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Borna Diakonie ist einziger Interessent für Ganztagsbetreuung
Region Borna Diakonie ist einziger Interessent für Ganztagsbetreuung
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14:13 07.09.2018
Die Ganztagsbetreuung an den Schulen zur Lernförderung soll von einem freien Träger übernommen werden Quelle: ddp
Landkreis Leipzig

Neue Wege will der Landkreis bei der Ganztagsbetreuung an den Schulen zur Lernförderung in Borna, Elstertrebnitz und Burkartshain beschreiten. Seit dem Vorjahr wurde angestrebt, diese Aufgabe an freie Träger auszulagern. Der Ausschuss für soziale Infrastruktur hatte einen entsprechenden Auftrag erteilt. Auf gute Erfahrungen greife man bereits an der Schule für Lernförderung in Grimma zurück, hatte Ines Lüpfert, Zweite Beigeordnete, dazu erläutert. Hier zeichnet die Arbeiterwohlfahrt seit 1998 mit ihrer gemeinnützigen Gesellschaft Kinderwelt für die Ganztagsbetreuung verantwortlich. Die Erzieher der drei anderen Einrichtungen in Trägerschaft des Kreises sind derzeit noch bei der Landkreisverwaltung angesiedelt.

Entfernung zwischen den Einrichtungen zu groß

Besonders im Krankheitsfall sei es problematisch gewesen, schnell zu reagieren. Durch die große Entfernung zwischen den Einrichtungen und die Teilzeitbeschäftigung der meisten Mitarbeiter seien Vertretungen kurzfristig äußerst schwer oder gar nicht zu bewerkstelligen gewesen, schilderte Lüpfert zu Beginn des Verfahrens. Von der Übertragung der Aufgabe an einen freien Träger erhofft man sich hier spürbare Verbesserungen.

Diakonie Leipziger Land einziger Bewerber

Auf ein Interessenbekundungsverfahren reagierte als einziger Bewerber die Diakonie Leipziger Land. Dem Kreistag liegt nunmehr der Vorschlag der Verwaltung vor, die Ganztagsbetreuung in die Hände des Bewerbers zu legen. „Bei der Entscheidung spielt auch die fachliche Anleitung der Erzieherinnen vor Ort eine wesentliche Rolle“, wird argumentiert. Der anerkannte Träger der freien Jugendhilfe könne diese Aufgabe in einer anderen Intensität und Qualität wahrnehmen, als dies der Kreisbehörde möglich sei. Vor allem stehe künftig – grünes Licht des Kreisparlaments vorausgesetzt – ein größerer Personalpool zur Verfügung, um Krankheitsfälle abzufangen.

Personalaufstockung auf jeden Fall notwendig

Allerdings habe die Diakonie auch deutlich gemacht, dass man weiteren Personalbedarf sieht und für 2019 einen Zuschuss des Kreises in Höhe von rund 440 000 Euro für erforderlich hält. So sollen zusätzlich die Stelle eines Springers sowie eines pädagogischen Leiters besetzt werden. Auch aus den Erfahrungen der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass bei Ausfallzeiten der Erzieher die Betreuung der Kinder nicht in erforderlichem Maße gewährleistet werden kann, argumentiert die Kreisbehörde. Zudem berücksichtige der in Sachsen gesetzlich festgelegte Personalschlüssel nicht die gestiegene Zahl von Kindern mit sozial-emotionalen Defiziten, in deren Folge die Erzieher vermehrt mit psychischen Belastungen zu kämpfen hätten. Um eine hochwertige Betreuung der Schüler zu sichern, so das Fazit, wäre eine Personalaufstockung auch ohne Übergabe an einen freien Träger notwendig geworden. Deshalb lautet die Empfehlung an den Kreistag, der Übergabe trotz Kostensteigerungen zuzustimmen. Die Entscheidung dazu steht am kommenden Mittwoch bei der Sitzung der Kreisräte in Borna auf der Agenda.

Von Simone Prenzel

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