Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Der lange Weg von Heuersdorf nach Borna – Umsetzung der Emmauskirche vor zehn Jahren
Region Borna Der lange Weg von Heuersdorf nach Borna – Umsetzung der Emmauskirche vor zehn Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:24 04.04.2018
Die Heuersdorfer Emmauskirche steht heute im Herzen von Borna. Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Borna

Es grenzte schon an ein Wunder, und die Bilder gingen um die Welt. Als vor zehn Jahren die Heuersdorfer Emmauskirche von ihrem ursprünglichen Standort an den Martin-Luther-Platz nach Borna transportiert wurde, mussten 660 Tonnen über zwölf Kilometer bewegt werden, wobei das damals 750 Jahre alte Gotteshaus auch zwei Flüsse und zwei Bahnübergänge überwinden musste. Daran wurde am Freitagabend bei einer Festveranstaltung anlässlich der Emmauskirchen-Umsetzung vor zehn Jahren im neuen Kirchgemeindehaus am Martin-Luther-Platz erinnert.

Superintendent Matthias Weismann verwies darauf, dass im Zuge der Devastierungen im letzten Jahrhundert auch 18 Kirchen verschwanden. Lediglich die Emmauskirche gibt es noch, wenn auch an anderer Stelle. „Es war kein Bushäuschen, das versetzt wurde“, sagte Weismann mit Blick auf die unglaublichen technischen Herausforderungen der Umsetzung. Mittlerweile sei die umgesetzte Kirche „Bestandteil des Leipziger Neuseenlandes“.

Die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) blickte auf ihre Stadt als Ort der Reformation wie auch Standort der Emmauskirche. Luther, der in Borna predigte, habe mit der Reformation weltweit Wirkung erzielt, und die Bilder vom Transport der Emmauskirche seien um die Welt gegangen. Die Umsetzung sei ein Glücksfall gewesen. Luedtke, vor einem Jahrzehnt noch Bornaer Stadträtin, erinnerte an die damaligen Standortdiskussionen, bei denen etwa die ehemalige Bergbrauerei und das Gelände des vormaligen Blauen Hechts im Gespräch waren. Am Ende hätten sich Superintendent Weismann und seine Mitstreiter durchgesetzt.

Heinz Junge, Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor bei der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag), die die Umsetzung seinerzeit finanziert hatte, erklärte, für die Umsetzung habe es kein Vorbild gegeben. „Noch nie war ein so altes Gebäude eine so lange Strecke transportiert worden.“ Am Ende sei die Kirche am Reformationstag 2007 in Borna angekommen. Der ehemalige Mibrag-Direktor Uwe Landgraf erinnerte an Überlegungen, eine moderne Kirche als Ersatz zu bauen. Alternativ sei auch daran gedacht worden, „die Kirche Stein auf Stein wiederaufzubauen“.

Von Nikos Natsidis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das fünfte Lutherfest wartete am vergangenen Wochenende mit neuen Rekorden auf. Mehr Konzerte, mehr Wanderer, mehr Besucher. Kein Wunder, war das Programm um einiges umfangreicher als bisher. Doch zur Diskussion stand am Sonntag auch, mit Ende des Reformationsjahres das Fest nicht noch einmal erneut aufzulegen.

02.03.2018

Fast 170 Traktoren- und Schlepper-Oldies wurden am Sonnabend in Breitenborn gezeigt. Die Parade der Raritäten zieht jedes Jahr mehr Besucher an und weitet sich auf zwei- und vierrädrige Oldtimer aus.

27.08.2017

Die Freiwillige Feuerwehr Borna wartete zum Florianstag mit einer Reihe von Attraktionen auf: So konnten sich die Besucher für Knochenmark- und Stammzellspenden typisieren lassen, es wurde ein Gedenkstein für verstorbene Kameraden enthüllt und eine Kinderfeuerwehr gegründet. Zur Unterhaltung gab es Rundfahrten, Spiel und Spaß.

30.08.2017
Anzeige