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"Die Zahl der Unfälle wird steigen"

"Die Zahl der Unfälle wird steigen"

Am Sonntag hat es auf der A 72 bei Borna gekracht. Am späten Nachmittag fuhr der 28-jährige Fahrer eines BMW mit Zwickauer Kennzeichen zwischen Borna-Süd und Frohburg gegen eine Schutzplanke.

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Einer der bislang schwersten Verkehrsunfälle auf dem neuen A-72-Teilstück ereignete sich am 23. Juni.

Quelle: Feuerwehr Geithain

Borna. Der Unfall aus bislang ungeklärter Ursache ging glimpflich aus, es blieb bei Sachschaden und leichten Verkehrsbehinderungen.

Rund 60 Verkehrsunfälle, vier schwer, zwei leicht Verletzte, keine Toten: Das ist die Bilanz ein Jahr nach der Freigabe der Autobahn 72 zwischen Borna-Nord und Rochlitz. Für die Chemnitzer Polizei, die den Abschnitt - zurzeit noch - betreut, ist nicht allzu viel zu tun. Der Rettungsdienst rückt selten auf die Autobahn aus. Die Feuerwehren Geithain, Frohburg, Borna, Obergräfenhain, Langenleuba-Oberhain und Penig werden selten alarmiert. Doch das dürfte sich ändern, wenn die A 72 das Kreuz zur A 38 südlich von Leipzig erreicht.

"Der Verkehr nimmt zu. Und damit wird die Zahl der Unfälle steigen. Und nicht nur die. Es passieren ja auch Fahrzeug- oder Böschungsbrände", sagt Lars Kupfer. Der Frohburger Stadtwehrleiter verweist zudem auf die zahlreichen Gefahrgut-Transporter, die schon heute über die noch unvollständige Autobahn 72 rollen. Das Großtanklager bei Hartmannsdorf und die Leunaer Raffinerien etwa würden von vielen angesteuert. Zurzeit aber sei die Frohburger Feuerwehr nur selten gefragt, sagt Kupfer: "Wir haben auch nicht damit gerechnet, dass es die Masse sein wird." Schließlich sei die Trasse gut ausgebaut und ohne Tücken. Gemeinsam mit der Geithainer Wehr habe man drei Einsätze gefahren. Der zusätzliche Aufwand, den die Autobahn beschere, sei also überschaubar. Und Frohburg sei gut ausgerüstet. "Mit unserem wendigen Transporter sind wir auch bei einem Stau schnell vor Ort", sagt Kupfer. An Bord sind hydraulische Schneidgeräte und eine Ersthelfer-Ausstattung. Die Kameraden wurden regelmäßig und gezielt geschult. Das Einzige, was perspektivisch nötig sei: ein neues Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug.

Wird die Hilfe der Feuerwehr auf der Autobahn benötigt, gibt es ein klares Reglement. Die Frohburger und Geithainer zum Beispiel sind verantwortlich für die Richtungsfahrbahn Chemnitz zwischen den Anschlussstellen Geithain und Rochlitz. In der Gegenrichtung kommen sie zwischen Geithain und Borna-Süd zum Einsatz, sind aber auch schon bis Borna-Nord gefahren. Um die übrigen Abschnitte kümmern sich die anderen Wehren. Kupfer: "Das hat sich bewährt."

"Die Einsatzzahlen auf der Autobahn liegen erfreulich niedrig", resümiert der Peniger Stadtwehrleiter Thomas Cramer. Er sehe nur eine marginale Zunahme; bemerkenswerterweise konzentrierten sich die Unfälle auf die Richtungsfahrbahn Chemnitz. Die Ausrückeordnung sei sinnvoll, doch sie funktioniere nicht reibungslos: "Die Unterstützung von Obergräfenhain durch die Kräfte aus Rathendorf macht uns Probleme. Das liegt daran, dass Rathendorf zu einer anderen Leitstelle gehört als wir." Cramer sieht hier die Landratsämter in der Pflicht.

"Unfälle mit getöteten Personen gab es bislang keine", sagt Rafael Scholz von der Polizeidirektion Chemnitz. Bisher habe die Polizei vier Unfälle mit Verletzten registriert, mit vier schwer und zwei leicht verletzten Personen. Ein Drittel aller Unfälle, 20 nämlich, seien mit Wild geschehen - trotz der inzwischen beidseits der Trasse vorhandenen Schutzzäune. "Die Zusammenarbeit von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr funktioniert gut", so Scholz. Nach der Fertigstellung der A 72 bleibe die Polizeidirektion Chemnitz nach der derzeitigen Planung bis zur Anschlussstelle Borna-Süd zuständig. Die Polizeidirektion Leipzig kümmere sich dann um den verbleibenden Teil bis zum Kreuz Leipzig-Süd.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.07.2014
Ekkehard Schulreich

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