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Borna Die älteste steht in Pomßen – die wertvollsten in Rötha: Orgeln im Landkreis
Region Borna Die älteste steht in Pomßen – die wertvollsten in Rötha: Orgeln im Landkreis
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13:54 20.01.2016
Eine der beiden Silbermannorgeln in Rötha – sie gehören zu den am besten erhaltenen der zum Teil Jahrhunderte alten Instrumente im Landkreis. Quelle: Günther Hunger
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Landkreis Leipzig

Die Königin der Instrumente im Muldental steht in der Wehrkirche Pomßen. Eine Orgel aus der Werkstatt von Gottfried Richter aus Döbeln. Geweiht wurde das Instrument mit dem typischen frühbarocken Klang 1671. „Es handelt sich um eine der ältesten Orgeln in Sachsen, die noch funktioniert“, sagt Johannes Dickert. Der Wurzener Kantor und stellvertretende Kirchenmusikdirektor muss es wissen. Jahrzehntelang war er von Amts wegen mit von der Partie, wenn eine der zahlreichen Orgeln in den früheren Kirchenbezirken Wurzen und Grimma repariert wurde. Dickert ist Orgelexperte und hat den Überblick, auch wenn er nicht jede Orgel im Muldental kennt.

Die Pomßener Orgel stammt aus der Werkstatt des Döbelner Orgelbauers Gottfried Richter. Das Instrument wurde 1671 errichtet. Quelle: Ralf Zweynert

Von denen stammt das Gros aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. „Das sind oftmals recht strapazierfähige Instrumente“, sagt Dickert. In der Regel sind sie „reparaturfreundlich“, lassen sich also mit erträglichem Aufwand instandsetzen. Dazu gehören die Orgeln in den Kirchen in Altenbach, Leulitz und Machern.

Bisweilen lassen sich von den Orgeln auch Geschichten erzählen, von denen sich nach Jahrhunderten nicht mehr zweifelsfrei feststellen lässt, inwieweit sie am Ende wahr sind. Etwa von der Orgel in der Böhlitzer Kirche. Sie ist das Werk von Johann Emanuel Schweinefleisch, einem Leipziger Orgelbauer, der auch mit Johann Sebastian Bach bekannt war. Das Instrument, das 1770 geweiht wurde, soll in Teilen aus der Dresdner Kreuzschule stammen. Darauf lassen zumindest die Türen schließen, die sehr viel größer sind als üblich. Womöglich musste das Instrument einst auf diese Weise vor aufmüpfigen Kreuzschülern geschützt werden, „was sich aber nicht genau sagen lässt“, sagt Kantor Dickert.

Zur DDR-Zeit gab es lediglich einen Orgelneubau – im Kirchensaal des Diakonissenhauses in Borsdorf. In diesen Jahren verstummte die Jehmlich-Orgel der Wenceslaikirche in Wurzen. Ab dem Jahr 1975 war das Instrument, das im Jahr 1901 in Betrieb genommen wurde, nicht mehr nutzbar. Zwei Jahrzehnte später gab es dann in St. Wenceslai den größten Orgelneubau der Nachwendezeit im Muldental. 1999 wurde die Orgel der Firma Eule geweiht. In dieser Zeit erhielt auch die Friedhofskapelle in Grimma ein neues Instrument.

Die größte Orgel im gesamten Kirchenbezirk Leipziger Land befindet sich im Wurzener Dom. Ein ganz besonderes Exemplar seiner Gattung. Es wurde im Jahr 1932 im Zuge der Dom-Restaurierung ebenfalls von der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich gebaut, „hochromantisch“, wie Kantor und Domherr Dickert sagt. Der Bau der Orgel war aber in gewisser Weise ein Experiment, weil der spätere Thomaskantor Günther Ramin seine Erfahrungen mit dem norddeutschen Barockorgelbau mit einbrachte. Das Instrument, in den 90er-Jahren und noch einmal 2007 erneuert, wird alljährlich für mehrere Orgelkonzerte genutzt. Auch am 4. August, wenn Johannes Dickert und der Bornaer Kantor und Kirchemnusikdirektor Jens Staudte zu „Orgel und Schlagzeug“ einladen.

Von Nikos Natsidis

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