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Borna Den Zipperlein keine Chance: Knapp 200 Aktive walken durch den Lausicker Frühling
Region Borna Den Zipperlein keine Chance: Knapp 200 Aktive walken durch den Lausicker Frühling
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10:40 11.04.2016
Der Anstecker für die Teilnehmer am 4. LVZ-Nordic-Walking-Tag.  Quelle: Thomas Kube
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Bad Lausick

 Strahlend blauer Himmel und eine frühlingshaft erwachende Landschaft: Beste Voraussetzungen waren das am Sonnabendvormittag für den LVZ-Nordic-Walking-Tag, den die Leipziger Volkszeitung mit den Partnern Fremdenverkehrsverband Kohrener Land, dem Kur- und Freizeitbad „Riff“ und der Krankenkasse Barmer GEK ausrichtete. Die vierte Auflage, an der 193 Läuferinnen und Läufer teilnahmen, fand nach den bisherigen Veranstaltungen in und um Gnandstein und Frohburg erstmals in Bad Lausick statt. Für das kommende Jahr wird die Umgebung der Seen im Bornaer Umland ins Auge gefasst.

„Die Zipperlein nehmen zu. Dagegen muss man etwas tun“, sagte Erwin Mosejtschuk. Der Burkartshainer und seine Frau Monika gehörten zu jenen, die sich gemeinsam auf den Weg machten. Distanzen über fünf, zehn und 15 Kilometer standen zur Auswahl. Mosejtschuks wollten es geruhsam angehen, entschieden sich für die kleine Runde unter dem Einsatz von Walking-Stöcken: „Es läuft sich ganz anders damit. Da ist der ganze Körper in Bewegung.“

Unmittelbar nach dem Start am Kur- und Freizeitbad „Riff“ geht es durch das Bad Lausicker Kurviertel, vorbei am Schwanenteich. Quelle: Thomas Kube

Und genau darauf komme es beim Walken an, bestätigte Daniel Goldmann von der Bad Lausicker Physiotherapie Loth: „Durch die Stöcke beansprucht man den Oberkörper. Da ist es doppelt so anstrengend, doppelt so effektiv.“ Entscheidend seien aber die passende Länge und die Flexibilität. Goldmann, der mit LVZ-Regionalverlagsleiterin Erika Schirmer die 15-Kilometer-Gruppe führte, leitete wie in den Vorjahren die kollektive Erwärmung vor dem Start. „Macht mal ein bissel schneller: hopp, hopp, hopp“, spornte er die Teilnehmer, die Stöcke in Vorhalte, auf der Wiese gegenüber des „Riff“-Eingangs an: „Und immer dran denken: lächeln!“

Freude an der Bewegung

Dieses Hinweises hätte es kaum bedurft. Dass Laufen wohltut, zumal in Gemeinschaft, war an vielen Gesichtern abzulesen – auch als die Gruppen wieder am Freizeitbad eintrafen. Was nicht wirklich verwundert, haben die meisten doch Lauferfahrung. Wie Irmgard Bunke von der Frohburger Laufgruppe, einem Zusammenschluss von einem Dutzend älterer Frauen und Männer, die zweimal pro Woche auf Tour gehen. „Es gibt einen gewissen Gruppenzwang, und der ist auch wichtig“, bestätigten Edith und Günter Börngen, nicht nur bei den LVZ-Walking-Tagen gern dabei, sondern auch bei den Wanderungen dieser Zeitung. An ihrer Seite waren mit Isolde und Detlef Heider aus Altenburg ebenso treue Teilnehmer. „Wir haben aus Thüringen das gute Wetter mitgebracht“, nahmen sie für sich augenzwinkernd in Anspruch.

Hauptsächlich wegen des Stempels für die Krankenkasse trete sie an, räumte Sophie Fritzsche aus Bad Lausick ein: „Aber auch, weil es Spaß macht.“ Die Familie habe sie zu dieser Premiere ermuntert. Sie borgte sich Stöcke aus, um die zehn Kilometer, geführt von Carmen Wächtler (Physiotherapie Creuzburg und Fuchs Bad Lausick) und Annett Koza („Riff“-Betriebsleiterin), unter die Sohlen zu nehmen.

Vorbeugend aktiv zu sein, das treffe genau die Intentionen, meinte Sirko Mielcarek, Regionalgeschäftsführer der Barmer GEK in Grimma: „Wir halten die Menschen an, sich präventiv zu betätigen, und zwar unter fachlicher Anleitung.“ Da passe dieser Walking-Tag hervorragend, und deshalb gebe die Krankenkasse von Beginn an Unterstützung dafür.

Bürgermeister gönnt sich die kurze Strecke

Während der Frohburger Thomas Meuche die 15 Kilometer anging („Die sportliche Betätigung ist mit wichtig, und das bei diesem schönen Wetter!“), entschieden sich der Bad Lausicker Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) und seine Frau Angelika für die kürzeste Distanz. Nicht nur weil er lieber jogge und erstmals Stöcke teste: „Ich habe heute noch andere Termine, etwa die Technikschau bei Friedrichs“, sagte er. Die Fünf-Kilometer-Runde, angeleitet von Regina Heinze, Geschäftsstellenleiterin des Fremdenverkehrsverbandes, und LVZ-Anzeigenberaterin Manuela Schilde, führte durch das Kurviertel über den Bahndamm-Wanderweg nach Etzoldshain und durch den Kurpark zurück. Wer die doppelte Distanz anging – und das waren die meisten –, passierte unterwegs auch Glasten. Die größte Runde bezog Buchheim, Ballendorf und bei der Heimkehr den Weg auf dem einstigen Querbahndamm ein.

„Sehr entspannt“, resümierte Stefanie Thomas, als sie wieder am „Riff“ eintraf. Kein Wunder, ist die junge Frau aus Großbardau doch bei größeren Laufveranstaltungen in Leipzig dabei, wo ein anderes Tempo gilt. Am Sonnabend war sie ihrer Mutter Petra zur Seite: „Dass sie sich angemeldet hat, finde ich gut. Da hab’ ich gesagt, ich unterstütze sie.“ In Familie unterwegs waren Silke und Torsten Martin mit Sohn Julius aus Belgershain. Vor zwei Jahren hatten sie mit fünf Kilometern begonnen, jetzt hatten sie sich für zehn entschieden; Julius hätte durchaus auch die 15er-Strecke bewältigt. „Wir sind gern an der frischen Luft. Eine schöne Veranstaltung“, so ihr Urteil.

Getränke-Zwischenstopp vermisst

Am Ziel gab es für die Teilnehmer einen kleinen Imbiss. Dass unterwegs – anders als bei den vorangegangenen Auflagen – keine Getränke angeboten wurden, bedauerte Annemarie Hübler aus Kohren-Sahlis. „Voriges Jahr gab es am Harthsee eine Getränkestelle. Das wäre schon wichtig.“ Ein Hinweis, den auch andere äußerten und der durchaus beherzigt werden soll, sagte Regina Heinze: „Wir bemühen uns, 2017 dafür wieder einen Sponsor zu finden.“

Für den Fremdenverkehrsverband – Partner des Walking-Tages wie aller LVZ-Wanderungen – sei die Veranstaltung eine sehr gute Möglichkeit, um für das Kohrener Land zu werben. Die neu aufgelegten Wanderkarten Leipziger Südraum und Kohrener Land/Colditzer Forst waren am Informationsstand ebenso gefragt wie Faltblätter touristischer Anbieter sowie Wanderheftchen wie das zum Entdeckerpfad im Burgdorf Gnandstein. Das Augenmerk auf ein entscheidendes Lauf-Werkzeug richtete Konrad Kolkwitz am Stand der Orthopädietechnik Haas aus Borna. Hier ließen Teilnehmer ihren Fußdruck messen, um Aufschluss über mögliche Fehlstellungen zu erhalten, die weit verbreitet seien: „Mit einer passgenauen Einlage kann man seinen Fuß viel besser betten und hat ein ganz anderes Laufgefühl“, so Kolkwitz.

LVZ-Wanderung ebenfalls rund um die Kurstadt

Für Barbara und Andreas Wagner aus Großzössen gehört das Laufen zum Alltag. Gemeinsam mit Freunden sei man regelmäßig im Bornaer Umland auf Tour, schrecke aber auch vor Veranstaltungen wie der Sieben-Seen-Wanderung nicht zurück. „Wir wollen unser Rentnerdasein genießen, und deshalb halten wir uns fit“, beschrieben Regina Reinker und Renate Stietz aus Bad Lausick ihre Motivation. „Wir sind regelmäßig draußen, gern auf dem alten Bahndamm Richtung Glasten. Es gibt viele schöne Wege rings um Bad Lausick, die geeignet und reizvoll sind.“

Nicht nur zum Walken, sondern ebenso zum Wandern. Deshalb findet die 22. LVZ-Wanderung am 17. September gleichfalls in Bad Lausick statt, inklusive des Wanderfestes im Kurpark unter der Freilichtbühne „Schmetterling“ – die wird dieses Jahr 20. Vormerken!

Von Ekkehard Schulreich

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