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Die Blaue Moschee und viel Dreck gesehen

Die Blaue Moschee und viel Dreck gesehen

Maik Eggert hat es geschafft. Der 28-jährige Behinderte aus der Lebenshilfe-Werkstatt Am Wilhelmschacht hat erfolgreich an der Rallye Allgäu-Orient teilgenommen - als einer von drei Behinderten im Team des Motorsportclubs Lebenshilfe.

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Maik Eggert (Zweiter von rechts) unterwegs auf dem Weg von Oberstaufen nach Aman.

Quelle: privat

Borna. Jetzt hat der junge Mann neue Ziele.

Keine Frage. Die etwa 3000 Kilometer von Oberstaufen bis in die jordanische Hauptstadt Aman zurückzulegen, ist eine große Herausforderung. Für Maik Eggert waren die Tage zwischen dem 26. April und dem 19. Mai aber in erster Linie ein unvergessliches Erlebnis. Immerhin war der junge Mann einer von drei Behinderten und der einzige aus den neuen Bundesländern, die das Team der Lebenshilfe aus Rottenburg verstärken durften. Der junge Mann hatte sich auch gegen Mitbewerber durchgesetzt, weil er fit ist, wie Lebenshilfe-Geschäftsführer Uwe Drechsler überzeugt ist. Und so war er von Süddeutschland über Ungarn, Rumänien und die Türkei bis in den Nahen Osten unterwegs. Von der Türkei, wo Eggert in Istanbul die Sultan-Ahmed-Moschee, bekannt als die Blaue Moschee, gesehen hat ("Mein schönstes Erlebnis.") bis schließlich in den Nahen Osten. Durch Israel ging es angesichts der militärischen Auseinandersetzungen der Israelis mit Syrien quasi im Schweinsgalopp, bevor das Lebenshilfe-Team mit Eggert schließlich in Aman ankam. Immerhin auf dem vierten Platz, bei mehr als 100 Teilnehmern.

Eggert hatte dabei unterwegs spezielle Aufgaben. "Ich musste mich um die Bremsflüssigkeit und das Kühlwasser kümmern." Das Lebenshilfe-Team bestand aus neun Leuten, deren Tage oftmals bis zu 14 Stunden dauerten. Und dass es nicht das pure Vergnügen sein muss, stundenlang im Auto zu sitzen, weiß jeder, der einmal mit dem Auto Richtung Mittelmeer unterwegs war.

Für Eggert, Vater eines kleinen Kindes, war es aber vor allem eine beeindruckende Reise, auf der er keineswegs nur die Sonnenseiten gesehen hat. Was ihn besonders beeindruckt hat, war der Unterschied zwischen arm und reich, "und auch der viele Dreck." Wobei es bei der Rallye keineswegs nur darum ging, sich effizient fortzubewegen. Die Teilnehmer hatten Aufgaben, die etwa darin bestanden, die Geländerstäbe auf bestimmten Brücke zu zählen. Für die Tour gab es zudem Vorgaben, die das Leben nicht zwingend erleichtern. So durften die Kosten für eine Übernachtung nicht über 11,11 Euro liegen. Spezielle Direktiven gab es auch für die Autos, bei denen es sich beim Lebenshilfe-Team um einen 3erBMW sowie zwei Fords handelte, von denen jedes nicht mehr als 1111,11 Euro kosten durfte und mindestens 20 Jahre alt sein musste.

Was Maik Eggert nach der Fahrt bleibt, sind Freunde. Besonders aus der Türkei, wo er Leute kennengelernt hat, mit denen er seither im Kontakt steht - via Facebook, wie das heutzutage für viele üblich ist. Weil er so viel mit dem Auto unterwegs war, ha er Blut geleckt. "Ich würde gern meinen Führerschein machen". Ein Ziel, das für ihn allerdings auch eine Geldfrage ist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2013

Nikos Natsidis

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