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Borna Diese Prominenten verewigen sich im Goldenen Buch von Borna
Region Borna Diese Prominenten verewigen sich im Goldenen Buch von Borna
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04:00 10.02.2018
Goldenes Buch der Stadt Borna 070218 BNA MTL BOG LVZ Foto: Jens Paul Taubert Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Lothar Scheida hat sich darin verewigt, Johannes Dieckmann auch und ebenfalls der sowjetische Garde-Oberst Jefim Grigorjewitsch Fedosejew. Im Goldenen Buch der Stadt Borna, das im Dienstzimmer von Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) aufbewahrt wird. Die Rathauschefin war es auch, die das schwergewichtige Werk jetzt wieder ins Gespräch brachte, als sie vorschlug, dass sich der bisherige Bornaer Superintendent Matthias Weismann und seine Frau Astrid angesichts ihrer Verdienste für die Stadt ins Goldene Buch eintragen sollen, sofern der Ältestenrat des Stadtrates grünes Licht dafür gibt. Weismanns stünden dann einer Reihe lokal wie überregional bekannter Persönlichkeiten, die ihren Namenszug ebenfalls im Goldenen Buch hinterlassen haben.

Dabei hat das Buch eine in Teilen sehr eigene Geschichte. Offiziell angeschafft wurde es anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt Borna im Jahr 1938, von der wir heute wissen, dass sie eindeutig zu früh angesetzt war, weil die Stadt 63 Jahre später erst ihr 750-jähriges Bestehen feierte. Eintragungen von Personen aus dieser Zeit finden sich nicht, dafür aber eine nachträgliche Chronik der Nachkriegszeit bis 1950.

Aus den 50er-Jahren stammen auch die ersten Einträge, zu denen neben dem des damaligen DDR-Volkskammerpräsidenten Johannes Dieckmann auch der spätere DDR-Außenminister Otto Winzer gehörte. Eingeschrieben haben sich tschechoslowakische und polnische Delegationen ebenso wie 1956 die sowjetische Turner-Nationalmannschaft, die zu einem Schauturnen nach Borna gekommen war – mit einem pathetischen Satz: „Es lebe unser gemeinsamer Kampf für den Frieden und für den Sozialismus.“

Vom 31. August 1967 stammt der Eintrag von Elly-Winter Pieck. Die Tochter des DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck war anlässlich der Eröffnung des neuen Schuljahres an die Erweiterte Oberschule (EOS) gekommen, die den Namen ihres Vaters trug. Im Goldenen Buch finden sich zudem Eintragungen von Besuchern aus Irpen, der damaligen wie auch heutigen Bornaer Partnerstadt.

Waren schriftliche Hinterlassenschaften von Delegationen aus den sozialistischen Bruderländern seinerzeit normal, fällt der Eintrag von Johannes Hempel im Jahr 1979 eher aus dem Rahmen. Der Bischof der Evangelischen Landeskirche Sachsens hatte sich anlässlich einer Kirchenvisitation im Goldenen Buch verewigt. Dass er das durfte, hängt möglicherweise mit dem neuen Kurs der DDR-Staats- und Parteiführung nach dem Gespräch von SED-Chef Erich Honecker mit dem Berliner Bischof Albrecht Schönherr ein Jahr zuvor zusammen.

Immerhin gibt es auch zahlreiche Eintragungen aus der Zeit nach der Wiedervereinigung. Etwa die von Jost Biedermann, Gerhard Trinks, Lutz-Egmont Werner und Bernhard Schubert – die vier seinerzeit noch lebenden ehemaligen (Ober-)Bürgermeister von Borna, die sich anlässlich des Stadtjubiläums 2001 eintragen durften. Die Bornaer Boxlegende Lothar Scheida hat eine Seite, ebenso wie Linken-Ikone Gregor Gysi. Eingetragen hat sich auch die heutige sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) – am 26. Januar 2008, kurz nachdem der Dresdner Landtag Borna im Zuge der bevorstehenden Kreisreform als Kreisstadt festgeschrieben hatte. Köpping hatte sich als Landrätin besonders intensiv für den Kreissitz Borna eingesetzt. Oder Thomas Munkelt, der wohl erfolgreichste Sportler mit Bornaer oder konkret Zedtlitzer Wurzeln. Der Hürden-Olympia-Sieger verewigte sich 2006.

Aus diesem Jahr findet sich auch eine Unterschrift von Matthias Weismann. Anlass waren die Feiern anlässlich der Weihe der Stadtkirche 550 Jahre zuvor. Der bisherige Superintendent soll sich also demnächst wieder eintragen. „Gemeinsam mit seiner Frau“, wie Oberbürgermeisterin Luedtke betont. Ihr sei es wichtig gewesen, auch Astrid Weismann zu würdigen, die über lange Jahre Friedensrichterin in Borna war.

Von Nikos Natsidis

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