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Borna Die Freuden und Sorgen der Imker
Region Borna Die Freuden und Sorgen der Imker
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18:00 09.10.2012
Imkerin Sonneck. Quelle: Peter Krischunas
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Rötha

„Doch wir haben auch unsere Probleme mit dem Vandalismus und der Monokultur auf den Feldern", erklärt Sonja Sonneck, die einzige Frau und Vorsitzende des Vereins.

Derzeit betreuen 25 Mitglieder rund 224 Bienenvölker in etlichen Städten und Gemeinden im Umkreis von 20 Kilometern um Borna. Für das kommende Jahr haben sich fünf neue Interessenten angemeldet, die um die 50 Jahre alt sind. „Damit könnten wir unseren hohen Altersdurchschnitt etwas senken", sagt Sonja Sonneck, die in Rötha lebt. Dort hat sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Hans-Dietrich Sonneck eine Bienenweide auf dem Gartengrundstück angelegt. Das hat seinen guten Grund. Zwar ist Rötha eine grüne Stadt, jedoch werden die Rasen kurz gehalten, was den Honigbienen herzlich wenig nützt. „Es fehlt zudem an wild bewachsenen Feldstreifen mit Pflanzen. Die Monokultur mit Kartoffel-, Mais- und Zwiebelfeldern rings um die Gemeinden haben für die Bienen ebenfalls keinerlei Nutzen. Doch die Imker im hiesigen Landstrich haben Glück. Ihre Bienenvölker bekommen durch vier Trachten im Jahr genügend Nahrung. Zudem bot der Raps im Frühjahr prächtige Voraussetzungen. Selbiges traf auf die Lindenblüte Mitte Juli und zuletzt die Goldrute im August zu. Sorgen bereitet den Mitgliedern seit Langem der zunehmende Vandalismus. „Immer öfter werden unsere Bienenbeuten zerstört", resümiert Sonja Sonneck. Bei dem einen werden die Bienenhäuser böswillig mit großen Steinen beworfen, andere brechen in die Stände ein, um an das Metall in den Schleudern oder Eimern zu kommen, um daraus Geld zu machen. „Das gab es früher nicht", sagt die 63-Jährige, die seit März 2011 Chefin des Imkervereins ist. Während sachsenweit die Zahl der Imkerinnen zunimmt, ist Sonja Sonneck nach wie vor die einzige Frau im hiesigen Verein. „Und das schon seit 25 Jahren, seitdem ich Mitglied bei den Imkern bin", so die Rentnerin. Zu dem Hobby kam sie durch einen Bekannten aus Berlin, der seit langer Zeit Bienen hält. „Er riet uns, Bienen wegen unserer Obstbäume zu halten, da sich dadurch der Ertrag an Obst erhöht", erinnert sich Sonneck. Rund 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau hängen in Deutschland von der Bestäubung der Honigbienen ab. Das sind Milliardenwerte. Eines Tages stand unerwartet eine Beute mit einem Bienenvolk auf ihrem Grundstück. Daneben lag ein Buch mit dem Titel: 300 Ratschläge für den Imker. „Da war es um mich geschehen", erinnert sich Sonja Sonneck. Das Hobby hat sie bis heute nicht mehr losgelassen. Im Herbst wird übrigens Bienenwachs hergestellt. Dazu werden die Waben im heißen Wasser gereinigt und geschmolzen. Daraus stellen die Sonnecks Kerzen her, die sie zur Weihnachtszeit auf Märkten verkaufen.

Peter Krischunas

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