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Borna Desolater Zustand: Kirche Oelzschau wird innen rundum saniert
Region Borna Desolater Zustand: Kirche Oelzschau wird innen rundum saniert
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00:35 19.04.2018
Nach fast abgeschlossener Außensanierung soll im Inneren der Kirche Oelzschau weitergearbeitet werden. Nick Heyme (l.) informiert mit Marcel Köpping die Gemeinde über das Vorhaben. Quelle: Foto:
Rötha/Oelzschau

Die Zeitschiene ist eng, das Eigenkapital knapp, die Motivation dafür um so größer. Die evangelische Gemeinde Oelzschau will noch in diesem Jahr die Innensanierung der Magdalenenkirche in Angriff nehmen – und damit auch fertig werden. Rund 200 000 Euro wird das Vorhaben kosten, den größten Posten nimmt dabei die Elektrik ein, die allein mit etwa 41 000 Euro zu Buche schlägt.

Wann mit den Arbeiten begonnen werden kann, woher das Geld kommt und wie viel die Oelzschauer selbst dazu beitragen können, war am Sonnabendnachmittag Thema in der Kirche. Pfarrer Stephan Vorwergk, Nick Heyme, Vorsitzender des Fördervereins Magdalenenkirche, und Marcel Köpping vom gleichnamigen Ingenieurbüro hatten eingeladen, um die Dorfbewohner zu informieren.

Die Liste der anstehenden Arbeiten, die Heyme vorstellte, schien kein Ende nehmen zu wollen, 14 Punkte fanden sich darauf. Der umfangreichste davon: der gesamte Austausch der Elektrik. „Die letzte Innnensanierung gab es in den 60er-Jahren, entsprechend ist die Elektrik in einem desolaten Zustand“, machte er deutlich. So habe es in den vergangenen Monaten immer mal wieder Störungen gegeben, seien Verteilerdosen verschmorrt gewesen. Auch der Brandschutz müsse vollständig erneuert werden, so soll die Kirche zusätzliche Funk- und Rauchmelder erhalten. Zudem erfolge das Aufziehen der Kirchenuhr zukünftig elektrisch.

Geht es nach Planer Köpping, beginnen die ersten Arbeiten im Juni. „Am 17. Juni gibt es den letzten Gottesdienst, ab dann: Bänke raus“, erklärte er. Die Gottesdienstbesucher könnten gleich beim Raustragen der Bänke helfen und auch schon mal anfangen, den Boden im Kirchenschiff aufzubrechen. Statt Abschlusslied sozusagen „Fliesenstich“. Die Bänke werden die Monate bis zum Dezember bei einem Tischler untergebracht, der sie wegen des massivem Holzwurmbefalls mit Stickstoff behandelt und anschließend aufarbeitet.

Währenddessen haben Planer und Amt für Denkmalpflege Gelegenheit, eine Variante für den neuen Fußboden zu wählen. „Derzeit geht die Tendenz zu Sandsteinplatten“, sagt Köpping. Der Boden im Altarbereich hingegen bleibe und werde lediglich überarbeitet.

Weitere notwendige Arbeiten seien die Sanierung der Decke, das Auftragen eines Opferputzes, um die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk zu ziehen, die Reparatur der Treppen zu Orgel und Patronatsloge, die Herrichtung der Loge selbst sowie die Schaffung eines barrierefreien Zugangs am Haupteingang.

Insgesamt kostet die Innensanierung fast 200 000 Euro, allerdings kommt aller Voraussicht nach Hilfe in Form von Leadermitteln in Höhe von 150 000 Euro. „Der Koordinierungskreis hat bereits zugestimmt, jetzt muss noch die Genehmigungsbehörde ihr OK geben“, sagt Köpping. Dass das klappt, steht für Köpping außer Frage, „ich habe noch nie erlebt, dass es von zweiter Stelle ein Nein gibt, wenn die erste Stelle Ja sagt.“ Hoffnungen gebe es zudem, dass die Landeskirche Gelder zur Verfügung stellt.

Pfarrer Stephan Vorwergk gab allerdings zu bedenken, dass die finanziellen Mittel der Gemeinde ausgeschöpft seien – zum einen durch die fast abgeschlossene Außensanierung, zum anderen durch die Rücklagen für das jetzige Vorhaben. Der Puffer für auftretende Unwägbarkeiten – zum Beispiel durch zum Vorschein kommende Überraschungen – sei klein. Um so mehr setzen er, Heyme und Köpping auf die Hilfe und Unterstützung der Oelzschauer. „Wenn Sie Zeit und Lust haben, kommen Sie vorbei und helfen Sie“, rief Heyme auf. Einige Arbeiten seien in Eigenleistung zu schaffen und würden das Budget im Rahmen halten.

Von Julia Tonne

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