Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Die Tücken des Restsees

Die Tücken des Restsees

Die Renaturierung der ehemaligen Aschekippe an der Ostausfahrt des ehemaligen Tagebaus Böhlen wird deutlich länger als geplant dauern. Vattenfall Europe legte für das millionenschwere Projekt neue und zugleich noch strengere Sicherheitsregelungen fest, nachdem es im Uferbereich des zu verfüllenden Restsees einen Unfall gegeben hatte.

Voriger Artikel
Regis hat seine Schule
Nächster Artikel
Kein Schnellschuss

Im Gespräch auf der Baustelle: Der Geschäftsführer der Mueg Andreas Gerhardt (50, l.) und Bereichsleiter Thomas Beyer (54).

Quelle: Jakob Richter

Lippendorf/Böhlen. Er endete zum Glück glimpflich. Fachleute hatten den See von Beginn an als unberechenbar eingestuft. In mehr als 30 Jahren – von 1968 bis 2000 – wurden rund 20,4 Millionen Kubikmeter Asche aus dem Altkraftwerk Lippendorf eingespült. Das Ergebnis: ein diffuser Untergrund, der sich nur langsam würde beseitigen lassen. Die Instabilität bestätigte sich im Januar vorigen Jahres. „Es gab einen Grundbruch im See", sagt Andreas Gerhardt (50), Geschäftsführer der Mitteldeutschen Umwelt und Entsorgung GmbH (Mueg), die als Bauherr fungiert. Erdmassen rutschten damals plötzlich weg und brachten auch einen im Uferbereich stehenden Radlader ins Wanken. Die Maschine kippte nach vorn ins Wasser und musste per Kran herausgeholt werden. Der Fahrer blieb zum Glück unverletzt. Vattenfall indes nahm diesen Unfall zum Anlass, um die strengen Sicherheitsvorkehrungen für das Gelände nochmals zu verschärfen. Es werde nun noch vorsichtiger gearbeitet, so Gerhardt gestern bei einem Vororttermin. Außerdem wurden die Lasten am Ufer verteilt und drei Stellen geschaffen, um sich dem Restsee mit schwerem Gerät anzunähern. Das harmlos erscheinende Gewässer schluckt unvorstellbare Mengen an Abbruchmaterial, Bahnschwellen, Betonresten und Braunkohlenasche. „Rund 2,4 Millionen Tonnen Material wurden bereits eingebaut", erläutert Thomas Beyer (54). Der Diplomingenieur ist bei der Mueg Geschäftsbereichsleiter für Deponie und Bergbausanierung. Diese Baustelle sei eine ganz besondere. Letzte Schätzungen gehen davon aus, dass der Restsee noch weitere 1,5 Millionen Tonnen Bauschutt verschlingen wird. Vielleicht auch mehr. Und so rollen Tag für Tag zig Laster auf das Gelände, um in gebotener Entfernung Ladung für den einst 15 Hektar großen See abzukippen. Um der großen Unbekannten sicher zu begegnen, sind geotechnische Gutachter vor Ort. Sie werten wöchentlich Setzungspegel des Bodens aus und legen danach die Arbeitsweise am Ufer fest. In den sensiblen Bereichen arbeiten pro Schicht zwei Mann, die das Tageslicht ausnutzen. Einer lenkt den 90 Tonnen schweren Bagger, einer beobachtet im Umfeld der Maschine den Boden, achtet auf Risse. Auf der anderen Seite wird per Raupe in etwas größerem Abstand zum See gearbeitet. Für Anfang Oktober soll den Planungen zufolge am ehemaligen Pumpenhaus eine neue Technologie versuchsweise anlaufen. Eine mit Bauschutt beladene Schute wird zur tiefsten Stelle des Sees fahren und dort direkt abkippen. „Wir lassen uns auf keinerlei Risiken ein", sagt Gerhardt. Eine Fachfirma, die auf diese Weise bereits am Senftenberger See arbeitete, werde den Job auf dem Wasser übernehmen. 500 Tonnen Abbruchmaterial pro Tag werden dann verklappt. „In zwei Jahren sollen es 200 000 Tonnen sein. So ist der Plan", sagt Beyer und betont, dass Sicherheit auf der Baustelle oberstes Gebot sei. Derzeitigen Prognosen zufolge könnte die „Operation See" 2017/2018 beendet sein und die Begrünung des Areals beginnen. Das ursprünglich avisierte Ziel Ende 2013 war wegen des Unfalls in weite Ferne gerückt.

Saskia Grätz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
Borna in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 62,44km²

Einwohner: 20.382 Einwohner (Dezember 2016)

Bevölkerungsdichte: 326 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04552

Ortsvorwahlen: 03433

Stadtverwaltung: Markt 1, 04552 Borna

Ein Spaziergang durch die Region Borna
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

16.12.2017 - 20:20 Uhr

Mein bebildeter Bericht beinhaltet Fußball und Weihnachtliches.

mehr
  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr