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Borna „Die Leute haben immer weniger Geld in der Tasche“
Region Borna „Die Leute haben immer weniger Geld in der Tasche“
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12:52 13.10.2009
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Borna

Der Andrang in der Einrichtung in der Haulwitzer Straße war groß. Für Petra Scherpe, die Leiterin des städtischen Integrationskindergartens, kein Wunder. „Die Leute haben immer weniger Geld in der Tasche und sind deswegen auf solche preiswerten Angebote angewiesen“, sagte sie.

Initiatoren der Börse waren Antje Neumann und Kathleen Löbel vom Elternaktiv. „Die Schränke sind voll, und unsere Kinder sind längst aus den Sachen herausgewachsen“, meinte Neumann. Deshalb habe man sich für die Börse entschieden. Der Überschuss wird an den Kindergarten gespendet.

Insgesamt acht Verkäuferinnen boten in den Gängen der Einrichtung ihre Waren an. Deren Palette reichte vom Kinderwagen über Spielzeug bis zu allen erdenklichen Kleidungsstücken. Kathleen Löbel hat zwei Töchter. Deshalb bot die Bornaerin vorwiegend Kleidung bis zur Größe 116 an, die für Kinder im Alter von etwa vier bis fünf Jahren geeignet ist.

Angesichts der großen Nachfrage am Sonnabend wollen Löbel und Neumann die Börse künftig zweimal im Jahr – im Herbst und Frühjahr – durchziehen. „Wir hoffen, dass sich unsere Aktion herumspricht und sich beim nächsten Mal ein paar mehr Anbieter melden“, sagten die beiden 34-jährigen Mütter.

Die Bornaerin Doreen Hempel besuchte zum ersten Mal solch eine Kinderbekleidungsbörse. Ihre Tochter ist acht Monate alt. „Sie wächst so schnell, dass die Kleidung ein teurer Kostenfaktor ist“, so die 32-Jährige, die nach ihrem Erziehungsurlaub wieder als Service-Mitarbeiterin bei McDonald im Gewerbegebiet „Am Wilhelmschacht“ arbeiten wird. Ihr Lebenspartner sei zwar Vollverdiener, trotzdem müsse man auf jeden Euro achten. Deshalb werde es nicht ihre letzte Kleiderbörse gewesen sein, die sie besuchte.

Antje Peyker war eine der acht Anbieter. Die Kahnsdorferin ist allerdings schon ein kleiner Verkaufsprofi. Im April hatte sie selbst eine Börse in Lobstädt auf die Beine gestellt, und kommenden Sonnabend folgt dort im Gemeindesaal ihre zweite. Den Erlös spendet sie übrigens an die Lobstädter Kindertagesstätte. Selbst verdiene sie nichts an der Börse, meinte sie. Vielmehr gehe es ihr darum, sozial schwachen Menschen zu helfen. „Die drehen mittlerweile jeden Cent zweimal um“, meinte die Mutter eines elfjährigen Kindes.

Da die Preise bei einer Börse sogar niedriger als in einem Second-hand-Shop seien, helfe das den Leuten ungemein. „Ich selbst bin Hausfrau, nur mein Mann bringt das Geld nach Hause“, sprach Peyker aus eigener Erfahrung.

Peter Krischunas

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