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Die meisten Kommunen im Landkreis wissen zu wenig über ihre touristischen Wege

Untersuchung offenbart Schwachstellen Die meisten Kommunen im Landkreis wissen zu wenig über ihre touristischen Wege

950 Kilometer touristische Wege hat der Landkreis Leipzig aufzuweisen. Doch die Kommunen, durch deren Gebiete Reit-, Rad- und Wanderrouten führen, wissen in den seltensten Fällen genau darüber Bescheid. Das muss sich dringend ändern, fordert die Landschaftsarchitektin Claudia Siebeck gegenüber den im Kommunalen Forum sitzenden Bürgermeistern.

Über ihre Reit-, Rad- und Wanderwege wissen nur die wenigsten Kommunen im Landkreis Bescheid. Das sollte sich ändern, fordert eine Landschaftsarchitektin.

Quelle: Armin Kühne

Borna. Kommunen im Landkreis wissen kaum Bescheid über ihre eigenen touristischen Wege. Zudem haben sie nur in seltenen Fällen einen Ansprechpartner in der Verwaltung, der zum Thema auskunftsfähig ist. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung zur Pflege und Unterhaltung der Beschilderung touristischer Routen, vorgestellt von Landschaftsarchitektin Claudia Siebeck vom Quartier vier beim Kommunalen Forum.

Die Auswertung von Fragebögen, in denen sich Kommunen zu ihren Reit- , Rad- und Wanderwegen äußern sollten, zeigt, dass sich die meisten „schwer damit getan haben, welche touristischen Wege überhaupt da sind“, erklärte Siebeck. Lediglich zwei Städte und eine Gemeinde hätten sowohl ihre Wege als auch die Organisation derer im Griff: Markkleeberg, Pegau und Großpösna. Bei allen anderen Kommunen im Landkreis sei nicht nur die Organisation unübersichtlich, zudem fühle sich in den Verwaltungen keiner verantwortlich und die Unterhaltungskosten variierten zwischen 10 Euro pro Kilometer bis 230 Euro. „Die Basis ist also äußerst fragil“, machte Siebeck gegenüber den Bürgermeistern im Kommunalen Forum deutlich. Besser hingegen sehe es auf der Ebene der Vereine und Verbände aus. So seien unter anderem Blauwasser und das soziokulturelle Zentrum Kuhstall sehr gut im Bilde, was die insgesamt 950 Kilometer langen Strecken betrifft. Auch die Ebene des Tourismusverbands sei „hervorragend, also bestens informiert“, so die Landschaftsarchitektin.

Um die Wege zu unterhalten und nach Schäden wieder instand zu setzen, sieht sie mehrere Lösungsmöglichkeiten. So müssten die Kommunen mehr in die Pflicht genommen werden. Eine Forderung von Siebeck an die Bürgermeister besteht darin, Ortswegewarte zu benennen, konkrete Ansprechpartner in der Verwaltung einzusetzen und schließlich die Organisation der Wege eigenverantwortlich zu übernehmen. Ziel müsse es sein, dass in jeder Stadt und Gemeinde Informationen dazu abrufbar sein sollten. Eine weitere Forderung von Siebeck: die Entlastung der Kreiswegewarte. Sie dürften in Zukunft nicht mehr hauptverantwortlich für Kontrollfahrten und den Unterhalt sein.

Andere Regionen würden bereits vormachen, wie es gehen kann, wenn denn der Wille da sei. In Thüringen gebe es beispielsweise einen sogenannten Mängelmelder, auch die Stadt Brandis greife per App auf ein ähnliches Prinzip zurück. „Nutzer der Wege schicken Fotos von entdeckten Mängeln, die dann zielgerichtet ausgemerzt werden können“, erklärt Siebeck. Denkbar sei auch die Variante, Ehrenamtliche damit zu beauftragen, sich abschnittsweise um die Wege zu kümmern. Im Gegenzug könnten diese dann – wie in Borna gerade im Stadtrat beschlossen – von Vergünstigungen profitieren.

Von Julia Tonne

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