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Borna Denkmalpflegepreis für Großdeubener
Region Borna Denkmalpflegepreis für Großdeubener
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21:05 01.01.2013
Für Johannes Elste ist die Restaurierung alter Möbel nicht nur ein Job. Der Tischlermeister aus Großdeuben betreibt seine Arbeit seit 38 Jahren mit viel Leidenschaft. Quelle: Peter Krischunas

Mehrere Werkbänke stehen für die Arbeiten bereit. Edle und einfache Möbelstücke wohin man sieht. Der Geruch von Leim und altem Holz liegt in der Luft. „Das ist meine Welt", schwärmt der Tischlermeister.

Für ihn gibt es keine Schramme, keinen Pilz und keine Löcher in Möbelstücken, die er nicht reparieren könnte. So war es auch 2009 und 2010, als er die vierzig Möbelstücke der alten Villa mit viel Aufwand auf Vordermann brachte. Nicht nur, dass es sich um eine einzigartige komplette Art-Déco-Ausstattung handelt.

„Hinzu kommt, dass jedes Zimmer eine andere Holzart hat", sagt Johannes Elste. Die Bibliothek ist im brasilianischen Holzton Rio Palisander, das Wohnzimmer im amerikanischen Nussbaum und das Kinderzimmer im feinsten Kirschbaum gehalten. „Solch ein Auftrag ist selbst für den erfahrensten Tischler etwas ganz Besonderes", meint Elste mit unverkennbarer Begeisterung. Mit diesem Auftrag hatte er Arbeit und Lohn für ein ganzes Jahr. So lange brauchte er nämlich, um die wertvollen Schränke, Heizkörperverkleidungen, Geländer, Paneele und Türen zu restaurieren. Die Auftraggeberin hatte laut Elste das Gebäude von der französischen Regierung gekauft.

Der Auftrag sollte sich noch schwieriger gestalten. „Unmittelbar vor dem Start der Sanierung zerstörten Randalierer Teile der Holzeinbauten mit einer Axt", berichtet der Tischlermeister. Mit Leim und neuen Holzteilen ging er dem Zerstörungswerk zu Leibe.

Nur durch die hochwertigen Holzarten war es möglich, auf höchstem denkmalpflegerischen Niveau zu restaurieren. Alle Arbeiten wurden mit den ursprünglichen Materialien wie Hölzern, Furnieren, Leimen, Lacken und mit authentischem Zubehör wie Schrauben, Schlössern und Schlüsseln ausgeführt oder ergänzt. Die Holzoberflächen überzog er mit Schellack, „so, wie man früher schon gearbeitet hat".

Johannes Elste wird in diesem Jahr 65 Jahre alt. Doch ans Aufhören denkt er noch lange nicht. „Ich kann diese wunderbare Arbeit nicht einfach hinwerfen wie ein altes Spielzeug", meint der Leipziger, der seit 38 Jahren in seinem Beruf arbeitet und seit 1995 in Großdeuben seine Werkstatt betreibt. „Der 1. Preis der Handwerkskammer ist eine schöne Anerkennung für meine vielen Arbeitsjahre", freut er sich. Die Handwerkskammer zu Leipzig verlieh den Denkmalpflegepreis bereits zum zehnten Mal. Schirmherr war Sachsens Innenminister Markus Ulbig.

Peter Krischunas

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