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Die Wanne ist voll – aber nicht alle LMBV-Seen um Borna haben Badewasser

Nachsorge bei ehemaligen Tagebaue Die Wanne ist voll – aber nicht alle LMBV-Seen um Borna haben Badewasser

Auch wenn es der Betrachter kaum glauben mag: In den Hainer und den Haubitzer See fließt nach wie vor Wasser. Dabei haben die beiden großen Gewässer ihren Endwasserspiegel bis auf wenige Dezimeter im Prinzip erreicht.

Der Hainer See.
 

Quelle: LMBV/Peter Radke

Borna.  Auch wenn es der Betrachter kaum glauben mag: In den Hainer und den Haubitzer See fließt nach wie vor Wasser. Dabei haben die beiden großen Gewässer ihren Endwasserspiegel bis auf wenige Dezimeter im Prinzip erreicht, sagt Rolf Schlottmann, Abteilungsleiter Planung Westsachsen/Thüringen bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltung (LMBV). Weil aus ihnen dennoch Wasser versickert, erhalten sie Fremdwasser – aus dem Tagebau Profen in Sachsen-Anhalt. Die beiden Seen, aus dem einstigen Tagebau Witznitz II entstanden, sind äußerlich betrachtet „fertig“. Das gilt im Prinzip auch für den Kahnsdorfer und den Bockwitzer sowie den Haselbacher See, die anderen Gewässer rund um Borna, für die die LMBV weiterhin bergbaurechtlich zuständig ist. „Die wasserwirtschaftliche Nachsorge betreiben wir aber sicherlich noch 30 Jahre“, sagt Schlottmann. Die Projektplanung der LMBV läuft deshalb bis zum Jahr 2050.

Drei der fünf noch von Bergbaunachfolger LMBV betreuten Seen sind fürs Baden geeignet: der Hainer, der Haubitzer und der Bockwitzer See, wobei Letzter weitgehend dem Naturschutz untersteht. Der Kahnsdorfer See soll ohne menschliche Eingriffe bleiben. Der Hauselbacher See ist noch nicht endgültig gefüllt.

Drei der fünf noch von Bergbaunachfolger LMBV betreuten Seen sind fürs Baden geeignet: der Hainer, der Haubitzer und der Bockwitzer See, wobei Letzter weitgehend dem Naturschutz untersteht. Der Kahnsdorfer See soll ohne menschliche Eingriffe bleiben. Der Hauselbacher See ist noch nicht endgültig gefüllt.

Quelle: Patrick Moye

Ob bis dahin noch Wasser über die insgesamt 70 Kilometer lange Leitung aus Profen in die Seen rund um Borna fließt, ist unklar. Das Bergbausanierungsunternehmen überlegt, den entsprechenden Vertrag mit Kohleförderer Mibrag auch über das Jahr 2018 hinaus zu verlängern. Kostenpunkt pro Jahr: 750 000 Euro. Es handelt sich dabei um sogenanntes Sümpfungswasser, Wasser, das bei der Trockenlegung des Tagebaus entsteht. Fest stehen aber längst die Perspektiven für die Gewässer, die sich zumindest am Haubitzer und am Hainer See auch klar erkennen lassen. Beide gehören der Firma Blauwasser, und sie werden bereits touristisch genutzt. Schlottmann: „Das Wasser hat Badequalität.“ Was sich vom Inhalt des benachbarten Kahnsdorfer Sees keineswegs sagen lässt. Dessen Wasser ist sauer, und dort erfolgt auch kein Einspeisung aus dem Tagebau Profen. „Das ist ein Landschaftssee“, erklärt der Experte der LMBV. Das Gewässer soll sich unabhängig von menschlichen Eingriffen entwickeln.

Anders beim Bockwitzer See, der aus dem einstigen Tagebau Borna-Ost entstand und in den Jahren 1993 bis 2005 geflutet wurde. Um dessen Nutzbarkeit voranzutreiben, hat sich vor reichlich anderthalb Jahren bereits eine Arbeitsgruppe des Bornaer Stadtrates gegründet. Allerdings tendiert der See zur Rückversauerung, sagt LMBV-Planer Schlottmann. Aus den Kippen am Uferrand tritt Säure ein, weshalb der Bergbaunachfolger lange Zeit versuchte, das Gewässer zu stabilisieren. „Wir habe dort Kalk zugeführt“, so Schlottmann, und zwar am südlichen Ufer. Das hat die LMBV nicht zuletzt aus Kostengründen eingestellt, „und wir lassen jetzt eine Rückversauerung zu“. Ein Großversuch, der auch deshalb möglich ist, weil das Wasser nach wie vor um einen ph-Wert schwankt, durch den aber die Qualität des Wassers in der Eula und Wyhra nicht beeinträchtigt wird. Dorthin fließt ein Teil des Wassers aus dem Bockwitzer See über den Saubach im Bornaer Norden ab.

Das aber ändert nichts daran, dass der See auch ohne die noch ausstehende wasserrechtliche Genehmigung genutzt werden kann. Zum Baden, wie Schlottmann betont. „Das ist nicht bedenklich.“ Davon zeugen alljährlich im Sommer immer wieder Badegäste am Bockwitzer See. Zur Naherholung ist allerdings nur der Nordbereich vorgesehen. Der See ist ein Flora-Fauna-Habitat (FFH-Gebiet) und ein Naturschutzgebiet, in dem 180 Vögel beheimatet sind.

Noch nicht im Endstadium ist der Haselbacher See, durch den die sächsisch-thüringische Landesgrenze verläuft. Der See erhält ebenfalls Tagebauwasser, allerdings aus Schleenhain. Er wird dennoch schon seit Jahren genutzt.

Von Nikos Natsidis

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