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Borna Der Bornaer Münzschatz ist zurück
Region Borna Der Bornaer Münzschatz ist zurück
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15:36 19.05.2015
Der im Mai 2010 in der Bornaer Innenstadt geborgene Münzschatz ist seit gestern im Museum zu sehen. Genaue Untersuchungen und gegebenenfalls konservatorische Maßnahmen werden später erfolgen. Fotos (2): Thomas Kube Quelle: Thomas Kube

Zur Feier des Tages gingen im kleinen Veranstaltungsraum des Museums die Stühle aus. Museumschefin Gabriele Kämpfner freute sich über das große Interesse am Schatz. Die Band "Pond Groove Connection" - Gymnasiasten aus Borna und Musikschüler - sorgte für die musikalische Einstimmung der vielen neugierigen Gäste.

Um einer möglichen optischen Enttäuschung des Besuchers vorzubeugen: Der im Block geborgene Münzschatz steckt in einem Erdklumpen und wurde noch nicht restauriert. Die rund 30 Silbermünzen aus dem 30-jährigen Krieg befinden sich in einem textilen Behältnis und einem metallischen Gefäß. Sie sind den Fachleuten zufolge aber in einem guten Zustand. Ein paar einzelne Münzen, die eindeutig der Zeit zwischen 1562 bis 1626 zuzuordnen sind, werden separat gezeigt.

Um nichts zu zerstören, sei zunächst nur der feuchte Erdblock stabilisiert worden, erläuterte Landesarchäologin Regina Smolnik. Erst später, wenn mehr Zeit ist und vielleicht auch bessere Technik zur Verfügung steht, werde der Schatz genau untersucht.

Fest steht: Ein vermutlich wohlhabender Mann habe damals sein Hab und Gut versteckt und es nicht mehr bergen können. Über ihn ist nichts bekannt. Und so gibt der Münzschatz, der auch eine Münze vom Habsburger Kaiser - eine echte Seltenheit - enthält, noch viele Rätsel auf. "Wir brauchen sicherlich Jahre", sagte Smolnik. Noch sei nicht festgelegt worden, wie konservatorisch weiter vorgegangen wird.

Nachdem sich die Besucher einen ersten Blick auf die Vitrine gegönnt hatten, berichtete Grabungsleiter Peter Hiptmair von den damaligen Arbeiten. Spannend sei es gewesen und unerwartet. "So etwas findet man nicht alle Tage", sagte der Österreicher. Komplett geborgene Schätze dieser Art seien sehr selten.

Die 43. Grabung in Borna im Bereich des ehemaligen Kaufhauses Lehmann hatte seinen Worten zufolge recht trostlos begonnen. Wie üblich kämpften die Archäologen und Helfer unter anderem mit dem ansteigenden Grundwasser. "Früh wurde erst mal gepumpt, um arbeiten zu können."

Schätze wecken Begehrlichkeiten: Daher war der Zufallsfund zunächst streng geheim. Er wurde noch am selben Tag "von der Umwelt abgeschirmt geborgen", berichtete Hiptmair, der sich echt gefreut habe. "Der Schatz ist etwas Besonderes für die Stadt."

Nach der Ausstellung in Borna kehrt der Münzschatz in die klimatisierten Räume des Landesamtes für Archäologie zurück. Später werden die Münzen Bestandteil der künftigen Dauerausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.10.2013

Grätz, Saskia

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