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Südraumhymne von Lothar Heise: Das Lebensgefühl rund um Borna in G-Dur

Lied Südraumhymne von Lothar Heise: Das Lebensgefühl rund um Borna in G-Dur

Alles schon mal dagewesen. Denn das so genannte Neunseenland-Lied aus der Feder von Marcus M. Doering, das jetzt im Rahmen der Sieben-Seen-Wanderung im Markkleeberg vorgestellt wurde, ist keineswegs das erste seiner Art.

Führten einst die Südraumhymne auf: die Sänger vom Männerchor Eula.

Quelle: privat

Borna. Alles schon mal dagewesen. Dieser Satz wird dem jüdischen Schriftgelehrten Akiba Ben Joseph zugeschrieben. Und er stimmt auch in diesem Fall: Denn das so genannte Neuseenland-Lied aus der Feder von Marcus M. Doering, das jetzt im Rahmen der Sieben-Seen-Wanderung im Markkleeberg vorgestellt wurde ( die LVZ berichtete), ist keineswegs das erste seiner Art. Bereits vor 14 Jahren hatte die Südraum-Hymne von Lothar Heise in einem Konzert auf dem Bornaer Volksplatz Premiere. Und das Lied hätte es durchaus verdient, wieder aufgeführt zu werden, findet der 86-jährige Komponist.

Es ist eine sangbare Melodie, die der gelernte Schriftsetzer zu Papier brachte – in einer Zeit, in der noch eher vom Südraum als vom Neuseenland die Rede war. Anfang des letzten Jahrzehnts, als in und um Leipzig die Euphorie wegen der Olympia-Bewerbung der Messestadt ihrem Höhepunkt entgegentrieb, machte Heise, der auch den Text des Liedes schrieb, den gigantischen Landschaftswandel zum Thema. „Vom Kohlepott ist nicht mehr viel geblieben...“ heißt es da und „...weil wir uns’re Heimat so sehr lieben“ – eine wohlgemute Beschreibung des damaligen Lebensgefühls zwischen Zwenkau und Borna in G-Dur.

Sangbar machte das Stück der Musiklehrer Andreas Schitke, damals wie heute am Bornaer Gymnasium Am Breiten Teich und zwischenzeitlich auch für ein halbes Jahrzehnt für die SPD im Bornaer Stadtrat, der seinerzeit den Männerchor Eula leitete. Er schrieb eine zweite Stimme. Auch für den Komponisten und Texter Heise war die Uraufführung im Rahmen des dritten Festivals der Chöre auf dem Volksplatz ein Heimspiel. Heise, heute in Markkleeberg zu Hause, war seinerzeit Tenor bei den Sangesfreunden in Eula.

Mittlerweile hat er den Chor gewechselt und singt im Harthchor Zwenkau mit. Seine musikalische Laufbahn begann der passionierte Akkordeonspieler nach dem Krieg als Tanzmusiker, in einer Zeit, als Livemusik zum Tanz noch üblich war. Die Südraumhymne, in der es auch heißt „Der Südraum ist ein schönes Stück von Sachsen“, ist keineswegs sein einziges Werk. Und Heise weist darauf hin, dass er seine Hymne ganz bewusst an das Steigerlied angelehnt hat, jenes Stück, das aus Sachsen stammt, im Ruhrpott als heimliche Nationalhymne gilt und auch bei den Zusammenkünften ehemaliger Bergleute in Borna oder Espenhain für eine ganz besonders erhabene Stimmung sorgt. Mehrfach aufgeführt wurde auch Heises Shanty „Käptn Kurt“, ein Stück mit Akkordeonbegleitung. Der Mann, der heutzutage eher am Keyboard als am Akkordeon sitzt, hat zudem Mundartlieder geschrieben.

Er wünscht sich wie jeder Komponist, dass seine Stücke auch zu hören sind. In der Öffentlichkeit. Das gilt auch für seine Südraumhymne, die es verdient hätte, wieder einmal vor Publikum zu erklingen.

Von Nikos Natsidis

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