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Der lange Weg von Heuersdorf nach Borna – Umsetzung der Emmauskirche vor zehn Jahren

Bewegte Kirche Der lange Weg von Heuersdorf nach Borna – Umsetzung der Emmauskirche vor zehn Jahren

Zehn Jahre ist es her, dass die Heuersdorfer Emmauskirche den zwölf Kilometer langen Weg über Flüsse, Bahnübergänge und Bundesstraßen nach Borna nahm. In einer Festveranstaltung wurde am Freitag an dieses Jubiläum erinnert. Die technische Meisterleistung sorgte damals weltweit für Schlagzeilen.

Die Emmauskirche, die einst in Heuersdorf stand, zog vor zehn Jahren nach Borna um.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Es grenzte schon an ein Wunder, und die Bilder gingen um die Welt. Als vor zehn Jahren die Heuersdorfer Emmauskirche von ihrem ursprünglichen Standort an den Martin-Luther-Platz nach Borna transportiert wurde, mussten 660 Tonnen über zwölf Kilometer bewegt werden, wobei das damals 750 Jahre alte Gotteshaus auch zwei Flüsse und zwei Bahnübergänge überwinden musste. Daran wurde am Freitagabend bei einer Festveranstaltung anlässlich der Emmauskirchen-Umsetzung vor zehn Jahren im neuen Kirchgemeindehaus am Martin-Luther-Platz erinnert.

Superintendent Matthias Weismann verwies darauf, dass im Zuge der Devastierungen im letzten Jahrhundert auch 18 Kirchen verschwanden. Lediglich die Emmauskirche gibt es noch, wenn auch an anderer Stelle. „Es war kein Bushäuschen, das versetzt wurde“, sagte Weismann mit Blick auf die unglaublichen technischen Herausforderungen der Umsetzung. Mittlerweile sei die umgesetzte Kirche „Bestandteil des Leipziger Neuseenlandes“.

Die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) blickte auf ihre Stadt als Ort der Reformation wie auch Standort der Emmauskirche. Luther, der in Borna predigte, habe mit der Reformation weltweit Wirkung erzielt, und die Bilder vom Transport der Emmauskirche seien um die Welt gegangen. Die Umsetzung sei ein Glücksfall gewesen. Luedtke, vor einem Jahrzehnt noch Bornaer Stadträtin, erinnerte an die damaligen Standortdiskussionen, bei denen etwa die ehemalige Bergbrauerei und das Gelände des vormaligen Blauen Hechts im Gespräch waren. Am Ende hätten sich Superintendent Weismann und seine Mitstreiter durchgesetzt.

Heinz Junge, Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor bei der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag), die die Umsetzung seinerzeit finanziert hatte, erklärte, für die Umsetzung habe es kein Vorbild gegeben. „Noch nie war ein so altes Gebäude eine so lange Strecke transportiert worden.“ Am Ende sei die Kirche am Reformationstag 2007 in Borna angekommen. Der ehemalige Mibrag-Direktor Uwe Landgraf erinnerte an Überlegungen, eine moderne Kirche als Ersatz zu bauen. Alternativ sei auch daran gedacht worden, „die Kirche Stein auf Stein wiederaufzubauen“.

Von Nikos Natsidis

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