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Die Zukunft lebt von der Historie

Die Zukunft lebt von der Historie

Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht gestalten. Mit diesen Worten eröffnete Andreas Berkner vom Dachverein Mitteldeutsche Straße der Braunkohle gestern die Ausstellung "Tage.

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Landkarte als Fußboden bei der Ausstellung in Witznitz.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Bau.Land.Schaff(t)en" in der 100 Jahre alten Brikettfabrik Witznitz. Zahlreiche Vereine, Einrichtungen, Privatpersonen und die Stadtverwaltung Borna sind daran beteiligt.

 

 

 Für Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) ist mit der Ausstellung der Auftakt gelungen, in naher Zukunft ein Bergbau-Dokumentationszentrum mit Sitz in der Kreisstadt zu schaffen (die LVZ berichtete). Dass das Interesse an der Bergbaugeschichte und dem damit einhergehenden Wandel riesig sei, zeige sich an der Zahl der Menschen, die in den vergangenen Monaten alles daran gesetzt haben, diese Schau auf die Beine zu stellen. "In vielen Jahren wird hier kaum noch etwas an den Bergbau erinnern. Umso wichtiger ist es zu zeigen, dass unsere Heimat nachhaltig vom Braunkohleabbau geprägt wurde", erklärte Luedtke vor etwa 100 Besuchern.

 Für Steffen Dorer vom Mitinitiator Heimatverein Bornaer Land ist die Ausstellung "eine einmalige Gemeinschaftsleistung" von Vereinen, Firmen und Privatleuten. Etwa 60 Bewohner der Stadt seien damit beschäftigt gewesen, "solch eine Zusammenarbeit hat es lange nicht mehr in Borna gegeben". Er stellte in seiner Ansprache klar, dass es sich bei der Ausstellung nicht um ein Museum handele, sondern um eine wissenschaftliche Einrichtung. Allerdings seien in einem Raum der ehemaligen Schaltwarte der Brikettfabrik noch riesige Regale frei, die "darauf warten, nach und nach gefüllt zu werden". Viele Bornaer hätten wohl noch Erinnerungen an den Braunkohleabbau Zuhause, "vielleicht können sie ja dazu beitragen, die Schau zu ergänzen".

 Der große Wunsch nach einem Dokumentationszentrum sei daran erkennbar, wer sich alles mit einbringe, betonte Kurator Ulrich Heß bei der Eröffnung. Genannt seien der Kulturraum, das soziokulturelle Zentrum Kuhstall, das einen Großteil der gezeigten Gegenstände zur Verfügung stellte, der Bergbau-Technik-Park, die Mibrag, die Bornaer Erwerbsloseninitiative und natürlich die Stadtverwaltung. "Das Neuseenland basiert auf einer ungewöhnlichen Historie. Vergegenwärtigen wir uns das nicht, wäre das Neuseenland mit jedem beliebigen Seengebiet austauschbar", machte Heß deutlich. Und Berkner ergänzte, dass mittlerweile andere Regionen aus ganz Deutschland hierher gucken würden - "und die lernen durchaus von uns".

 Dietmar Stein, einer der Initiatoren und beruflich dem Bergbau verbunden, ist vom Ergebnis beeindruckt. Vor allem die riesige Landkarte des Neuseenlands als Fußboden hat es ihm angetan: "Ich bin wirklich begeistert, was hier entstanden ist." Die 100 Jahre alte Brikettfabrik verleihe der Schau eine faszinierende Atmosphäre. "Hier wird Bergbau lebendig."

 Die Ausstellung in der Brikettfabrik Witznitz ist bis zum 17. Juli zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch 9 bis 14 Uhr, Donnerstag bis Sonntag 14 bis 18 Uhr. Pfingstmontag ist ebenfalls geöffnet, dann gibt es 15 Uhr auch eine Führung "Witznitzer Bergbaugeschichte", Treffpunkt Eingang zur Ausstellung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.05.2013

Juli Tonne

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