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Der Saal in Böhlen bebt – schuld ist sexy Olaf Schubert

Kabarett im Kulturhaus Der Saal in Böhlen bebt – schuld ist sexy Olaf Schubert

Wer der Sexiest Man Alive ist, ist zu Höherem berufen – zu einer Tournee beispielsweise durch Amerika. Beginnend in Rumänien, „und da ist Böhlen doch ein guter Anfang“. Nichts anderes führte Olaf Schubert ins Böhlener Kulturhaus. Der „Vergewaltiger des Bösen“ absolvierte seinen ersten Auftritt in diesem Jahr mit dem Programm „Sexy Forever“.

Es braucht nicht viel zum Sexiest Man Alive: lediglich Olaf Schubert im Karopullunder. Er hat das Publikum in Böhlen begeistert.

Quelle: Thomas Kube

Böhlen. Wer der Sexiest Man Alive ist, ist zu Höherem berufen – zu einer Tournee beispielsweise durch Amerika. Beginnend in Rumänien, „und da ist Böhlen doch ein guter Anfang“. Nichts anderes führte Olaf Schubert am Donnerstag ins Böhlener Kulturhaus. Der „Vergewaltiger des Bösen“ absolvierte seinen ersten Auftritt in diesem Jahr im „Raum der Böhlisten“ mit dem Programm „Sexy Forever“ – und brachte den ausverkauften Saal zum Brüllen. Sowohl mit zynischem Polit-Kabarett als auch mit grandiosen Wortspielen zur Ehe und anderen Beziehungen zwischen Mann und Frau.

Es dauerte nur wenige Minuten bis Schubert im obligatorischen Karopullunder, mit nackten Armen und mehr werdendem Haupthaar das Vorgeplänkel hinter sich ließ und sich den weltpolitischen Entwicklungen widmete. Die gleichzusetzen seien mit der Rückkehr zum klassischen Despoten. Putin, Erdogan, Trump – alle haben einen, „nur Deutschland hat den Anschluss an die Weltspitze verloren“. Hier gebe es mit Martin Schulz gerade mal einen „sozialdemokratischen Monchhichi“. Auch die stecken gebliebene Regierungsbildung nahm Schubert aufs Korn. Vielleicht könne Deutschland ja zukünftig von Frankreich, den Niederlanden oder Belgien regiert werden, „andersrum hat’s ja auch mal geklappt, die können jetzt mal was zurückgeben“.

Olaf Schubert  im Kulturhaus Böhlen

Olaf Schubert im Kulturhaus Böhlen.

Quelle: Thomas Kube

Der „intellektuelle Stachel im Fleisch der Bourgeoise“ kabarettierte sich auch durch den neoliberalen Turbokapitalismus – und erklärte diesen anhand der schreienden Ungerechtigkeit im Lohngefälle zwischen Mann und Frau: „Ein Zimmermann verdient mehr als eine Zimmerfrau“. Und anhand der Auswirkungen eines Streiks: „Wenn Piloten, Lokführer und Prostituierte streiken, bleibt alles stehen. Streikt ein Beamter, merkt’s keiner.“

Olaf Schubert im Kulturhaus Böhlen

Olaf Schubert im Kulturhaus Böhlen.

Quelle: Thomas Kube

Natürlich war auch Schuberts (mittlerweile geschiedene) Frau Carola mit von der Partie an dem Abend, wenn auch lediglich in unsichtbarer Ausführung. Bisher habe es laut Schubert in der 15 Jahre dauernden Beziehung ein verbindendes Element zwischen beiden gegeben, „wir beide hatten einen großen Wunsch, wir wünschten uns beide einen anderen Partner, das hat zusammengeschweißt“. Doch letztlich habe auch das nicht mehr gereicht, jetzt spiele „Pamela“, eine Backgroundsängerin von Bonnie Tyler, die Hauptrolle.

Die Übergänge der Themen waren am Donnerstag ebenso beachtlich wie die ungemein sexy Ausstrahlung des Hünen, des kleinen Hünen, also des Hühnchens. Die Lügengeschichten im Dieselskandal („wenn man lügt, muss man auch Fachkräfte ranlassen“) standen genauso im Fokus wie die Definition von Schönheit (schön sei ja, wer symmetrische Gesichtshälften habe, „andere haben da gleich doppelt verloren“) und die Medizin, die geradezu eine „Öko-Globolisierung“ erlebe.

Auch an der Sangeskunst versuchte sich der Kabarettist, textlich war nichts dagegen einzuwenden, musikalisch blieb noch Luft nach oben, daran konnten die zwei Vollblutmusiker auf der Bühne, Herr Stephan und Jochen M. Barkas, nicht viel ändern. Nur das Beste draus machen: mit gekonnter Zupferei am Bass und virtuosem Spiel auf der Triangel.

Von Julia Tonne

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