sahliser Orgelbaufirma Bochmann grundlegend restauriert wird. Zu Pfingsten soll es nach achtmonatigem Schweigen erstmals erklingen.

Es ist allerdings nicht ganz korrekt, von einer Rückkehr der metallenen Röhren zu sprechen, denn Gerd-Christian Bochmann (68) und sein Sohn Thomas (47) haben vollkommen neue Prospektpfeifen geschaffen. Damit wollen sie dem Instrument nach fast einem Jahrhundert seinen ursprünglichen Klang zurückgeben.

Die Originale der im Jahr 1841 gebauten Orgel bestanden aus einer Zinn-Blei-Legierung mit einem hohen, rund 80-prozentigen Zinnanteil. Im Ersten Weltkrieg wurden sie demontiert und eingeschmolzen. „Danach erhielt das Instrument Frontpfeifen aus Zink, doch beim Nachbau hielt man sich nicht genau an die Maße, was den Klang beeinflusste", erzählt Gerd-Christian Bochmann. „Wir haben die Prospektpfeifen nun wieder in den Originalmaßen und in der ursprünglichen Legierung hergestellt."

Das klingt einfacher, als es war, denn von der Orgel existieren keinerlei Konstruktionszeichnungen mehr. Doch Fachleute wie die Bochmanns lesen in den Instrumenten wie andere in einer Bedienungsanleitung. „Anhand der Pfeifenstöcke und der Rasterhalter konnten wir die Abmessungen rekonstruieren", sagt Thomas Bochmann.

Die genannten hölzernen Hinweisgeber sorgen für den festen Halt der Pfeifen. Diese stehen in eben jenen Pfeifenstöcken auf den Windladen. Drückt man nun am Manual eine Taste, wird der Druck über eine komplizierte mechanische Traktur zu einem Ventil unter der Pfeife weitergeleitet. Das Ventil öffnet sich, und der Wind aus der Lade bringt die Pfeife zum Klingen.

„Die Windladen sind das Herz der Orgel", erklärt Thomas Bochmann. „Wir haben sie abgedichtet und neu gepolstert, haben Risse und Durchstecher beseitigt. Das Herz der alten Dame schlägt jetzt also wieder wie bei einem jungen Mädchen", fügt er schmunzelnd hinzu. Die sechs restaurierten Windladen sind schon seit einiger Zeit wieder eingebaut, ebenso die in ihrer Konstruktion beeindruckenden Trakturen, die zum großen Teil schwergängig geworden waren und grundlegend überarbeitet wurden.

Die Regiser Stadtkirchen-Orgel hat 1140 Pfeifen. Sichtbar sind davon nur die 73 Prospektpfeifen, von denen übrigens 28 kleine im oberen Frontteil ausschließlich der Zierde dienen. Die über tausend unsichtbaren Klanggeber, ebenfalls alle gründlich überholt, bestehen teils aus einer Zinn-Blei-Legierung mit höherem Bleianteil entsprechend der Klangfarben, teils aus Zink, teils aus Holz. Sie alle warten derzeit auf ihre Rückkehr ins Instrument.

Ein wenig müssen sie sich dabei gedulden. „Der technische Einbau ist bis auf ein paar Restarbeiten abgeschlossen. Jetzt folgt eine kleine Pause. Die hölzernen Trakturen müssen sich zunächst wieder an das Raumklima gewöhnen", blickt Gerd-Christian Bochmann voraus. „Mitte April beginnen wir mit der Intonation, mit dem Stimmen des Pfeifenwerkes. Dafür brauchen wir auch etwas mehr Wärme, so um die zehn bis zwölf Plusgrade."

Pfeifenreihe für Pfeifenreihe, Register für Register wird dann eingebaut und der Klang harmonisch aufeinander abgestimmt. Ende Mai ist Pfingsten. „Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, werden wir den Termin halten", verspricht der Altmeister.

Helmut Karich

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