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Der Neukieritzscher Weihnachtsmann bekommt immer noch eine Gänsehaut

Heiligabend Der Neukieritzscher Weihnachtsmann bekommt immer noch eine Gänsehaut

Weihnachten in Neukieritzsch. Das heißt seit vielen Jahren, dass sich der Weihnachtsmann zur öffentlichen Bescherung auf dem Marktplatz blicken lässt. Und wie das mit richtigen Weihnachtsgeschichten so ist, kein Mensch weiß genau, wann sie eigentlich angefangen haben.

Der Korb mit den Geschenken steht auf dem Anwesen des Weihnachtsmannes schon bereit.

Quelle: André Neumann

Neukieritzsch. Weihnachten in Neukieritzsch. Das heißt seit vielen Jahren, dass sich der Weihnachtsmann zur öffentlichen Bescherung auf dem Marktplatz blicken lässt. Und wie das mit richtigen Weihnachtsgeschichten so ist – kein Mensch weiß genau, wann sie eigentlich angefangen haben. Nicht einmal der Weihnachtsmann selbst kann sich genau erinnern. Der aktuelle Weißbart, der Donnerstag Nachmittag wie gewohnt vielen Kindern eine Überraschung bringen wird, macht das jedenfalls schon zum 27. Mal.

Volkmar Schmidt, so heißt der 63 Jahre alte Mann in der roten Robe – und das wissen nur die, die ohnehin nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben – erinnert sich, dass seine Kinder schon dem Weihnachtsmann auf dem Markt begegnet sind. Das muss Anfang der 80er-Jahre gewesen sein. Damals hatte das Altenburger Theater dafür gesorgt, dass Knecht Ruprecht nach Neukieritzsch kam. Später übernahm ein Mann vom Neukieritzscher Karnevalsverein die Rolle. Und der, der schon verstorbene Norbert Fiebig, fragte seinen Vereinsfreund Schmidt 1989, ob er ihn einmal vertreten könne. Es sollte nicht bei dem einen Mal bleiben.

Volkmar Schmidt hatte schon ein paar Erfahrungen als Weihnachtsmann gesammelt. Doch seine beiden Söhne, das spürte er, hatten schon beim zweiten Mal „etwas gemerkt“. Deswegen organisierte er ein Jahr später einen fremden Weihnachtsmann, und siehe da: „Das hat gesessen“, freut er sich noch heute über den Schachzug. Und genau so ist der Neukieritzscher für die Jüngsten auf dem Marktplatz am Donnerstag nichts anderes als der echte Weihnachtsmann.

Der selbst auch nach 26 Jahren immer noch eine Gänsehaut bekommt, wenn er zur verabredeten Zeit um die Ecke vor dem Marktplatz wartet und hört, wie hunderte Kinder und Erwachsene nach ihm rufen. „Das geht schon als Herz“, sagt der Mann, der als Jugendlicher fünfzehn Jahre lang Boxer war, „wenn man sieht, wie die Kinder dich erwartungsvoll anschauen und ihre Lieder singen.“ Den Kopf schüchtern gesenkt, aber mit einem Auge immer den Bärtigen im Blick. Schließlich, ist Schmidt sicher, seien die Kleinen ja immer noch überzeugt vom Weihnachtsmann.

Damit das so bleibt, vermeidet er Fehler, die ihn verraten können. „Es ist sehr wichtig, dass der Weihnachtsmann Handschuhe trägt.“ Seine Uhr lässt er zu Hause und die Stimme verstellt er nicht. Mit einer verstellten Stimme, die er dann versehentlich einmal nicht trifft, könnte der Weihnachtsmann sich nämlich schnell verraten.

Volkmar Schmidt (63)  – Weihnachtsmann

Volkmar Schmidt (63) – Weihnachtsmann.

Quelle: André Neumann

Lange vorbereiten muss Volkmar Schmidt sich für seinen jährlichen Auftritt nicht. Der Geschenkekorb, der aus rein praktischen Gründen seit ein paar Jahren den Sack abgelöst hat, wird ein paar Tage vorher gepackt. Die vielen Kleinigkeiten besorgen ihm immer wieder seine Wichtel vom Neukieritzscher Kulturverein. Mantel, Hose und Mütze müssen natürlich gut sitzen, über die Jahre trägt er mittlerweile den dritten oder vierten Anzug. Was auch daran liegt, dass der einstige erfolgreiche Boxer früher einmal mehr als hundert Kilo gewogen hat. Dass der Anzug richtig sitzt, darauf achtet natürlich die Frau des Weihnachtsmannes, die auch beim Packen des Geschenkekorbes geholfen hat. Und natürlich kommt der Weihnachtsmann gefahren, seit dem vorigen Jahr übrigens recht modern. Denn während viele Jahre lang Rosemarie Hertel den Geschenkebringer auf einer echten Kutsche zum Marktplatz brachte, tut das jetzt der Schwiegervater von Schmidts jüngsten Sohn mit seinem Trike.

Hoch oben auf Mitfahrersitz des knatternden Gefährts dreht der Weihnachtsmann am Donnerstag ab etwa halb drei Uhr nachmittags eine Runde durch den Ort, ehe er unter den lauten rufen auf den Markt einbiegt. Wo das Blasorchester Neukieritzsch-Regis weihnachtliche Lieder spielen wird und Mädchen des Karnevalsvereins schon bereit stehen, um dem Weihnachtsmann beim Verteilen der Geschenke zu helfen.

Neukieritzsch, Marktplatz : Ab 14.30 Uhr warten alle auf den Weihnachtsmann Groitzsch, Kino : Weihnachtsfilm ab 10 Uhr, Einlass ab 9 Uhr, 9.30 Uhr kommt der Weihnachtsmann.

Von André Neumann

Neukieritzsch 51.1499581 12.4103385
Neukieritzsch
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