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Borna Deutzener Eltern fordern im Gemeinderat Erhalt ihrer Grundschule
Region Borna Deutzener Eltern fordern im Gemeinderat Erhalt ihrer Grundschule
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00:40 26.09.2015
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Es droht der staatliche Mitwirkungsentzug, was bedeutet: Es kann nicht mehr eingeschult werden. In dieser Situation fordern Eltern von jetzigen und künftigen Deutzener Schulkindern eine klare Aussage von der Stadtverwaltung. "Wie geht es mit dem Grundschulstandort weiter", fragte Elternsprecherin Sylvette Hinz am Dienstagabend in der Bürgerfragestunde der Gemeinderatssitzung. Hinter und neben ihr standen rund 35 Mütter und Väter. "Was ist der Plan mit den drei Neukieritzscher Grundschulen", wollten die außerdem wissen.

Bürgermeister Thomas Hellriegel hatte einen solchen nicht auf Abruf parat. Er deutete allerdings an, dass es für die Gemeinde eine Kostenfrage ist, drei Grundschulen zu betreiben. "Ich weiß nicht, ob wir uns eine dritte Schule noch leisten können", sagte er. Dennoch, kündigte Hellriegel an, wolle die Verwaltung versuchen, für das kommenden Schuljahr, wenn die Kinder nicht mehr für eine Klasse reichen, eine Ausnahmeregelung beim Kultusministerium zu erwirken, "und diese Klasse bis zur Vierten zu bringen".

Der ehemalige Bürgermeister und jetzige Landrat Henry Graichen (CDU) hatte schon im Frühjahr im Gemeinderat prognostiziert, dass die Schule ab dem Schuljahr 2017/18 nur noch als Zweiklassenschule mit jahrgangsübergreifendem Unterricht zu halten sei. Er selbst befürwortete das damals nicht. Von der Tendenz her waren auch die Lehrer damals eher dagegen. In ähnlicher Weise schilderte Graichen die Situation vor den Sommerferien der Schulkonferenz. Von den Lehrerinnen, das sagte jetzt Sylvette Hinz im Gemeinderat, gebe es keine Gegenwehr gegen jahrgangsübergreifenden Unterricht. Hellriegel entgegnete, er habe das genau umgekehrt gehört. Was daran liegen kann, dass sich Meinungen ändern, dass möglicherweise nach dem Strohhalm gegriffen wird. Die kommissarisch eingesetzte neue Deutzener Schulleiterin Silke Schröder sagte der LVZ, vor einigen Monaten habe sie das Modell noch abgelehnt. "Mittlerweile denke ich, es kann eine Option sein, die Schule im ländlichen Raum zu erhalten."

Eine weitere Ebene in der Debatte um die Grundschule Deutzen ist die gemeinsame Absicht von Regis-Breitingen und Neukieritzsch, am jetzigen Standort eine gemeinsame ländliche Mittelschule zu betreiben. Auf Druck einiger Gemeinderäte war im Beschluss eines Neukieritzscher Entwicklungskonzeptes im März die Absicht auf "Umnutzung zur Grund- und Mittelschule" geändert worden. Wobei offen ist, ob das Kultusministerium eine solche Konstruktion zulässt. Wenn nicht, "müssen wir über einen Oberschulstandort nachdenken", nannte Hellriegel seine Prioritäten. Er sagte den Eltern auch, dass seiner Ansicht nach ein Oberschulstandort den Ort mindestens genauso attraktiv mache wie eine Grundschule. Wogegen eine Mutter befürchtete, dass mit dem Aus für die Grundschule auch der Kindergarten in Gefahr gerate.

"Wir möchten nicht, dass die Grundschule geschlossen wird". fasste Elternsprecherin Hinz die Sicht der Eltern zusammen. Und Gemeinderat Jens Buder (BfD) rechnete vor, warum er dafür gute Chancen sieht: 2017 und 2018 gebe es wieder 15 Kinder in Deutzen, genug für eine Klasse. Und derzeit würden im Ort zehn Eigenheime gebaut. Mit Zuwachs sei also zu rechnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.09.2015

André Neumann

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