Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Der geplante offene Strafvollzug in Borna: Was der Stadtrat dazu sagt
Region Borna Der geplante offene Strafvollzug in Borna: Was der Stadtrat dazu sagt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:12 18.05.2010
Anzeige
Borna

Das stimmt nicht, und so stand es auch nicht in der LVZ. Richtig ist, dass der Stadtrat mit dem Projekt sympathisiert. Das zumindest machen die Vertreter von SPD, Linken und CDU und Freien Wähler Borna/FDP deutlich. Die SPD zeigt sich dem Prisma-Projekt, bei dem jugendliche Strafgefangene ihre Haftzeit unter strenger, auch familiärer Aufsicht in einem offenen Vollzug verbringen, prinzipiell zugeneigt. Für Oliver Urban, den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, ist klar, „dass wir den Schwachen eine Chance geben sollten“. Eine zweite Chance. Dabei sehe er die Sorgen der Bürger durchaus, „und deshalb müssen wir versuchen, die Risiken zu minimieren“. Die SPD sei bereit, auf die Bedenken einzugehen, betont der Mann, der von Haus aus Rechtsanwalt ist und verweist darauf, dass die umstrittenen Flächen am Bockwitzer See, auf denen sich der Prisma-Verein niederlassen will, noch nicht verkauft seien. Dass der Stadtrat in Sachen „Prisma am Bockwitzer See“ noch nichts beschlossen hat, das will auch Linken-Fraktionschef Frank Feldmann festgehalten wissen. „Jeder hat die Möglichkeit, sich vorurteilsfrei zu informieren.“ Die Idee des Leonberger Vereins sei „vom Grundsatz her in Ordnung“, weil es um die Resozialisierung jugendlicher Strafgefangener gehe. „Im Gefängnis geht das nicht“, sagt Feldmann weiter, der zu denen gehört, die das Projekt im Baden-Württembergischen in Augenschein genommen haben. Dabei funktioniere so etwas nicht nach dem Sankt-Florians-Prinzip. Feldmann: „Wir müssen weiter mit den Bürgern reden.“ Zudem sei es so, dass an der Sache auch Arbeitsplätze hingen. CDU-Stadtratsfrontmann Roland Wübbeke findet die Projektidee grundsätzlich o.k.. Die Stadträte seien vor einigen Monaten informell darüber ins Bild gesetzt worden – „das Konzept ist wünschenswert“. Allerdings müsse die Bevölkerung in jedem Fall dabei mitgenommen werden. Gebe es da Vorbehalte, sagt Wübbeke, so müsse das bei einer Entscheidung miteinbezogen werden. Bei einer Entscheidung, bei der der Stadtrat möglicherweise nicht einmal gefragt werden müsse. Wenn allerdings Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) in der Sache allein entscheide, „trägt sie allein die Verantwortung“. Das Projekt des Prisma-Vereins sei eine Sache, die die grundlegenden Interessen der Stadt berühre. Vielleicht, sagt Wübbeke weiter, lasse sich ein Kompromiss finden. Dass es für das Prisma-Projekt allerdings unbedingt einen Seezugang geben müsse, „ist für uns nicht zwangsläufig“. Für Wübbeke steht jedenfalls fest, „dass wir als die Vertreter der Bürgerschaft nicht gegen deren erklärten Willen handeln können“. Für die Freien Wähler/FDP erklärt Gerhard Artelt als Stellvertreter des erkrankten Fraktionschefs Joachim Steinhäußer, das Prisma-Projekt sei prinzipiell eine gute Sache. „Es ist schön, wenn etwas für junge Leute getan wird, die auf die schiefe Bahn geraten sind.“ Beim Bockwitzer See handle es sich aber um ein sensibles Gebiet.

Nikos Natsidis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Morgen wird den Eltern in Regis-Breitingen, Kitzscher und Colditz mitgeteilt, dass in den Mittelschulen der drei Kommunen des Landkreises Leipzig im kommenden Schuljahr keine fünften Klassen gebildet werden.

17.05.2010

Sein Domizil in unmittelbarer Nähe eines Schrottplatzes zu haben, dürfte für Otto-Normalbürger in aller Regel eine wenig inspirierende Angelegenheit sein. Nicht so jedoch für Ingrid Sperrle.

16.05.2010

Schlamm, Regen und Kälte - daran werden sich die Besucher des diesjährigen Open Airs in Audigast noch einige Zeit erinnern. Vom Himmelfahrtsdonnerstag bis vorgestern Nacht standen an drei Tagen fast 20 Bands auf den Bühnen.

16.05.2010
Anzeige