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Deutzen passt in kein Förderprogramm: Investitionen lassen auf sich warten

Infrastruktur Deutzen passt in kein Förderprogramm: Investitionen lassen auf sich warten

Die großen Erwartungen in Deutzen nach der Eingemeindung nach Neukieritzsch sind gedämpft worden. Fördermittel für dringend nötige Investitionen in die Infrastruktur stehen derzeit nicht in Aussicht. Dabei ist der Nachholebedarf in der öffentlichen Infrastruktur groß. Der Ort war als eigenständige Gemeinde seit Jahren finanziell nahezu handlungsunfähig.

So wie die August-Bebel-Straße in Deutzen sind in dem Neukieritzscher Ortsteil mehrere Straßen marode.

Quelle: Jens Paul Taubert

Neukieritzsch/Deutzen. Die Erwartungen waren hoch nach der Eingemeindung von Deutzen nach Neukieritzsch im Juli 2014. Der Nachholebedarf in der öffentlichen Infrastruktur in dem Ort, der als eigenständige Gemeinde seit Jahren finanziell nahezu handlungsunfähig war, ist groß. Neukieritzsch machte ehrgeizige Pläne und schrieb die in einem städtebaulichen Entwicklungskonzept nieder. Wie es jetzt aussieht, werden die Deutzener sich jedoch in Geduld üben müssen, wird es eher in kleinen, als in großen Schritten vorwärts gehen.

Viele Straßen und Gehwege marode, die Schule beliebt aber sanierungsbedürftig, eine alte, nur noch eingeschränkt nutzbare Turnhalle. Wohnblöcke mit vielen leer stehenden Wohnungen, ein viel zu großer Friedhof. Die Liste ließe sich fortsetzen. Deswegen wollte Neukieritzsch auf eine komplexe Dorfsanierung mit Hilfe umfassender Förderprogramme setzen. Die hießen „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ (KSP) und „Stadtumbau Ost“. Das Bauvolumen für Straßenbau, Sanierung der Schule, Turnhallenerweiterung, Umgestaltung des Friedhofes, energetische Sanierung der Kindertagesstätte, Teilabbruch und Sanierung der Kegelbahn und anderes hätte knapp neun Millionen Euro betragen. Bei erhofften Fördersätzen zwischen 25 und 100 Prozent.

Doch die sächsische Aufbaubank hat alle Förderprogramme für Deutzen abgelehnt. Seitdem bemüht sich die Gemeindeverwaltung um andere Möglichkeiten, musste aber beim Innenministerium in Dresden erfahren: Deutzen passe in keines der Förderprogramme. Zuletzt hatten Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) und Bauamtsleiter Jens Hertzsch einen Termin bei Staatssekretär Michael Wilhelm, in der Hierarchie die letzte Station vor dem Innenminister. „Es war erschreckend“, fasste Hellriegel vor dem Gemeinderat seinen Eindruck von dem Gespräch zusammen.

Denn auch der Staatssekretär habe nicht wirklich helfen können. Wenn es überhaupt Fördermittel für Deutzen gibt, so die traurige Erkenntnis, dann nur für Einzelmaßnahmen. Doch auch dafür müssen erst die passenden Fördertöpfe gefunden werden, und wenn, sind auch die begrenzt, schätzt Bauamtsleiter Hertzsch ein. Zumindest hat der Staatssekretär angeboten, einen zuständigen Referatsleiter zu einem Vor-Ort-Termin nach Deutzen zu schicken.

Die Gemeinde muss sich derweil auf deutlich mehr Arbeit einstellen. Denn innerhalb zweier großer, über Jahre laufender Förderprogramme hätte ein Stadtentwicklungsbüro die Abwicklung übernommen. Bei vielen kleineren Einzelmaßnahmen ist das für ein privates Büro wirtschaftlich nicht mehr interessant beziehungsweise für die Kommune zu teuer, so dass die gemeindeeigene Bauverwaltung sich selbst um Planungen und Fördermittelanträge und so weiter kümmern muss. Bei größeren Straßenbaumaßnahmen wie in der August-Bebel-Straße kommt hinzu, dass auch die Zweckverbände für Wasser und Abwasser mit ins Boot geholt werden müssen, sprich, dass die zeitgleich das Geld für den Leitungsbau aufbringen müssen. Die Gemeinde bemüht sich, aber es wird noch einige Zeit dauern, ehe in Deutzen der Bauboom beginnt.

Von André Neumann

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