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Borna "Die Trauben hängen höher"
Region Borna "Die Trauben hängen höher"
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14:17 19.05.2015
Der Vorstand des neuen Vereins mit dem Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (Mitte) an der Spitze. Quelle: Frank Prenzel

Der Verein fungiert künftig als Träger zur Förderung der ländlichen Entwicklung und muss jetzt schleunigst eine Leader-Entwicklungsstrategie für den Südraum auf den Weg bringen.

Bislang floss aus Brüssel über das Programm der Integrierten ländlichen Entwicklung (Ile) Geld in die Region. Von 2007 bis 2013 waren es knapp 16 Millionen Euro. Nunmehr setzt Sachsen ausschließlich auf das Leader-Förderprogramm. Um unter den geänderten Vorzeichen auch künftig Mittel der EU abzuschöpfen, schlossen sich die bisherigen Ile-Gebiete "Südraum Leipzig" und "Weiße Elster" zusammen und bilden künftig eine der insgesamt 29 sächsischen Leader-Regionen. Markranstädt, bislang keinem Ile-Gebiet zugehörig, schloss sich an. Die Bildung des Trägervereins war eine weitere Voraussetzung, um auch in der neuen Förderperiode, die bis 2020 andauert, nicht leer auszugehen.

Der inzwischen eingetragene gemeinnützige Verein, dessen Vorsitz der Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU) übernahm, zählt derzeit 30 Mitglieder - die Kommunen ebenso wie Unternehmen der Wirtschaft und des Tourismus'. 13 weitere Interessenten hätten ihren Beitritt signalisiert, informierte Regionalmanagerin Annedore Bergfeld. "Wir sind daran interessiert, den Verein breiter aufzustellen, um die Entwicklungsstrategie der Region voranzubringen." Der Verein solle nicht nur Träger für die Leader-Region Südraum Leipzig, sondern auch Ideengeber und Gestalter sein. Zur ersten außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montag in Pegau wurden auch die Satzung und die Beitragsordnung vorgestellt.

Bergfeld informierte über den Zeitplan. Und es gibt noch viele Unbekannte. Denn zunächst muss Brüssel das von Dresden eingereichte EPLR-Rahmenprogramm genehmigen, ehe klar ist, wie viel Geld ab 2015 ankommen wird. "Es wird weniger, aber mehr als erwartet", zitierte Bergfeld das Umweltministerium. Gemunkelt wird von 70 bis 80 Prozent der bisherigen Fördersumme. Zudem benötigt die Leader-Region Südraum Leipzig eine bestätigte Entwicklungsstrategie, um das Geld abfassen zu können. Dabei drängt die Zeit. Mitte des Jahres ist der erste Teil des Papiers abzugeben, die Endfassung muss Ende Januar 2015 dem Ministerium vorliegen. "Wir haben also nicht mal ein Dreivierteljahr", so Bergfeld. In dieser Zeit muss die Region ihr eigenes Förderprogramm schreiben, weil es keine Vorgaben mehr gibt. Bergfeld: "Die Region muss sich dazu bekennen, was sie in welchem Umfang fördern will." Die Schwerpunkte lägen in der Sicherung der Attraktivität des ländlichen Raumes und hierbei auch in der vor allem für die Kommunen so wichtigen Infrastruktur, bei der touristischen Entwicklung und der Interkommunalen Kooperation. Für diese inhaltlichen Aspekte werden nun im Mai drei Arbeitsgruppen gebildet. Eine vierte könnte laut Bergfeld hinzukommen, wenn die LAG auch die Fischereiwirtschaft mit abdecken und sich so zusätzliche Mittel erschließen würde.

"Es gibt viel zu tun, die Trauben hängen höher, um an Fördermittel zu kommen", brachte es Vereinschef Kunze auf den Punkt.

Der diesjährige Haushalt des Vereins sieht Mitgliedsbeiträge in Höhe von reichlich 28 000 Euro vor. Die Städte und Gemeinden unterm Dach des Kommunalen Forums Südraum Leipzig, bislang Träger der gleichnamigen Ile-Region, zahlen jährlich 20 Cent pro Einwohner, die anderen Kommunen 31 Cent. Bei Unternehmen beträgt der Mitgliedsbeitrag je nach Firmengröße 150 oder 300 Euro. Um das Strategiepapier auf den Weg bringen zu können, rechnet der Verein des Weiteren mit 70 000 Euro Fördergeld. Die Geschäftsbesorgung übernimmt das Kommunale Forum.

Die Leader-Region hat sich auch ein Logo gegeben. Es war bereits vom Ile-Gebiet "Weiße Elster" genutzt worden und symbolisiert mit seinen vier Farben den Landschaftsraum, die Landwirtschaft, die Gewässer und den Bergbau. Bis - vermutlich im nächsten Jahr - ein eigener Internet-Auftritt steht, wird die Plattform des Kommunalen Forums genutzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2014
Frank Prenzel

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