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Gemeinde Elstertrebnitz will eigenständig bleiben

Interview Gemeinde Elstertrebnitz will eigenständig bleiben

Die Gemeinde Elstertrebnitz hat 1300 Einwohner und ist hinsichtlich ihrer Eigenständigkeit der letzte Mohikaner in Sachsen. Das will sie auch bleiben, sagt Bürgermeister David Zühlke (CDU) im Interview. Unter Bauwilligen ist das Dorf gefragt, deshalb wird ein Wohngebiet erweitert. Doch Elstertrebnitz hat noch viel mehr auf Lager.

Das Oldtimertreffen hat sich in Elstertrebnitz gut etabliert. Dieses Jahr gibt es bereits die dritte Auflager dieser Veranstaltung.

Quelle: Gislinde Redepenning

Elstertrebnitz. Die Gemeinde Elstertrebnitz hat viel vor in diesem Jahr. Und sie verfolgt ein großes Ziel. Darüber spricht Bürgermeister David Zühlke (CDU) offen im LVZ-Interview.

Als eigenständige Gemeinde mit 1300 Einwohnern zählt Elstertrebnitz zu den letzten Mohikanern in Sachsen. Wie sehen Sie die Chancen, dass das so bleibt?

Es wird mit uns keine freiwillige Eingemeindung geben. Dafür bin ich 2015 als Bürgermeister angetreten und dazu hat sich auch der Gemeinderat bekannt. Wir werden also der letzte Mohikaner bleiben. Solange sich die Gemeinde weiterentwickelt und es keinen Stillstand gibt, macht auch die Politik keinerlei Druck in dieser Angelegenheit. Das hat mir gerade erst der CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Fritzsche in einem Vier-Augen-Gespräch bestätigt. Insofern sehe ich wirklich gute Chancen für unsere Eigenständigkeit.

Wohin will sich die Gemeinde entwickeln?

Ich denke, dass wir schon auf dem richtigen Weg zu einem lebenswerten, attraktiven Dorf sind. Gerade junge Familien zieht es vermehrt aufs Land, das zeigen uns immer wieder die Nachfragen nach Wohnraum und Bauplätzen in Elstertrebnitz. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, das Wohngebiet I im A-Dorf um 14 Parzellen zu erweitern. Vier davon sind bereits reserviert.

Was macht das Leben in Elstertrebnitz so attraktiv?

Bei uns ist immer was los. Das zeigt schon ein Blick in den Veranstaltungsplan, mit Maibaumsetzen, Oldtimertreffen, Mühlentag bis zur Senioren-Weihnachtsfeier und Weihnachtsmarkt. Es ist insgesamt ein gutes Miteinander im Dorf und wir möchten als Gemeinde auch weiter alle ortsansässigen Vereine und Institutionen nach besten Kräften unterstützen. Das geht nicht immer finanziell, denn wir müssen selber jeden Pfennig umdrehen, aber was in unserer Macht steht, können wir tun.

Welche Vorhaben gibt es konkret für 2017?

An erster Stelle steht der Kanalbau im Ortsteil Costewitz. Auf 265 Metern wird der Schmutzwasserkanal mit den Hausanschlussleitungen erneuert. 73 Einwohner kommen damit in den Genuss eines Abwasseranschlusses. Ein zweites großes Vorhaben ist die energetische Sanierung unseres Kindergartens. Nach 27 Jahren braucht das „Knirpsenland“ dringend eine neue Heizungsanlage, und jetzt ist es endlich soweit. Außerdem möchten wir sechs neue Parkflächen am Kindergarten schaffen. Für unser kleines Elstertrebnitz sind das ziemlich große Brocken.

Was hat die Analyse für den Breitbandausbau und schnelles Internet ergeben?

Der Ausbau würde die Gemeinde rund 2,8 Millionen Euro kosten, wobei 90 Prozent gefördert werden. Bleiben immer noch 280 000 Euro Eigenmittel, und das ist enorm. Die genauen Zahlen will ich in der nächsten Gemeinderatssitzung präsentieren.

Ein Wort zum Abwasserbeseitigungskonzept: Ist der Zeitplan bis 2020 realistisch?

Ja, in den verbleibenden vier Jahren haben wir noch 1,1 Kilometer Straßen- und Kanalbau vor uns. Das ist zu schaffen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 760 000 Euro, davon übernimmt die Sächsische Aufbaubank 41 200 Euro. Der verbliebene Betrag wird über den Abwasser-Erstbeitrag refinanziert, das sind 3,20 Euro pro Quadratmeter und Geschosszahl.

Welche Schritte sind als nächstes geplant?

Wie gesagt, in diesem Jahr wollen wir den Schmutzwasserkanal in Costewitz für 290 000 Euro erneuern. Dann folgt von 2018 bis 2020 in mehreren Bauabschnitten der Schmutzwasserkanal in Oderwitz, davon profitieren immerhin 133 Einwohner. Hintergrund ist das neue Wasserrecht seit Januar 2016, wonach eine Einleitung der unbehandelten Abwässer in ein Gewässer oder die Versickerung auf dem Grundstück nicht mehr erlaubt sind. Klärgruben dürfen auch nur noch als abflusslose Gruben betrieben werden.

Bis 2020 ist ganz Elstertrebnitz an die zentrale Kläranlage in Kleindalzig angeschlossen?

Bis auf wenige Ausnahmen in den Außenbereichen, ja.

Ein Dauerbrenner im Ort sind die Vorhaben der Firma Schrott Wetzel. Wie steht es um die geplante Rangier- und Containerabstellfläche auf dem Firmengelände?

Hier geht es seit Monaten keinen Schritt vor oder zurück und der Firma Schrott Wetzel sind die Hände gebunden. Solange am Leipziger Verfassungsgericht eine Kommunalverfassungsstreitklage anhängig ist, können die 23 eingegangenen Stellungnahmen nicht abgewogen werden. Voraussichtlich findet die Verhandlung nun am 14. März in Leipzig statt.

Was hat Schrott Wetzel konkret vor?

Die Firma plant auf ihrem Betriebsgelände eine Rangier- und Containerabstellfläche von 1,3 Hektar Größe. Sie soll im Bereich der ehemaligen Ziegelei entstehen und eingezäunt werden. Der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes ist mehrheitlich im Gemeinderat gefasst worden.

Termine 2017

15. April: Osterfeuer Freiwillige Feuerwehr

29. April: Tag der Erneuerbaren Energien in der Eisenmühle

1. Mai: Maibaumsetzen auf dem Dorfplatz Trautzschen

20. Mai: 3. Oldtimertreffen

3. Juni: Pfingstturnier des SV Elstertrebnitz

5. Juni: Deutscher Mühlentag in der Eisenmühle

20. August: Hofkonzert in der Eisenmühle

25.-27. August: Dorffest

10. September: Tag des Denkmals in der Eisenmühle

6. Dezember: Senioren-Weihnachtsfeier

17. Dezember: Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz Trautzschen

Von Kathrin Haase

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