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Borna „Die Hoffnung stirbt zuletzt“
Region Borna „Die Hoffnung stirbt zuletzt“
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13:04 13.10.2009
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Neukirchen

Sein Sohn geht dort in die dritte Klasse, seine Tochter wird in zwei Jahren eingeschult. „Ich hoffe, dass sie bis zur Schließung der Schule noch ihre vierte Klasse beenden kann“, sagt Kipping, der im Nachbarort Wyhra lebt.

Wie er zeigen die meisten Eltern kein Verständnis für den Stadtratbeschluss im September, die einzige Grundschule im Wyhratal dichtmachen zu wollen. Viele hegen die Hoffnung, dass sich der Neubau der Grundschule Borna-Nord und die Sanierung der Einrichtung im Stadtteil West noch viele Jahre hinziehen werden und zwischenzeitlich eine Kehrtwende im Stadtrat entstehen könnte.

„Wie auch immer, die Hoffnung stirbt zuletzt“, meint auch Alexandra Mähler. Deren Sohn Florian besucht die zweite Klasse in Neukirchen und wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch noch die vierte Klasse abschließen können. Was mit Tochter Ulrike wird, stehe in den Sternen, so Mähler. Die geht derzeit in den Zedtlitzer Kindergarten. „Ob sie 2011 in Neukirchen oder in der Stadt Borna eingeschult wird, weiß ich nicht“, ist die Neukirchenerin zerknirscht.

Die Wut der Wyhrataler hat noch einen weiteren Grund. Laut Maic Staudacher (Bürger für Borna – BfB) wurde vor Jahren in den Fusionsvertrag zwischen Borna und Wyhratal der Erhalt der Grundschule Neukirchen festgeschrieben. „Dieses Versprechen wurde mit dem Stadtratsbeschluss gebrochen“, erklärt Staudacher der LVZ.

Auch bei Lehrern und Erziehern des Hortes bleibt ein winziger Hoffnungsschimmer. Silvia Ehritt, die zum Schuljahresbeginn Schulleiterin Petra Zapfe ablöste, erklärt: „Der Elternrat und weitere Väter und Mütter halten weiterhin am Erhalt der Schule fest.“ Das Engagement klinge bis heute nicht ab. In den vergangenen Jahren – Ehritt war zu der Zeit Lehrerin in der Deutzener Grundschule – haben die Eltern und Lehrer sowie die Pädagogen vom Hort sehr viel für das Umfeld der Einrichtung getan. Die Zedtlitzerin hofft, dass nicht alles umsonst war.

Der Hort „Abenteuerland“ erhielt vor einigen Wochen sogar ein Qualitätssiegel seines Trägers, der Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental. Neukirchens Hort ist die 22. von insgesamt 53 Hort- und Kindereinrichtungen der Kreisvereinigung der Volkssolidarität, die das innerbetriebliche Qualitätssiegel für ein anspruchsvolles pädagogisches Konzept erhalten haben.

Ein Fakt mehr, der Hort-Leiterin Helga Schlenzig kämpferisch werden lässt. „Es werden noch einige Jahre ins Land gehen, bis der Schulneubau und die Sanierung in der Stadt abgeschlossen sind“, sagt sie. Bis dahin könne noch viel passieren. „Nichts gegen die Schule in Nord, aber auch wir gehören zur Kreisstadt, und unsere Schülerzahlen sind ebenfalls über Jahre hinaus stabil“, so die Hort-Leiterin.

Peter Krischunas

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