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Die Hobbymalerin aus Rötha

Die Hobbymalerin aus Rötha

Ihre Wohnung wäre zu klein und das Aufräumen am Abend ziemlich lästig: Umso mehr genießt Waltraud Horn aus Rötha ihre kreativen Stunden im eigenen Atelier, das sie vor anderthalb Jahren anmietete.

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Beim Malen im eigenen Atelier vergisst Waltraud Horn die Zeit.Die Ideen liegen auf der Straße, sagt die Hobbymalerin.

Quelle: Thomas Kube

Rötha. Die Malerei bereite ihr großen Spaß, erzählt die 70-Jährige, die erst 2011 damit begann. Ihre erste Ausstellung ist zurzeit im Amtsgericht Borna zu sehen. 31 Bilder zeigen ganz unterschiedliche Sichtweisen.

Ihr Mann und eine Freundin redeten ihr gut zu, ein paar der schönen Bilder öffentlich zu zeigen. Irgendwann "habe ich mich getraut", sagt die Wahl-Röthaerin stolz. Erst als die Ingenieurin für Automatisierung in den Ruhestand ging, hatte sie Zeit für dieses späte Hobby, das sich bereits in der Kindheit abzeichnete. Sie habe aus dem "Eulenspiegel" Aktmodelle nachgemalt. "Der Kunstlehrer hat das nicht verstanden", erinnert sich Waltraud Horn mit einem Schmunzeln. Wenn es - viele Jahrzehnte später - im Büro am Telefon mal länger dauerte, habe sie dabei immer etwas gekritzelt. 2007 ging die gebürtige Gotenhafenerin (Gdynia) in Rente - und konnte sich nun ausleben. Sie besuchte Workshops, kaufte sich Lektüre, nahm 2009 am Malkurs von Christina Rauschenbach teil. Als Vorlage für ihre Arbeiten dienen unter anderem Fotos, ein genaues Abbild aber sei nicht ihr Ding. "Ich baue ein eigenes Bild daraus." Landschaften gehören zu ihren Lieblingsmotiven - jede Jahreszeit habe ihre Reize. Und so zieren den ersten Kalender mit dem Titel "Meine Sichtweisen in Aquarell" unter anderem Mohnblumen, eine Ostsee-Impression, Weintrauben und einen Storch, der gerade aus dem Horst abhebt. Letzteres beobachtete die Hobbykünstlerin von zu Hause aus und brachte zunächst eine Skizze zu Papier.

Ideen habe sie genug, erzählt die sympathische Frau. Sie entstehen unterwegs, wenn sie irgendetwas sieht, wenn sie mit dem Hund die Stammrunde am Stausee geht. Die Kamera ist vorsorglich immer dabei, um mögliche Motive festzuhalten. Sie liegen im wörtlichsten Sinne auf der Straße. Manchmal auch in der Zeitung: Die Fotos von Thomas Kube hätten sie bereits inspiriert, erzählt sie dem LVZ-Fotografen.

Eine gewisse Portion Besessenheit führe zur Strenge mit sich selbst. "Wenn es mir nicht gefällt, landet das Bild irgendwo", erklärt Horn, sie habe einige angefangene Bilder. Ihre Auseinandersetzung mit Maltechniken geht weiter. Nach Aquarell und Pastellmalerei hat sie sich als Nächstes für Porträtzeichnungen angemeldet. Die finde sie "sehr interessant." Im Übrigen sei der Austausch mit Gleichgesinnten wichtig, den die agile Seniorin im Internet pflegt. Anregungen geben auch so manche Vernissage.

Die Malerei sei Abwechslung zum Alltag - und eine Möglichkeit, Ruhe zu finden. "Ich vergesse die Zeit beim Malen", erzählt sie und genießt es, keinerlei Zeitdruck zu haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.02.2014
Grätz, Saskia

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