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"Den Leuten das Handwerk legen"

"Den Leuten das Handwerk legen"

Bei der Aufklärung der Anschlagserie auf ein Haus in der Bornaer Straße/Ecke Deutzener Straße in Regis-Breitingen hat die Polizei offenbar nach mehreren Monaten immer noch keine greifbaren Ergebnisse.

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Täter noch nicht bekannt: Feuerwehrleute von Regis-Breitingen löschen in der Bornaer Straße ein Auto.

Quelle: Feuerwehr RegisBreitingen

Regis-Breitingen. Nach mehreren Vorfällen im März war im August mutmaßlich zweimal Feuer gelegt worden. Seitdem blieb es knapp zwei Wochen ruhig.

 

 

Im März begann es mit einem aufgesprühten Spruch auf der Fassade, dann wurde ein Auto besprüht, später angezündet, zuletzt flog ein Brandsatz gegen die Hauswand. Im August brannte es kurz hintereinander zweimal, erst eine überdachte Sitzgruppe im Hinterhof, dann in der Nacht zum 10. August erneut ein Auto.

Rund um das betroffene Haus rechnen etliche damit, dass jederzeit wieder die Feuerwehr anrückt. Um die Hintergründe wird gerätselt: Geht es um Auseinandersetzungen im kriminellen Milieu oder um eine ausgespannte Freundin? "Es sieht so aus, als ob eine bestimmte Person gemeint ist", vermutet Andreas Rother. Er betreibt gleich gegenüber die Gärtnerei Nötzold und Rother, wohnt mit seiner Familie auch auf dem Grundstück und erlebt die Feuerwehreinsätze daher immer unmittelbar mit: "Ich wäre gern woanders", auch wenn er die Situation noch nicht als bedrohlich für seine Familie und den Betrieb einschätzt: "Aber es ist natürlich nicht schön, wenn nachts immer Krach ist und man nicht schlafen kann."

Die Polizei tappt entweder im Dunkeln oder hüllt sich weitgehend in Schweigen. Auf Anfrage wird mitgeteilt, dass die Ursache der beiden jüngsten Brände noch ermittelt werde. Es lägen noch nicht einmal konkrete Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Ereignissen im März vor. Einerseits sagt Pressesprecher Uwe Voigt von der Polizeidirektion Leipzig, "werden wir der Öffentlichkeit gegenwärtig nicht preisgeben, welche Erkenntnisse uns schon zu eventuellen tatverdächtigen Personen vorliegen". Auf die konkrete Frage, ob die Polizei überhaupt schon eine Tätergruppe im Verdacht habe, heißt es dann: "Nein".

Angesichts der dünnen Ermittlungslage und des mutmaßlichen Wiederaufflammens der Anschläge ist auch der Bürgermeister besorgt: "Wir hatten gehofft, es ist vorbei", sagt Wolfram Lenk (Linke), bei dem die Bürgerpolizistin zwar mit im Rathaus sitzt, der Informationen aber auch nur von der städtischen Feuerwehr und aus der LVZ bekommt. "Eine Information von der Polizei wäre schön", sagt Lenk, der gleichzeitig fordert, dass die Polizei jeder möglichen Spur nachgehen soll.

Vor dem mutmaßlichen Brandanschlag auf das Auto soll ein Bürger bei der Polizei angerufen haben, der beobachtet hatte, wie ein Bewohner des Hauses nachts mit gezogenem Messer einer Gruppe Leuten hinterherlief, etwas schrie und dabei auch den Namen einer Stadt aus dem Leipziger Land rief. Die Polizei soll darauf nicht reagiert haben. Laut Pressesprecher Voigt sei beim Polizeirevier Borna dazu "nichts bekannt oder erfasst". Auch der Regiser Feuerwehrchef Karsten Jockisch erwarte in dem Zusammenhang von der Polizei, "dass jeder Spur nachgegangen wird". Bisher seien die Ereignisse aus Sicht der Feuerwehr noch beherrschbar gewesen. "Ich fürchte den Tag, an dem Gebäude oder gar Personen zu Schaden kommen", sagt der Wehrleiter, denn dann würde es auch für Unbeteiligte gefährlich.

Einig ist sich Jockisch mit dem Bürgermeister in der Einschätzung, dass die Angelegenheit "ein ganz schlechtes Bild auf Regis-Breitingen wirft". Deswegen appelliert Wolfram Lenk in Richtung Polizei: "Man sollte den Leuten so schnell wie möglich das Handwerk legen!" Die strebt laut Sprecher Voigt "eine schnelle, beweissichere Überführung des oder der Täter an". Die Streifentätigkeit in Regis-Breitingen sei erhöht worden, andere "präventive, polizeirechtliche Maßnahmen" würden geprüft.

Das konnte nicht verhindern, dass in der Nacht zu gestern die Fassade eines Mehrfamilienhauses am Stadion mit einem Spruch besprüht wurde, der sich direkt an die Familie in der Bornaer Straße richtet. In dem Wohngebiet wohnt eine Angehörige.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.08.2013

Neumann, André

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