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Die Kleinsten mit den größten Sorgen: Kreis will Mini-Dörfern helfen

Orten mit weniger als 100 Leuten Die Kleinsten mit den größten Sorgen: Kreis will Mini-Dörfern helfen

Nirgendwo hinterlässt die demografische Entwicklung sichtbarere Spuren als auf dem flachen Land. Auch im Landkreis Leipzig, in dem es mittlerweile 56 so genannte Kleinstdörfer gibt. Dabei handelt es sich um Ortschaften, die zu einer größeren Kommune gehören, die aber weniger als 100 Einwohner haben.

Roswitha Gotter (l.) und Annelies Köhler sind alteingesessene Papsdorfer, die gern in ihrem kleinen Dorf wohnen. Ihr Wohnort unweit von Dürrweitzschen zählt zu den 56 sogenannten Kleinstdörfern im heutigen Landkreis Leipzig.

Quelle: Thomas Kube

Borna/Grimma. Nirgendwo hinterlässt die demografische Entwicklung sichtbarere Spuren als auf dem flachen Land. Auch im Landkreis Leipzig, in dem es mittlerweile 56 sogenannte Kleinstdörfer gibt. Dabei handelt es sich um Ortschaften, die zu einer größeren Kommune gehören, die aber weniger als 100 Einwohner haben. Womit sich die Frage stellt, ob dort über kurz oder lang noch die gesamte öffentliche Infrastruktur aufrechterhalten werden kann. Um die Perspektive von Ortschaften wie Michelwitz bei Groitzsch, den Kohren-Sahliser Ortsteil Wüstenhain sowie auch Kornhain bei Wurzen und Papsdorf bei Dürrweitzschen (Stadt Grimma) geht es in einem Projekt des Landratsamtes, das den Titel „Kleinstdörfer mit starkem Handlungsdruck“ trägt und dessen Ergebnisse in einem Jahr vorliegen sollen, sagt Isabella Peisker vom Amt für Kreisentwicklung.

Auf der Grundlage einer Studie zum „Wohnen im Landkreis 2025“ will der Landkreis mit dem avisierten Konzept konkrete Handlungsoptionen für die Kleinstdörfer präsentieren. Es gehe darum, „vorausschauend Fehlinvestitionen im Landkreis zu vermeiden“, wie es in der Begründung eines Antrages auf Fördergelder für das Projekt mit Blick auf die künftige Infrastruktur heißt. Es sei deutlich geworden, dass trotz der Nähe zur Großstadt Leipzig die starken Bevölkerungsverluste weiter anhalten. Es gebe zudem altersstrukturelle Verwerfungen in Dörfern, wenn dort der Anteil von Kindern unter fünf Prozent liege, aber mehr als ein Drittel der Bewohner Senioren sind. Die Kleinstdörfer, die sich vor allem im Raum Groitzsch, Kohren-Sahlis sowie besonders stark östlich von Grimma finden, sollen hinsichtlich der künftigen Bevölkerungsentwicklung, ihres Wohnungsbestandes und ihrer Erreichbarkeit sowie ihrer Ausstattung untersucht werden. Dabei wird nach Kleinstdörfern unterschieden, die wie Köllmichen (Grimma), Canitz (Thallwitz) und Kleinprießligk (Groitzsch) als stabil gelten sowie nach „stark gefährdeten“ Dörfern, zu denen vom Landratsamt unter anderem Obertitz (Groitzsch), Pflug (Kohren-Sahlis) und Alt-Ottenhain (Frohburg) zählen. Gemeinsam ist den Kleinstdörfern beider Kategorien, dass ihr Entwicklungspotenzial sichtbar gemacht werden soll, wie es im Fördermittelantrag weiter heißt, also ihre Lage im Landkreis, aber auch ihre Erreichbarkeit und die Versorgungsangebote. In die Untersuchung sollen zudem die Ergebnisse der sechsten regionalisierten Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes im Kamenz einfließen, die in absehbar Zeit erwartet werden. Dabei, macht Isabella Peisker klar, sei es keineswegs zwangsläufig, dass Dörfer mit einer älteren Bevölkerung keine Perspektive hätten. Es gebe Dörfer, in denen die Generation Ü 70 dominiere, in denen aber auch Nachwuchs und Nachfolger vorhanden seien. In jedem Fall sollen die Bewohner der Kleinstdörfer befragt werden, bevor es Vorschläge für die künftige Entwicklung gebe. Nicht zuletzt sollen der Finanzbedarf und die Aufgaben der Kommunen, zu denen die Dörfer gehören, diskutiert werden. Mit der Untersuchung, erklärt die Expertin vom Amt für Kreisentwicklung, seien keine konkreten Entscheidungen über die Zukunft der Kleinstdörfer verbunden. Vielmehr gehe es um „ein abgestimmtes Entwicklungsszenario“. Der Handlungsdruck dabei sei aber sehr groß.

Von Nikos Natsidis

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