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Borna Der Lobstädter Ex-Pfarrer Thomas Krieger hat den „Wuselpeter“ fertig
Region Borna Der Lobstädter Ex-Pfarrer Thomas Krieger hat den „Wuselpeter“ fertig
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00:19 14.02.2018
SPD-Kandidat Markus Bergforth. Der ehemalige LobstädterPfarrer Thomas Krieger. Quelle: Nikos Natsidis
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Lobstädt

Paulinchen heißt Karlinchen und der Zappelphilipp wird zum hyperaktiven Norbert. Erkennbar sind die Protagonisten aus dem Kinderbuchklassiker „Der Struwwelpeter“ aus der Feder des Frankfurter Arztes Heinrich Hoffmann aber in jedem Fall. Thomas Krieger hat sich durchaus an das Original gehalten bei seiner Version des Originals, das im Jahr 1845 erstmals erschienen ist und weltweit in zig Sprachen übersetzt wurde.

Beim „Wuselpeter“ handelt es sich um eine Variante für die Gegenwart, wobei der Autor, von 1984 bis zum letzten Jahr Gemeindepfarrer in Lobstädt, insbesondere ehrenamtliche kirchliche Mitarbeiter im Blick hat. Seit wenigen Tagen liegt des Buch gedruckt vor.

Und das immerhin in einer Auflage von 1000 Stück, deren Druck Krieger zunächst selbst finanziert hat. Immerhin ist es sein erstes Buch, und mit der Idee dazu war der 66-Jährige schon lange schwanger gegangen. „Die Texte hatte ich schon vor ein paar Jahren geschrieben.“ Texte, die sich stark am Original orientieren, wenngleich sie in der Jetztzeit spielen. Etwa dann, wenn in der Geschichte vom schwarzen Buben, aus dem Mohr, wie es im Ursprung heißt, ein „Araber, fast wie Bin Laden“ wird, der in der Krieger’schen Version von drei Jungen, bewaffnet mit Baseballschläger, Golfstock und Deutschland-Flagge, bedroht wird. Am Ende der Geschichte sind sie „viel brauner als der Muselmann, der für sein Aussehen gar nichts kann“, heißt es im „Wuselpeter“ von Thomas Krieger.

Der nach wie vor viel beschäftigte Ex-Pfarrer hat den „Wuselpeter“ auch üppig illustriert – mit Bildern, die sich ebenfalls stark am ursprünglichen Struwwelpeter orientierten. „Ich habe sie aber moderner gestaltet“, sichtbar beispielsweise beim Irokesenschnitt, den der Struwwelpeter auf dem Buchcover trägt.

Die Bilder waren es auch, die den Autor, gelernter Lithograf, so stark in Anspruch genommen haben. „Das war sehr zeitaufwendig.“ Am Ende zwang sich Krieger, pro Tag wenigstens ein Bild fertigzustellen, was sich am Ende bisweilen sogar leichter als gedacht erwies. Weil es, wenn es einmal lief, auch tatsächlich rollte. „Wenn ich dann angefangen habe, musste das Bild auch fertig werden.“

Jetzt liegt der „Wuselpeter“ vor, und wenn etwa 300 Exemplare über den Ladentisch gegangen sind, hat der Autor die Kosten für den Druck im Leipziger Gutenberg-Verlag wieder rein. Vertreiben will er seinen literarisch-künstlerischen Erstling, der auch eine ISBN-Nummer hat und somit in jeder ordentlichen Buchhandlung bestellt werden kann, über die Pfarrämter in Lobstädt und Borna und vielleicht auch in Regis-Breitingen. Schließlich handelt es sich um ein Werk, in dem kirchliche Mitarbeiter eine besondere Rolle spielen.

Dabei scheint jetzt schon ausgemacht, dass das Krieger’sche Œuvre größer werden könnte. Dem Pfarrer liegt die Anfrage eines deutschsprachigen Verlags aus Riga vor, der sich für seine gesammelten Krippenspiele interessiert. Davon sind in mehr als drei Jahrzehnten Kirchgemeindedienst etliche zusammengekommen, weil sich Krieger nicht allzu lange nach seiner Amtseinführung in Lobstädt entschloss, für die mehr oder weniger vorgegebenen Texte eine Rahmenhandlung zu schreiben. Gern auch mit aktuellem Bezug, so dass an einer Stelle mal zwei Mafiosi auftauchen und in einem anderen Fall auch der Brexit eine Rolle spielt. Stücke jedenfalls, die nach dem Willen des lettischen Verlags demnächst ebenfalls gedruckt vorliegen sollen.

Von Nikos Natsidis

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