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Dicke Luft in der Feuerwehr Hohendorf

Dicke Luft in der Feuerwehr Hohendorf


Hohendorf. Dicke Luft herrscht gegenwärtig bei der Freiwilligen Feuerwehr in Hohendorf, einer von sieben Groitzscher Ortsfeuerwehren.

. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat der langjährige Wehrleiter Klaus Krocker (63) bereits im Juli sein Amt wegen eines unaufgeklärten Diebstahls im Ortschaftsbürgerhaus und daraus folgender Diskrepanzen zwischen den Floriansjüngern niedergelegt. Mitglied in der Feuerwehr bleibt er weiterhin. Bevor sein Nachfolger gewählt wird, übernimmt der bisherige Stellvertreter Mario Graichen kommissarisch die Leitung.

Klaus Krocker, der für hervorragende Dienste in der Feuerwehr erst das Verdienstkreuz des Feuerwehrverbandes erhielt, suchte jetzt den Weg an die Öffentlichkeit, weil er sich auf der Suche nach Gerechtigkeit zunehmend Verleumdungen ausgesetzt fühlt. Zu den Hintergründen seines Rücktritts erzählt er unserer Zeitung: „Ich habe am 28. Mai dieses Jahres eine Person auf frischer Tat ertappt, wie sie im Ortschaftsbürgerhaus Feuerwehreigentum entnommen hat." Dabei handelt es sich um etliche Flaschen Bier, Sekt und Kümmerlinge, allesamt Restkapazitäten von Himmelfahrt und anderen Feiern der Kameraden. „Ich hatte mich extra auf die Lauer gelegt, weil die Diebstähle immer zu einem bestimmten Zeitpunkt verübt worden sind", erzählt Krocker weiter. „Dann habe ich die Person zur Rede gestellt und den Feuerwehrausschuss informiert. Ich habe verlangt, dass für die entwendeten Flaschen eine Summe X gezahlt und der Schaden damit finanziell abgegolten wird. Aber plötzlich wurde um jede einzelne Flasche rumgestritten. Im Ausschuss hieß es außerdem, dass alle Personen, die die Schlüsselgewalt über das Objekt hätten, von Haus aus verdächtig sind. Daraufhin haben fünf Mann ihre Austrittserklärung abgegeben."

Der Diebstahl ist zwar letztlich aufgeklärt, aber die verantwortliche Person nie zur Rechenschaft gezogen worden. „So etwas mache ich nicht mit, also habe ich meinen Rückritt als Wehrleiter eingereicht", erzählt der 63-Jährige bitter. Eine Anzeige bei der Polizei habe er jedoch nie in Erwägung gezogen: „Soweit will ich nicht gehen."

Seitdem findet Klaus Krocker keine Ruhe mehr. Tagein, tagaus grübelt er über diesem Problem, bekommt wenig bis gar keine Unterstützung auf seiner Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Vielmehr fühle er sich Verleumdungen ausgesetzt, wonach er Feuerwehrtechnik beschädigt habe und verantwortlich für den Austritt von sieben Kameraden sei. „Es ist schon eigenartig, dass ich mich nach 38 Jahren Feuerwehrmitgliedschaft und über 30 Jahren Wehrleitung mit dem Problem ganz allein auseinander setzen muss, ohne jegliche Unterstützung des Stadtwehrleiters." Stadtwehrleiter Hans-Joachim Siebert fängt den Ball nicht auf: „Die Feuerwehr Hohendorf ist eine selbstständige Feuerwehr mit einem eigenen Ausschuss. Ich habe keinen Einfluss auf diese Sache und werde mich auch nicht einmischen."

Eingeweiht in die jüngsten Vorkommnisse wurde auch Groitzschs Bürgermeister Maik Kunze. „Es handelt es sich hier um Eigentum der Kameraden und nicht um städtisches. Damit bleibt es in erster Linie eine wehrinterne Sache. Herr Krocker wollte das Ganze auch innerhalb der Wehr regeln, aber offenbar hat er dort nicht genügend Rückhalt bekommen. Ich werde mich ein stückweit zurückhalten, weil ich nicht genau weiß, was da noch eine Roll spielt und vielleicht nachschwappen könnte." Als Wehrleiter von Hohendorf und langjährigen Vize-Stadtwehrleiter in Groitzsch hat Kunze Klaus Krocker schätzen gelernt. „Er hat sich um die Feuerwehr sehr verdient gemacht." Solange sein Nachfolger nicht offiziell gewählt wurde, übt der bisherige Stellvertreter Mario Graichen die Funktion kommissarisch aus. Er war gestern für ein Statement nicht zu erreichen.

Die Einsatzbereitschaft der Wehr ist weiterhin gegeben, bestätigte Silke Große vom Ordnungsamt Groitzsch.

Kathrin Haase

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