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Der Böhlener Bahnhof ist jetzt bunt

Der Böhlener Bahnhof ist jetzt bunt

Als eine ihrer letzten Amtshandlungen hat Böhlens scheidende Bürgermeisterin Maria Gangloff (Die Linke) gestern die mit Graffiti gestaltete Lärmschutzwand am Bahnhof zusammen mit den Künstlern offiziell freigegeben.

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Sie stellen die neu gestaltete Lärmschutzwand am Böhlener Bahnhof vor (v. l.): Maria Gangloff, Daniel Seidel und Matthias Sieber.

Quelle: Julia Tonne

Böhlen. Auf zirka 100 Metern haben Daniel Seidel von der Firma "Kompl3x", sein Bruder und ein weiterer Graffitikünstler die Fläche gestaltet (die LVZ berichtete).

"Die Gestaltung der Wand war eine echte Herzensangelegenheit", sagte Gangloff, die sich freut, dieses Projekt noch selbst abschließen zu können. Innerhalb von zehn Tagen hatten die drei Künstler das riesige Bild bereits fertig. "Das ging schon alles schneller als erhofft und geplant", sagt Seidel. Und das, obwohl die rote Farbe für den Zug nicht so einfach aufzutreiben war. Zwar waren die drei bei ihrer Suche nach dieser Farbe fündig geworden, doch das Paket wurde ausgerechnet bei dem Nachbarn abgegeben, der kurz danach in den Urlaub fuhr. "So mussten wir erneut suchen, aber selbst der Hersteller hatte keine Restbestände", erzählte Seidel. Mit viel Glück konnten dann doch noch ein paar Dosen gefunden werden, die auch rechtzeitig am Einsatzort eintrafen. Das Wetter hatte entscheidenden Anteil daran, dass das Bild schnell Formen annahm. Zwar mussten die drei Künstler wegen der Hitze in den Nachmittagsstunden arbeiten, dafür trocknete alles in kurzer Zeit.

10 000 Euro gab es für das Vorhaben von der Dow, die jedes Jahr unter dem Motto "Wir für hier" Gelder für Projekte ausschüttet. "Die Idee, die Lärmschutzwand zu gestalten, kam bei der Jury gut an", sagt Volker Schaufler von der Dow, der auch in der Jury saß. Zwar seien sie anfangs skeptisch gewesen, doch letztlich sei die Gestaltung "sehr gelungen".

Auch Matthias Sieber von der DB Netz AG lobte das konsequente Vorgehen der Stadtverwaltung, "die mit Energie für die Gestaltung gekämpft hat". Von der DB gab es noch einmal 3000 Euro dazu, damit die Künstler auch das Energiehäuschen verschönern konnten. Das stand zunächst nicht zur Debatte, wurde aber dennoch gewünscht. "Ein schöner Anblick war das nicht, überall waren Schmierereien dran."

Ohnehin musste die Deutsche Bahn ihr Einverständnis für das Graffiti-Projekt geben, denn so ohne weiteres können die Lärmschutzwände selbst mit Genehmigung nicht bemalt werden. "Sie sind so konzipiert, dass eben Graffiti leicht abgehen", erklärte Sieber. Daher mussten die Künstler mit etwas härteren Geschützen aufwarten, damit die Farbe hält. "Ihren ersten Test hat die Wand schon bestanden - den Dauerregen vor wenigen Tagen", sagte Gangloff.

Sie hofft, dass nun auch die Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes vorangehen kann. "Das wird auf jeden Fall das nächste Projekt." Die Planungen und die Fertigstellung lägen nun aber in den Händen ihres Nachfolgers, der am 1. September sein Amt antritt.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2015
Julia Tonne

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